Vernissage der Ausstellung „Weiß“ in der Galerie Kunstkeller

Weiß und Weisheit, weiße Westen und naseweise Besucher erlebten die Besucher der Vernissage der Ausstellung „Weiß“ in der Galerie Kunstkeller in Berg.

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Die beteiligten Künstler auf der Bank (von links): Ulrich Singer, Maria Turban-Singer, Maria Schirmer, Kathrin Wurst, Marianne Wurst, Martina Kählig, Herbert Geiger, Sissi Kicherer, Heidi Degenhardt und Heidi Moll.  Foto: 

Weiße Westen trägt man gerne spazieren, weißer Schnee lockt die Wintersportler und weiße Tischtücher versprechen festliche Tafelfreuden. „Die Farbe Weiß hat meist eine positive Bedeutung“, sagte Heidi Moll bei der Einführung zu der Ausstellung „Weiß“ im Kunstkeller des „Bäumle“ in Berg. Erleuchtung, Unschuld, Reinheit und Frieden sind solche Assoziationen, die mit einer Farbe verbunden werden, die physikalisch gesehen alle Farben in sich vereint.

In der aktuellen Winterausstellung haben sich acht Künstlerinnen und zwei Künstler mit der Farbe Weiß auseinander gesetzt. Heidi Degenhardt schuf hauchzarte Schalen, Zylinder und andere Objekte aus Porzellan, in die man auch ein Licht stellen kann. Bei dem Ehinger Fotografen Herbert Geiger wird es haarig. Seine fotografischen Porträts in lichtem Schwarz-Weiß sehen aus wie mit Bleistift gezeichnet. Die Gesichter schauen den Betrachter auch als vervielfachte Serien an. Martina Kählig kreierte Papierschmuck, der als Ohrschmuck oder Halskette leicht und filigran wirkt. Mit zarten Blüten versehen, wirken diese Accessoires sehr romantisch.

„Täusch dich nicht“ heißt eine weiß angemalte Figur aus Papierbrei von Sissi Kicherer, die von vorne ganz unschuldig wirkt, aber auf der Rückseite einige Sprengkraft besitzt. Bei der Vernissage stellte die Autorin auch ihr neues Büchlein „Wort ist Wort“ vor. Sabine Maria Schirmer zeigt die größten Objekte der Ausstellung. „Ihre Mönche und auch Frauen haben etwas Meditatives“, erläuterte Heidi Moll. Stoisch stehen die Figuren im Raum. Jede scheint in sich zu ruhen. Ulrich Singer beschäftigt sich mit Objekten aus gesammelten Materialien. Draht, Stoffreste, Fundstücke aus der Natur formt er zu Gebilden, die an einen Kokon erinnern. „Weiß der Himmel“ heißt solch ein federleichtes Objekt, bei dem man rätselt, ob es etwas umfängt oder ob dort gerade etwas geschlüpft ist. Ein anderes Gebilde spricht von „Weißheit“. Maria Turban-Singer stellt so genannte Dessous-Collagen aus. „Bei mir entstehen die Dinge im Tun“, erzählte die Künstlerin, die zudem hauchdünne Papierschichten zu Landschaften zusammenstellt. Marianne Wurst zeigt weiße Westen aus Seide und Filz. Ihre Schals finden als Wandobjekt ebenso Gefallen wie als wärmendes Kleidungsstück. Marianne Wursts Schwiegertochter Kathrin Wurst hat Kunstkarten im Prägedruck gefertigt.

Die Galeristin selbst zwang sich ausnahmsweise, ihre Lieblingsfarbe Blau links liegen zu lassen und malte Winterstimmung, Nebel und weiße Landschaften. „Doch die beiden letzten Bilder sind mal wieder von ganz alleine Blau geworden“, bekannte Heidi Moll. Immerhin schwebt ein weißes Kleid im Blau.

Info Die Ausstellung ist an den Sonntagen 19. und 26. November sowie 3. Dezember jeweils von 14 – 18 Uhr geöffnet.

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