Was uns bewegt

Technikbegeistere Jungen und Mädchen werden auf die neue Ausstellung im Neu-Ulmer Kindermuseum abfahren. Auch die anderen werden die Mobilitäts-Schau wohl nicht zum Davonlaufen finden.

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  • Mit Mobilität aller Arten befasst sich das Neu-Ulmer Kindermuseum - und dabei gibt es viel zum Anfassen und Ausprobieren, Basteln und Tüfteln. Fotos: Volkmar Könneke 1/4
    Mit Mobilität aller Arten befasst sich das Neu-Ulmer Kindermuseum - und dabei gibt es viel zum Anfassen und Ausprobieren, Basteln und Tüfteln. Fotos: Volkmar Könneke Foto: 
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Diesem Strichmännchen kann man nichts vormachen: So sieht es also aus, wenn wir gehen. Denn wenn der Besucher in der Ausstellung "Voll abgefahren!" auf das Laufband steigt, werden seine Bewegungen auf ein animiertes Strichmännchen übertragen - so hat man vor Augen, wie man geht oder läuft.

"Voll abgefahren!" ist die sechste große Ausstellung des Kindermuseums im Neu-Ulmer Edwin-Scharff-Museum; die zweite, die aus dem Grazer Kindermuseum "FRida & freD" stammt. Um Mobilität geht es nun fast ein Jahr lag - nicht nur ein spannendes Thema, findet die Neu-Ulmer Museumschefin Helga Gutbrod, sondern auch gut aufgehoben in ihren Räumlichkeiten: "Wir haben schon eine ziemliche Strecke hinter uns, wir haben viel Bewegung in unserem Haus, und wir bewegen auch unsere Besucher."

Aber wie bewegen wir uns? Und warum eigentlich? Es sind ganz grundlegende Fragen, von denen die Ausstellung ausgeht. Auf 500 Quadratmetern können die jungen Besucher - vor allem Kinder im Grundschulalter - an interaktiven Stationen spielen, tüfteln, lesen und vor allem selbst Hand anlegen. Im Vordergrund geht es um Naturwissenschaft und Technik, sagt der Grazer Museumsdirektor Jörg Ehtreiber, der die Ausstellung entwickelt hat, aber dabei stehe auch immer der Mensch im Mittelpunkt.

Sechs Werkstatt-Labore sind in die Museumsräume hineingebaut. In ihnen werden Schienenfahrzeuge und Seilbahnen behandelt, Wasserfahrzeuge, Luftfahrzeuge, Raumfahrt und alles, was Räder hat, wobei das Fahrrad eine größere Rolle spielt als das Auto - auch ein Statement. Nicht zu vergessen: die Station "Zu Fuß". Dort können sich die Besucher über Materialien, Formen und Design Gedanken machen, aber auch selbst kreativ Fußbekleidung gestalten: Leder, Stoffe, Riemen, Schnürsenkel und Nieten liegen bereit, dazu Tacker, Loch- und Nietenzangen.

Zu Beginn nähert man sich dem Thema freilich quasi von oben. Ein raumfüllendes, hoch aufgelöstes Satellitenbild von Neu-Ulm und Ulm ziert den Boden im Eingang. Schon ist man mittendrin: Wo komme ich her, wo gehöre ich hin, wie bewege ich mich durch die Stadt? Mit Holzschienen lässt sich das Stadtbild auch gleich um künftige Bahnlinien erweitern. Mit eine Forschertagebuch und einem Schrittzähler geht es danach durch die Ausstellung. Die Besucher bauen mittels Förderbändern eine Transportstrecke durch eine Werkstatt. Sie beladen ein Containerschiff, das in der Balance bleiben muss - und staunen dabei, welche Güter so alles über die Weltmeere schippern. Sie lassen ein Rotorblatt im Luftstrom tanzen und falten ein Papierflugzeug, das wirklich mal gut fliegt. Zu lernen gibt es eine Menge: weshalb nicht alle Körper schwimmen und wie Schiffsschrauben funktionieren; was Rückstoßprinzip und Auftriebskraft sind. In der Station "Auf Rädern" warten Motoren, Getriebe, Reifen, Lichtmaschine und Auspuff auf neugierige Jungforscher. "Da kapiert man sowas endlich mal", sagt Birgit Höppl vom Kindermuseum, "und jeder kann selbst drehen und machen und tun."

Etliche "Haltestellen" bieten derweil Abwechslung: Sie behandeln Fragen der Sicherheit, der Orientierung und Wahrnehmung und auch der Grenzen der Mobilität. Wer mag, packt die Koffer für berühmte Entdecker und Reisende. Wer vom Fliegen träumt, erfährt etwas über die Pioniere der Lüfte von Dädalus und Ikarus über die Montgolfiers und die Brüder Wright bis zur Nasa. Der Schneider von Ulm und Hermann Köhl fehlen dort - aber diese Lücken werden die Neu-Ulmer Museumsmacherinnen bald schließen.

Vielleicht bietet diese neue Ausstellung mehr Sinn als Sinnlichkeit, aber in einem ist sie erfreulich konsequent: Die Kinder sind darin selbst sofort in Bewegung - körperlich und geistig.

Informationen

Kindermuseum Die neue Ausstellung "Voll abgefahren!" im Kindermuseum des Neu-Ulmer Edwin-Scharff-Museums läuft bis zum 11. September 2016. Die Öffnungzeiten:

Di, Mi 13-17, Do, Fr, Sa 13-18, So 10-18 Uhr.

Besuch Die Ausstellung richtet sich an die Zielgruppe "5+": Es werden also begleitete Besuche für alle Schularten, aber auch - etwas stärker betreut - für Kindergartengruppen angeboten. Auf der Homepage des Museums findet sich ein ausführliches pädagogisches Handbuch für Lehrkräfte und Erzieher zur Vor- und Nachbereitung des Ausstellungsbesuchs. Natürlich richtet sich die Schau auch an Familien.

Infos, Anmeldung: kindermuseum@neu-ulm.de

SWP

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