Von der Gugelfuhr zum Veit im Häfele

Bekannte und weniger gebräuchliche Wörter aus dem Schwäbischen erklärte Hermann Wax beim Frauenfrühstück den etwa 50 Besuchern.

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Hermann Wax ist eine anerkannte Koryphäe, wenn es um die Herkunft schwäbischer Wörter geht. Auch beim Frauenfrühstück schöpfte der Ehinger Sprachforscher gestern aus seinem großen Wissens-Fundus. Bei den Besucherinnen, die in den meisten Fällen schon einige Vorträge von Hermann Wax gehört haben, war beispielsweise die Bedeutung der "Gugelfuhr" bekannt, aber dass die Gugelfuhr mit der "Gugel" zusammen hängt, hätte niemand erraten. "Gugel" leite sich im Mittelhochdeutschen von "Cuculla, der Mönchskapuze" ab, erklärte Wax. Die Kapuze sei auch ein Teil der Narrenkleidung gewesen. Der Wortsilbe "-fuhr" liegt das mittelhochdeutsche "vuore" zugrunde, das so viel bedeutet wie "sich benehmen" oder "sich aufführen". Setzt man beides zusammen ist eine Gugelfuhr das närrische Treiben, aber auch ein närrisches Getue. So etwas könne man auch bei der Parkplatzsuche erleben, übertrug der Referent die "Gugelfuhr" ins Heute.

Wax erläuterte Begriffe aus dem Haushalt, der Nahrungszubereitung oder aus dem Bereich der Körperteile, der bei "Dudd und Fud" immer besonders anschaulich und lustig wird. "Dudd" sind die weiblichen Brustwarzen und "Fud", verwandt mit dem "Fidle", bezeichnet das weibliche Geschlechtsteil. Wax las auch aus seinem neuen Buch "Heidablitz und Wonderfitz" das Kapitel vom "Veitle". Den Ausspruch "Mit jemanden das Veitle treiben" kannten die meisten Frauen. Es ähnelt dem "s Michele treiben", das ebenfalls bedeutet, einen an der Nase herumzuführen. Den heiligen Veit kennt man übrigens vor allem als "em Häfele", da er während der Christenverfolgung in einen Kessel mit siedendem Öl geworfen wurde. "In der Kirche in Schmiechen kann man einen Veit im Häfele sehen", sagte der Referent, der stets Alltag, Wissenschaft und Beobachtungen unterhaltsam zusammen bringt.

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