Überraschung bei Hauptversammlung des TSV Schelklingen - Munding macht weiter

Überraschenderweise stellte sich Heiner Munding wieder als Vorsitzender des TSV Schelklingen zur Wahl. Er will den Verein nicht im Stich lassen. Bürgermeister Knapp empfahl einen schnellen Sportheim-Verkauf.

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Heiner Munding leitet zwei weitere Jahre den TSV.  Foto: 

Die "Klippe überwinden und in ruhigeres Fahrwasser kommen" - die Worte des Vorsitzenden des TSV Schelklingen, Heiner Munding, trafen Situation und Stimmung bei der Jahreshauptversammlung. Munding betonte zu Beginn, dass es seit 59 Jahren das erste Mal sei, dass eine Generalversammlung nicht im Sportheim stattfinde. Die Mitglieder trafen sich am Freitagabend im Gasthaus "Krone", um über die prekäre Lage des TSV zu sprechen.

Mit Spannung wurde die Wahl des Vorstandes erwartet. Bürgermeister Michael Knapp leitete die Wahl. Es meldete sich aber zunächst niemand für die Position des ersten Vorsitzenden. Nach einer kurzen, aber deutlichen Stille, erklärte Heiner Munding, dass er erneut dazu bereit sei, für die nächsten zwei Jahre die Leitung des Vereins zu übernehmen. Munding sagte in einer kurzen Ansprache, dass er sich nicht imstande sehe, in solch schwierigen Zeiten den TSV im Stich zu lassen.

Vereinsmitglied Elisabeth Schade äußerte sich glücklich über die Wahl Mundings. Eine Änderung im TSV-Vorstand gibt es nun nur beim Posten des zweiten Vorsitzenden. Gerald Molz trat aus privaten Gründen zurück. Ute Lenz bleibt Schriftführerin, Cornelia Eisele ließ sich trotz Abwesenheit als Kassiererin wählen. Joachim Langmesser und Hans Dubb bleiben als Kassenprüfer tätig.

Munding machte deutlich, dass dem gesamten Vorstandsteam der Verein sehr am Herzen liege. Keiner wolle den Verein im Stich lassen. Bewerber für ein Vorstandsamt hatte es bis zum Freitagabend nicht gegeben. Das Amt des zweiten Vorsitzenden soll in einer außerordentlichen Sitzung neu besetzt werden, da man erst jemanden überzeugen müsse. "Bisher waren immer alle Posten besetzt", so Munding über die verzwickte Situation. Am Ende der Wahlen setzte ein kurzer, aber deutlicher Applaus ein.

Die schwierige Situation die immer wieder angesprochen wurde, besteht vor allem aus dem finanziellen Minus des letzten Jahres. Mittlerweile beläuft sich das Defizit auf ungefähr 85 000 Euro, was im Besonderen an der Renovierung des Sportheims liegt. Die acht Abteilungen des TSV seien bemüht, bestmöglichst zu sparen, so Munding. Um dem immer größer werdenden Minus entgegenzuwirken, wurde unter Punkt acht der Hauptversammlung eine Beitragserhöhung vorgeschlagen und beraten. Einwände gab es keine, nur entbrannte eine Diskussion über den Familienbeitrag.

Die anwesenden Mitglieder waren sich uneinig darüber, ob ein Familienmitglied über 18 Jahren noch zur Familie zählt oder selbst zahlen muss. Letztlich kam man überein, dass ab 18 Jahren jedes Mitglied dazu verpflichtet sei, selbst zu zahlen und nicht mehr den Familienrabatt erhalte. Zudem wurde über eine Überprüfung des EDV-Systems beraten, da man nicht sicher sein könne, dass alle ehemals minderjährigen Mitglieder ab ihrem 18 Lebensjahr vom System als Erwachsene eingestuft werden.

Die Neuverpachtung des Sportheims erwies sich dem Anschein nach als Fehler. Das Heim wurde in den letzten Jahren saniert, warf aber seit September 2012 keinen Gewinn ab. Der TSV ist nun auf der Suche nach einem Interessenten, wobei Munding wiederholt betonte, dass der Verkauf des Sportheims noch "nicht in trockenen Tüchern" ist. Die Vorstandschaft wünsche sich zudem einen Käufer, der dort Gastronomie betreibt, damit das Heim weiterhin als Treffpunkt diene. Bürgermeister Knapp hingegen riet dem Verein, das Sportheim schnellstmöglichst zu verkaufen. Knapp schlug auch vor, den TSV mit einem Verein aus den Ortsteilen zusammenzulegen. "Die Schulden im Wert von 85 000 Euro müssen dringend getilgt werden." Eine Beitragerhöhung sei nicht die einzige Lösung. Außerdem machte Knapp deutlich, dass die Stadt Schelklingen extremen Einsparungen unterworfen sein wird und er keine finanzielle Hilfe anbieten könne. Heiner Munding dankte dem Bürgermeister für seine offenen Worte und entgegnete: "Wir können ihnen auch nicht helfen."

Die geplanten Ehrungen des Vereins wurden auf Herbst verschoben und sollen dann in großer Form gemacht werden. Der Verein werde zudem weiterhin versuchen der "Bevölkerung ein breites Spektrum an Sport zu ermöglichen, sagte Munding. Laut Angaben des Vorsitzenden beläuft sich die Mitgliederzahl des TSV auf 777. Zum Abschluss der Versammlung wurden durch ein Mitglied des FV Schelklingen/Hausen die Satzungsänderungen des Fußballvereins erklärt. Es handelte sich um 25 Paragraphen, unter anderem wurde in der neuen Satzung von DM auf Euro umgestellt. Die Mitglieder des TSV stimmten diesen Änderungen zu.

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