Urgetreide im Kommen

Der zweite Feldtag auf dem Hof von Reinhold Schnizer war wieder gut besucht. Die Besucher staunten, was unter heimischer Sonne alles wächst. Mundingen wurde zum Mekka der Gesundheitsbewussten.

|
Landwirt Reinhold Schnizer bedankte sich bei seiner Mutter Hilde mit Blumen dafür, dass sie die Getreidekulturen so gut gepflegt hatte.  Foto: 

Wie blüht eigentlich Buchweizen? Kann man in hiesigen Gärten Ingwer anbauen? Was macht man mit Braunlein? Auf all diese Fragen gab es beim zweiten Feldtag auf dem Hof von Reinhold Schnizer kompetente Antworten. Die Besucher staunten über die Kulturen von Schnizer, der von der Pflanze bis zum fertigen Gebäck seltene Getreidesorten vorstellte. So gab es Emmer- und Einkorn als Pflanze und als Kuchen. Der Bio-Bäcker Norbert Wiese hatte Emmer-Chia-Muffins gebacken, die eine Füllung aus Knorpelkirsche zu einer fruchtigen Köstlichkeit werden ließen. Es gab aber auch Einkornkuchen, Quiche, Birne-Eier-Rahmkuchen oder andere Naschereien, die Frauen aus Schnizers Nachbarschaft gebacken hatten.

Für die Kulturen zeigte sich Reinhold Schnizers Mutter Hilde verantwortlich, die in den vorangegangenen Tagen hatte viel hacken und gießen müssen, damit das Brotgetreide ansehnlich dastand. Mit einem Blumenstrauß bedankte sich der Landwirt bei seiner Mutter, deren gepflegtes Gemüse-Gärtle ebenfalls bewundert wurde. Im Gegensatz zum ersten Feldtag im vergangenen Jahr zog sich die Veranstaltung über mehrere Stunden am Nachmittag, wodurch die Besucheranzahl besser zu bewältigen war. Als Ansprechpartner standen der BUND, der Demeter-Imker Bernd Molde aus Emerkingen, der Bäcker Norbert Wiese und der Landbauprofessor Dr. Jan Sneyd zur Verfügung. Ein paar Frauen zeigten, wie man Haferflocken quetscht und die Kinder vergnügten sich im Spelzensack.

Bei seiner Felderführung wusste Biotechniker Sneyd zu den einzelnen Pflanzen viel zu erzählen und hatte eine aufmerksame Zuhörerschar. Viele Gäste hatten sich bereits mit dem Thema der alten Getreidesorten befasst. Erika Hörner aus Schelklingen verwendet Buchweizen wie Reis. "Das ist mal etwas anderes auf dem Speiseplan", bemerkte ihr Mann, der der alternativen Bio-Küche nicht abgeneigt ist. Dazu gehörte auch das Emmer-Bier, von dem der Schelklinger eine Kostprobe mit nach Hause nahm.

Reinhold Schnizer hat derzeit Braunlein, Gelblein, Diätlein und Chia im Versuchsanbau. Um den Absatz seines Getreides muss er sich keine Sorgen machen. Die Verarbeiter von Bio-Backwaren suchten immer Nachschub. Auch in heimischen Küchen hat Emmer und Einkorn bereits Einzug gehalten. Anita Holl hat beim Backen von Rhabarberkuchen gemerkt, "dass der Emmer da besser passt als Einkorn". Das sei jedoch ganz subjektiv, meinte die junge Frau. Susanne Gauß aus Biberach hat mit Urgetreide schon den Anteil der Nüsse in einem Rezept ersetzt. Für Allergiker, Blähbauch-Geplagte oder Menschen mit Glutenunverträglichkeit sei das Urgetreide sehr bekömmlich, meinte die Ernährungs- und Diättherapeutin. Ihre Kuchen würde mit Emmer luftiger als mit Einkorn, berichtet die Fachfrau, die sich ebenfalls vor Ort informierte.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Naturdenkmal am Benkesberg erinnert an Munderkinger Ingenieur

Zum Gedenken an den 1887 gestorbenen, ehemaligen Vorsitzenden Guillaume Grellet pflanzte der Verschönerungsverein in Munderkingen die beliebte Sommerlinde am Benkesberg, die ein Naturdenkmal ist. weiter lesen