Wegen Störung in Ehingen schlechtes Netz in Oberstadion

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Ein kaputtes Gerät, das die Funksignale störte, hat höchstwahrscheinlich zum schlechten Empfang für Vodafone-Kunden in Oberstadion geführt. Wie Pressesprecher Volker Petendorf gestern auf Anfrage berichtet hat, sei nach einiger Nachforschung inzwischen klar, warum die Kunden vom 28. Oktober an massiv Probleme hatten (wir berichteten). Der Ursprung liege in Ehingen: Am Mobilfunkmasten bei Nasgenstadt habe offenbar ein Gerät eines Nutzers die Kapazität der Anlage so sehr verringert, dass die Smartphones von Kunden beispielsweise in Berg und Dintenhofen vollautomatisch auf den Sendemasten in Rottenacker umstiegen, weil von dort ein stärkeres Signal kam. „Der Nutzer merkt davon nichts“, sagt der Sprecher. Nun sei in der Folge aber Rottenacker so sehr ausgelastet gewesen, dass auch von dort aus ein schwächeres Signal weitergesendet wurde. Dieses schwächere Signal hatte zur Folge, dass Oberstadion, welches den äußersten Zipfel des Versorgungsgebiets des Rottenacker Mastens darstellt, schlechter versorgt wurde.

Jetzt wieder volle Leistung

Wie Petendorf sagt, sei das Gerät in der Nachbarschaft des Ehinger Mastens, das die Störung verursacht hatte, seit dem 18. November nicht mehr da, sodass nun die Technik, die zu jeder Zeit einwandfrei funktioniert habe, wieder volle Leistung bringe. Um was für ein Gerät es sich handelte und wem es gehört, sei unklar. Wenn die Störung weiter angedauert hätte, wäre man auf die Suche danach gegangen. „Das kann alles sein, was ein Funksignal stören kann, von einer defekten Mikrowelle oder einem kaputten Bügeleisen bis zu Hobbyfunkern.“ Von einem gezielten Angriff mittels eines Funkstörsignals gehe Vodafone nicht aus.

Drei haben gekündigt

Während Bürgermeister Kevin Wiest von 15 Anrufern bei ihm aus allen Ortsteilen sprach und eine weit höhere Dunkelziffer annahm, sagt Petendorf, dass nur fünf Beschwerden beim Unternehmen eingegangen seien, drei der Kunden hätten letztlich Gebrauch von ihrem Sonderkündigungsrecht gemacht, darunter sei auch Wiest selbst. „Die zwei anderen Kunden, die sich zu Recht massiv beschwert hatten, sind geblieben und haben bestätigt, dass alles wieder in Ordnung ist und die Versorgung so läuft wie in den Jahren zuvor“, sagt Petendorf.

Generell sei Breitband über Glasfaser das politisch erklärte Ziel als Hauptversorgung für Menschen in Deutschland, „LTE ist eine gute Übergangslösung und ein Provisorium gerade für Menschen auf dem Land, die noch nicht ans Glasfasernetz angeschlossen sind und wo es nicht wirtschaftlich ist, Glasfaser zu verlegen“, sagt Petendorf – gleichwohl auch weiter in LTE investiert werde (siehe Infokasten). Neue Sendemasten seien nicht geplant, so bleibt Oberstadion wohl für die Zeit bis zum Backbone-Ausbau weiter ein hinterster Zipfel, der als letzter in der Kette Internet erhält.
Peter Baur, der auf zwei Einschreiben in Sachen Sonderkündigung immer noch keine Bestätigung von Vodafone erhalten hat, ob es denn geklappt hat, hängt immer noch in der Luft in Sachen Internet und hat inzwischen ein Angebot von einer Firma in Biberach eingeholt, erwägt eine Außenantenne anzuschaffen. Er nutzt derzeit einen WLan-Router im D2-Netz, das er vier Wochen lang zur Verfügung hat. „Ich weiß noch nicht, in welche Richtung es geht, weil ich die Kündigungsbestätigung ja noch nicht habe“, sagte er gestern. „Ich bin jetzt froh nun wenigstens mal zu wissen, was das Problem war, nur sollte man von einem Kommunikationsunternehmen eigentlich erwarten können, dass es mit seinen Kunden offen kommuniziert und sich um sie kümmert“, drückt er seine Enttäuschung aus, dies über die Presse zu erfahren.

Schwach für Weltunternehmen

Thomas Kloos, der ebenfalls gekündigt hat, meinte gestern, die Erklärung für die Störung passe nicht mit seinen Informationen eines Technikers zusammen, „er meinte, bei mir käme der Empfang definitiv nicht aus Rottenacker, sondern ich war in Richtung Attenweiler ausgerichtet.“ An die Adresse von Vodafone gerichtet kommentiert er: „Warum brauchen die so lange, um das rauszufinden? Für ein Weltunernehmen ist das schwach, die Kunden mit wochenlangen Störungen allein zu lassen.“

Versorgung Nach Auskunft von Vodafone bestehen in der Region Ehingen Funkmasten bei Nasgenstadt, in Oberdischingen, bei Hausen ob Urspring, in Rottenacker, in Rißtissen und zwischen Deppenhausen und Munderkingen. Sie waren Teil einer Ertüchtigung und sind nun mit bis zu 225 MBit/Sekunde (bei nur einem Nutzer) ausgestattet. Auch in der Zukunft werde schrittweise die Geschwindigkeit erhöht, in den nächsten Jahren zunächst auf 375 MBit/s.

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