Was tun gegen Leerstände in der Schelklinger Innenstadt?

Der Student Christian Schulze hat über die leerstehenden Geschäfte in der Schelklinger Innenstadt eine wissenschaftliche Arbeit geschrieben. Im Interview gibt er Tipps, was gegen die Leerstände getan werden kann.

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    In der Innenstadt von Schelklingen stehen Geschäfte leer. Foto: Foto: 
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    Christian Schulze hat die Leerstände in Schelklingen untersucht. Foto: 
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Wie andere Städte der Region hat auch Schelklingen mit leer stehenden Geschäften in der Innenstadt zu kämpfen. Der Student Christian Schulze hat die Schelklinger Leerstände im Rahmen seiner Bachelor-Arbeit untersucht. Im Interview berichtet er über seine Ergebnisse – und was gegen die leeren Geschäfte getan werden kann.

Wie haben Sie Schelklingen wahrgenommen?

Christian Schulze: Mein Eindruck von Schelklingen ist positiv. Es ist ein kleines Städtchen mit Charakter. Es ist historisch gewachsen, Wahrzeichen wie das Alte Rathaus, das Spital oder der Schloss­turm haben einen hohen Wiedererkennungswert. Das Problem mit leerstehenden Geschäften haben andere Städte in der Region auch. Manche dieser Städte sind noch größer als Schelklingen.

Wie viele Geschäfte stehen leer?

Es sind insgesamt neun, wobei sich leider nicht alle Besitzer an der Untersuchung beteiligt haben. Ich habe 18 Immobilienbesitzer angeschrieben, nur die Hälfte hat mitgemacht. Insgesamt konnte ich dann die Situation von vier leerstehenden Geschäften näher untersuchen.

Wie lauten Ihre Ergebnisse?

Die Lage ist jeweils unterschiedlich. Zum Teil fehlt es an Modernisierungen, ein Besitzer will verkaufen, einer gar nicht mehr vermieten, weil er schlechte Erfahrungen gemacht hat. Interessant war, dass ein Besitzer sagte, dass er seine Räume gerne für einen niedrigen Preis für einen gemeinnützigen Zweck hergeben würde – etwa für ein Jugend- oder ein Bürgercafé.

Wäre so ein Café etwas für die Stadt?

Es hängt davon ab, ob sich genügend Bürger zu einer Initiative zusammenschließen, um so etwas zu gründen und zu betreiben. Wegen der Lage der Jugendlichen habe ich länger mit Roland Zeller, dem Direktor des St. Konradihauses, gesprochen. Er berichtete, dass die Jugendlichen schon in der Einrichtung Treffpunkte haben.

Was für gemeinnützige Ideen gibt es noch für die Leerstände?

Das hängt davon ab, wofür sich die Bürger engagieren. Es gibt anderswo etwa ein Bügelcafé, in dem Haushaltsgeräte stehen und wo man sich zum Bügeln und Waschen treffen kann. Oder der örtliche Sportverein stellt Fitnessgeräte in einen leeren Laden und ermöglicht so einen Treffpunkt. In Ehingen hat die VHS etwa eine Drechselwerkstatt in einem Laden eingerichtet.

Es soll aber keine Konkurrenz zu gewerblichen Anbietern entstehen . . .

Richtig. Das Ziel sollte auch in erster Linie sein, die Geschäfte ganz normal an Geschäftsleute zu vermieten. Wobei ein Ergebnis meiner Untersuchung war, dass es eine große Hilfe sein kann, wenn leerstehende Geschäfte klar gekennzeichnet werden – etwa durch identische Plakate und Banner. Auch auf einer Webseite könnten die leerstehenden Geschäfte vorgestellt werden und etliche andere Dinge mehr. Bürgermeister Ruckh und ich haben uns darüber länger unterhalten.

Wie erleben die Geschäftsleute selbst die Schelklinger Innenstadt?

Da hat es bei den von mir Befragten einen bemerkenswerten Unterschied gegeben. Fast alle Befragten nahmen die derzeitige Situation der Innenstadt negativ wahr. Diejenigen, die aber tatsächlich ein Geschäft in der Innenstadt betreiben, konnten keine oder kaum  Auswirkungen auf ihr Geschäft ausmachen. Sie sahen für sich selbst eine relativ stabile Lage.

Das heißt, die Situation ist in Wirklichkeit gar nicht so schlecht, wie sie oft beschrieben wird?

Die unterschiedlichen Darstellungen können etliche Ursachen haben. Womöglich will auch kein Geschäftsmann die eigene Situation schlechtreden. Aber dass die tatsächliche Lage in der Innenstadt viel besser ist als ihr Image, ist wirklich eine Möglichkeit.

Was ist aus der Sicht der Geschäftsleute notwendig, um die Innenstadt attraktiver zu machen?

Viel Potenzial sehen die Geschäftsleute und Immobilienbesitzer im Tourismus. Da hat Schelklingen mit dem neuen Weltkulturerbe Hohler Fels und dem Biosphärengebiet wirklich ein Pfund, mit dem die Stadt wirklich wuchern kann. In diesem Zusammenhang wäre es gut, wenn ein Besuch der Schelklinger Innenstadt ein Teil der Rad- und Wanderwege werden würde.  Mehr Hinweisschilder sehen viele als sinnvoll an, vor allem im Eingangsbereich der Stadt. Dort könnte auch mit Blumen oder anderem Schmuck Vorfreude auf den Besuch der Innenstadt geweckt werden.

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Kommentare

30.09.2017 12:11 Uhr

Der nächste Rohrkrepierer

Eigentlich wollte ich nichts mehr zu der Situation in Schelklingen sagen. Diese habe ich schon ausgiebig kommentiert in den Artikeln:

http://www.swp.de/ehingen/lokales/ehingen/innenstadtoffensive-in-schelklingen-14393570.html

http://www.swp.de/ehingen/lokales/ehingen/in-der-schelklinger-innenstadt-nischen-fuer-haendler-anbieten-14420320.html

Die SWP hat im Frühjahr noch über die geheime Kommandosache „Belebung der Schelklinger Innenstadt“ berichtet. Was ist daraus geworden? Die treibende Kraft wollte der Gewerbeverein sein, nachdem eine gleichlautende Initiative der Stadt im Herbst 2013 im Nichts geendet ist. Nun ist, wie hinreichend hier in der SWP berichtet wurde, der Gewerbeverein nur noch mit sich selbst beschäftigt - er steht vor der Selbstauflösung?

Wie ich und auch andere zu spüren bekommen haben war es nicht von Interesse was an Vorschlägen aus der Bevölkerung in den Jahren gekommen ist. Schelklingen braucht auswärtige Berater die sagen was nicht läuft: sei es die Imakomm aus Aalen (in 2013 und 2017), der Handelsexperte Röll von der IHK aus Ulm (Frühjahr 2017) und nun der Tübinger Geologie Student Schulze aus Tübingen (wohl von der Imakomm lanciert, die ja bereits in 2013 mit den entsandten Junggeologen kläglich gescheitert ist).

Zugegeben ich war bei der Präsentation des Herrn Schulze nicht im Rathaus, ich wollte nicht auch dessen Arbeit v.a. öffentlich zu zerlegen. Ich hatte einen kurzen Mailkontakt mit Herrn Schulze im April. Er hätte Gelegenheit gehabt weiteren Input von mir und anderen zu bekommen. Nun entnehme ich dem Artikel: absolut nichts Neues!!! Das wurde alles schon in 2013 präsentiert. Gebracht hat es gar nichts!

Herr Schulze bemerkt das Potential im Tourismus – Oh Wunder. Hat Herr Schulze in seinem Gespräch mit Herrn Zeller vom Konradihaus gefragt warum das einzigste, vor allem zentrale, Cafe in Schelklingen nun am Samstag geschlossen hat!? Er stellt fest, dass die Betreiber von Geschäften in der Innenstadt zufrieden sind. Sind es die Kunden auch? Die Post hat geöffnet von 9:00 Uhr bis 12:00 Uhr und 14:30 bis 17:00 Uhr, klar man möchte pünktlich Mittag haben (im August ist nachmittags ganz geschlossen). Dass Kunden aber in Ihrer Mittagspause Post abholen oder aufgeben wollten interessiert nicht. Der beste Bäcker in der Hirschgasse schließt um 12:15(!) Uhr schließt ist auch nicht nachvollziehbar.

Herr Schulze hat 18 Immobilienbesitzer angeschrieben, hat er diese nicht persönlich aufgesucht oder wenigstens telefoniert? Wenn ein mir Unbekannter anfragt würde ich auch nicht antworten. Sein Vorschlag der Markierung von leerstehenden Geschäften ist peinlichst destruktiv, der von mir in 2013 eingebrachte Vorschlag hätte die Stadt hingegen attraktiv gemacht!

Am Rande: Hat Herr Schulze bemerkt, dass der Immobilienmarkt für Mietwohnungen in Schelklingen von einer einzigen Immobilien Heuschrecke aus Stuttgart dominiert wird, die einen eigenen ‚Mietspiegel’ etabliert hat, der teurere Preise als vergleichbare Lagen in Ulm bringt

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