Verdacht: Defekter Schlauch

Rätselhafter Staub hat in Schelklingen Autos und Häuser verschmutzt. Das Regierungspräsidium Tübingen schreibt jetzt, dass Ende Dezember ein Filterschlauch im Zementwerk defekt gewesen sei.

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Eine vom rätselhaften Staub verschmutzte Autotür in Schelklingen. Die Behörden forschen weiter nach der Ursache der zähen Staubkruste.  Foto: 

Ein Monat ist vergangen, seitdem klebriger, schwer entfernbarer Staub Autos, Fenster und Dächer in Schelklingen verunreinigt hat. In der Stadt kursieren Tipps, mit welchen Mitteln die seltsame Staubkruste entfernt werden kann.

Nach den bisherigen Ermittlungen handle sich um "mineralischen Staub", es gebe keine Anzeichen für eine Gesundheitsgefahr, schreibt das Regierungspräsidium. Die genauen Bestandteile des rätselhaften Staubs werden aber nicht näher erläutert. In der veröffentlichten Mitteilung nannte das Regierungspräsidium das Schelklinger Werk von Heidelberg Cement zwar als möglichen Verursacher. "Derzeit kann weder ausgeschlossen werden, dass das Zementwerk als Verursacher in Betracht kommt, noch steht dies zweifelsfrei fest", heißt es dann weiter in der Presseerklärung der Behörde. Die Emissionsdaten an den beiden Zementöfen des Werks seien überprüft worden. Die genehmigten Grenzwerte seien dort eingehalten worden.

Aber es gebe auf dem Betriebsgelände noch weitere Emissionsquellen, für die Grenzwerte festgelegt worden seien, schreibt das Regierungspräsidium - und nennt dabei die Lagersilos und Zementmühlen des Werks. Die Grenzwerte dort müssten alle drei Jahre gemessen werden. Diese Emissionsquellen seien jetzt am 14. und 29. Januar bei einer Sichtprüfung kontrolliert worden. Dabei sei festgestellt worden, dass am 30. Dezember im Schelklinger Werk im Bereich des Klinkertransports ein defekter Filterschlauch getauscht wurde. "Dabei erscheint es möglich, dass es im Vorfeld des Filtertausches und während des Tausches zu einer vermehrten Freisetzung von Zementklinkerstaub gekommen ist", schreibt das Regierungspräsidium. Ob dies die Ursache für die Staubniederschläge ist, könne jedoch im Nachhinein nicht mehr ermittelt werden. "Im Einvernehmen mit dem Betreiber" hat die Behörde nun in den nächsten Tagen eine außerordentliche Überprüfung derjenigen Emissionsquellen im Werk beauftragt, aus denen Zementklinkerstaub austreten kann. Diese Quellen müssten sonst nur alle drei Jahre überprüft werden. Ziel sei es, zum technischen Zustand dieser Quellen eine aktuelle Aussage durch einen zugelassenen Sachverständigen zu erhalten, schreibt die Behörde. "Mit Ergebnissen ist im Lauf des Frühjahrs zu rechnen", lautet der Text.

Das Thema Staub beschäftigt die Bürger in Schelklingen und Umgebung weiterhin. Viele Leser melden sich bei der SÜDWEST PRESSE und schildern ihre Beobachtungen. Dabei nennen sie mehrere Daten: Nur am 30. Dezember sei ihr Auto am Bahnhof in Schelklingen geparkt gewesen, schreibt eine Leserin. Es sei dort von der zähen Staubkruste bedeckt worden. Es komme im Grunde nur dieser Tag für die Verschmutzung in Frage - an den anderen Tagen sei sie mit dem Auto gar nicht in Schelklingen oder Umgebung unterwegs gewesen. Ein Leser berichtet dagegen, dass er am Freitag, 3. Januar, eine neues Auto für eine Angehörige von Ulm nach Schelklingen gebracht habe. Am Sonntag, 5. Januar, sei das neue Auto dann mit der Staubkruste bedeckt gewesen. Wegen des Dreikönigstags habe er dann erst am Dienstag das Schelklinger Rathaus informiert. Dort sei ihm gesagt worden, er sei der erste, der sich melde.

Es seien sehr viele verschiedene Daten bezüglich der Staubverschmutzung im Umlauf, sagt Pressesprecher Carsten Dehner vom Regierungspräsidium. Das erschwere die Suche nach der Ursache zusätzlich.

Etliche Leser sind fest überzeugt davon, dass es sich bei dem rätselhaften Staub nur um Zementstaub handeln könne. Denn die Staubkruste sei mit denselben Mitteln entfernbar, mit denen auch Zementstaub abwaschbar sein.

Auch in der Schelklinger Kommunalpolitik wird der Staub erneut zum Thema. Die Fraktion von Pro Schelklingen werde in den Haushaltsberatungen einen Antrag stellen, ein Messgerät zu beschaffen, das laufend den Zustand der Luft aufzeichnet, berichtete Stefan Auer, der Vorsitzende von Pro Schelklingen.

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