Unesco-Experten fasziniert vom Schelklinger Hohlen Fels

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Experten überprüfen regelmäßig, ob der Geopark Schwäbische Alb den Standards der Unesco entspricht und ob er sich weiterentwickelt. Gestern haben zwei Fachleute im Auftrag der Unesco deshalb den Hohlen Fels in Schelklingen besichtigt. Diese Überprüfung hatte zwar nichts mit der möglicherweise bevorstehenden Ernennung des Hohlen Fels als Unesco-Weltkulturerbe zu tun. Die Entscheidung darüber fällt, wie berichtet, im nächsten Monat (siehe Info). Doch gleichzeitig sehe die Unesco Synergieeffekte nicht ungern, berichtete Dr. Tony Ramsay, der den Fforest Fawr Global Geopark in Wales leitet und einer der Fachleute war. Mit ihm überprüfte Wen Huang, Leiterin des Tianzhu Shan Global Geopark in China, die Angebote auf der Schwäbischen Alb.

Klimawandel ist ein Thema

Der Prüfungsprozess folgt strengen Regeln. Ein wichtiges Thema ist der Klimawandel. Petra Boldt aus Schmiechen, Vorsitzende des Landesverbands für Höhlen- und Karstforschung, schilderte den Experten dabei gestern wichtige Erkenntnisse: In den deutschen Höhlen wird es wärmer. Ein Grad höher als noch vor 40 Jahren liegt die Durchschnittstemperatur. Das haben regelmäßige Messungen ergeben, berichtete Boldt. Auf die Frage von Ramsay, ob sie Auswirkungen davon in den Höhlen spüre, sagte Boldt, dass Ihrer Meinung nach mittlerweile mehr Tiere in den Höhlen zu finden seien. Ein weiterer Aspekt, der den Fachleuten wichtig war, war die Einbeziehung von Bürgern in die Geopark-Arbeit. Da werde viel gemacht, sagte Markus Möller, Erster Landesbeamter des Alb-Donau-Kreises und gleichzeitig Vorsitzender des Geopark-Vereins. So sollen Schulen zu „Geopark-Schulen“ mit entsprechenden Bildungsangeboten werden. Die Ehrenamtlichen in Geopark-Projekten waren durch Reiner Blumentritt vertreten, der mit Bürgermeister Ruckh die Delegation am Hohlen Fels empfing. Iris Bohnacker führte dann durch den Hohlen Fels, Grabungsleiterin Sarah Rudolf stellte die aktuelle Grabungen vor, die erst vorgestern beginnen haben. Beide sprachen in flüssigem Englisch – was für die Unesco-Experten nicht ganz unwichtig war. Ramsay zeigte sich äußerst angetan vom Hohlen Fels und machte extra Fotos vom Fundort der Venus. „Beeindruckend“, sagte er. Die Experten reichen ihre Einschätzung jetzt an die Unesco weiter. Die vergibt dann eine grüne, gelbe oder rote Karte. Grün heißt, dass sich der Park weiterentwickelt hat und sich weiter Unesco-Geopark nennen. Bei der gelben Karte muss nachgebessert werden, bei einer roten Karte scheidet der Park aus dem Unesco-Netzwerk aus. Beim Geopark Schwäbische Alb hofft man auf Grün – und verweist auf die Fortschritte im Vergleich zur letzten Überprüfung. So sind neue Geopark-Infostellen entstanden. Zu ihnen zählt auch die geologische Sammlung im Ehinger Museum.

Der Geopark Schwäbische Alb hat das Ziel, das geologische und archäologische Erbe der Region zu vermitteln. Zehn Landkreise der Alb, der Tourismusverband, der Landes-Industrieverband Steine und Erden arbeiten mit. Die Geschäftsstelle des Geoparks befindet sich im Alten Lager in Münsingen. Seit dem vergangenen Jahr ist auch die Stadt Schelklingen als eine von wenigen Kommunen Mitglied im Geopark-Verein. Es ist einiges beabsichtigt in Schelklingen: So soll eine Infostelle Geopark eingerichtet werden – und zwar im geplanten neuen Infozentrum am Hohlen Fels. So genannte Geo-Trails sollen Besuchern die Kalk- und Zementgeschichte in Schelklingen oder die Gesteinsformationen der Molasse auf dem Hochsträß näher bringen. Bei Springen soll außerdem ein Fossilien-Klopfplatz für Hobby-Forscher eingerichtet werden, Winfried Hanold hatte die Idee dazu.

Seit 2015 trägt ist das Gebiet „Unesco Global Geopark Schwäbische Alb“. Jetzt hat auch die neue Landesregierung eine Unterstützung des Geoparks in den den Koalitionsvertrag aufgenommen. Das Siegel wird übrigens unabhängig vom Status Unesco-Weltkulturerbe vergeben. Der Schelklinger Hohle Fels steht ja vor der Anerkennung als solch ein Weltkulturerbe. Die Entscheidung fällt im Juli bei der Unesco-Tagung in Krakau.

Auf einer Webseite erhalten Besucher wichtige Informationen über den Geopark. Dort sind Höhlen, Klopfplätze, Infostellen, archäologische und geologische Höhepunkte, aber auch Lehrpfade und Museen aufgeführt. Außerdem werden Tipps für geführte Touren, Rad- und Wanderstrecken, Thermal- und Mineralbäder gegeben. Nicht zuletzt ist eine Karte des gesamten Geopark-Gebiets zu finden. Die Adresse: www.geopark-alb.de

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