Verfahren gegen Drogentrio

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Vor der zweiten Großen Strafkammer des Landgerichts Ravensburg hat gestern ein Strafverfahren gegen ein aus der Untersuchungshaft in Hand- und Fußfesseln vorgeführtes Trio begonnen, dem vorgeworfen wird, von einem Büro im Businesspark Ehingen aus im großen Stil Drogen in Holland eingekauft und dann in der Region im Bereich Ulm, Biberach und Riedlingen sowie in Österreich verkauft zu haben. Beim Gerichtstermin gestern ist nur die Anklage verlesen worden.

Vor Gericht standen drei Beschuldigte im Alter von 31, 38 und 41 Jahren. Den beiden 31- und 41-jährigen Hauptangeklagten wird vorgeworfen, im Zeitraum von Mitte Oktober 2016 bis zum Verhaftung im Februar 2017 einen schwunghaften Handel mit Kokain, Amphetamin, Ecstasy-Tabletten und Marihuana betrieben zu haben. Sie sollen die „nicht geringen“ Drogenmengen überwiegend aus Holland bezogen und über einen eigenen Onlinehandel im so genannten Darknet an einen mehrere hundert Personen umfassenden Kundenstamm gewinnbringend verkauft haben. Dabei haben sie laut Anklageschrift Einnahmen von rund  90 000 Euro erzielt. Außerdem soll sich das Trio falsche 50-Euro-Geldscheine im Wert von 2500 Euro beschafft haben. Der 38-jährige Gehilfe soll die Taten der anderen durch Annahme und Weiterleitung der Drogen und des Falschgelds sowie durch Fahrdienste unterstützt haben.

Die Anklage listet eine ganze Reihe von Fahrten mit Mietfahrzeugen aus dem Raum Neu-Ulm in die Niederlande auf. Der 41-jährige Angeklagte soll sich demnach bei diesen „Beschaffungsfahrten“ jeweils nur einige Stunden dort aufgehalten haben. Die Drogen und das Rauschgift hat er dann laut Staatsanwaltschaft in verschiedenen Taschen in den BED nach Ehingen gebracht und hier mit einer Feinwaage abgewogen und mit der Post verschickt.

Dem Trio aus dem Kreis Biberach waren die Ermittler monatelang auf der Spur. Bei der Durchsuchung der Büros und der Wohnungen im Kreis Biberach wurden mehr als fünf Kilo Marihuana, zwei Kilo Amphetamine, über hundert Gramm Kokain, mehrere hundert Ecstasy-Tabletten, Falschgeld sowie gefälschte, gestohlene Ausweise gefunden.

Für die  Verhandlung sind fünf weitere Termine anberaumt. Das Verfahren wird am 8. September um 13.30 Uhr fortgesetzt; weitere Verhandlungstage sind der 11. und 22. September sowie der 13. und 24. Oktober. 

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