Tag des offenen Klosters gewährt Blicke hinter die Klostermauern

Beim ersten "Tag des offenen Klosters", der verbunden war mit dem Profess-Jubiläum zahlreicher Schwestern, feierten die Vinzentinerinnen in Untermarchtal ein eindrucksvolles Fest des Glaubens.

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Generaloberin Schwester Lintrud (links) freut sich mit Schwester Helia über deren 50-jähriges Profess-Jubiläum. Sie ist eine der 26 Jubilarinnen - und vielen Menschen in der Region als gute Seele des Untermarchtaler Klosterladens bekannt.  Foto: 

"Weshalb sind sie ins Kloster gegangen?", "Wie leben die Schwestern im Alltag und welche Berufe üben sie aus?" oder "Weshalb sollte es gerade der Orden des Heiligen Vinzenz von Paul sein?" - solche Fragen stellten die Besucher beim ersten "Tag des offenen Klosters" im Mutterhaus der Vinzentinerinnen in Untermarchtal - und sie bekamen auch die Antworten darauf. Dies berichtet Schwester Katharina Maria, die mit den Gästen am Samstag unterwegs war. Etwa 100 Besucher nutzten über den Tag verteilt die Gelegenheit, mal hinter die Klostermauern zu schauen, die ja in Untermarchtal traditionell sehr durchlässig sind. Das offene Kloster ist dort Normalität. Die Gäste kamen bis aus Tübingen und Saulgau, aber auch aus Rechtenstein und Untermarchtal.

"Dieser Tag heute war ein schönes Fest des Glaubens und der Tag des offenen Klosters ist auf jeden Fall eine gute Idee", ziehen Generaloberin Schwester Lintrud und Schwester Elisabeth ein positives Resümee. Den Menschen Augenblicke des Klosterlebens zu bieten, wecke Interesse für religiöse Themen und den gelebten Glauben. Die Besucher hatten nicht nur Gelegenheit, bei einer Führung die Vinzenzkirche zu besichtigen, sich an den blühenden Anlagen zu erfreuen, sondern sie informierten sich auch mit einem Film über die Missionsarbeit des Ordens in Tansania.

Am Vormittag war der Festgottesdienst in der Vinzenzkirche zu Ehren der 26 Jubilarinnen ein bewegendes Erlebnis. Die Schwestern feierten im Mutterhaus in Untermarchtal ihr Profess-Jubiläum, und das war ein großes Ereignis für den Orden, aber auch für die Angehörigen sowie den Freundes- und Bekanntenkreis. Die fast 92-jährige Schwester Bernardia ist zum Beispiel seit 65 Jahren Ordensfrau und war die meiste Zeit ihres Klosterlebens im Krankenhaus in Horb in der Küche beschäftigt. Weitere zwölf Schwestern sind seit 60, elf seit 50 und zwei seit 25 Jahren im Orden. Zu den 50er-Jubilarinnen gehört auch Schwestern Helia, die vielen Menschen in der Region als gute Seele des Untermarchtaler Klosterladens bekannt ist.

Weihbischof Thomas Maria Renz feierte mit den Schwestern und den vielen Gästen Eucharistie unter den Leitworten "Berufen, um zu dienen" und "Leben, um zu lieben", ganz wie es der Ordensgründer Vinzenz von Paul vorgelebt hat. Heute noch folgt der Orden seinem Credo "Liebe sei Tat", und danach leben und handeln die Vinzentinerinnen als Barmherzige Schwestern. Eindrucksvoll verlief die Premiere der neu einstudierten Vinzenz-Messe durch den Schwesternchor; der schöne Gesang war ein Glanzlicht im Gottesdienst. Schwester Elisabeth als Chorleiterin und Organistin sowie die 28 Sängerinnen gestalteten einen schönen Rahmen für das insgesamt bewegende Profess-Jubiläum.

Nach dem Gottesdienst klappte die logistische Herausforderung der Klosterküche, pünktlich 500 Essen an verschiedene Örtlichkeiten zu servieren, so viele Gäste hielten sich um die Mittagszeit dort auf. "Alle Speisesäle waren voll besetzt, wir brauchten sogar die Gemeindehalle und unsere Scheune für die Bewirtung, doch alles ging gut über die Bühne" - eine Erleichterung für Generaloberin Lintrud und das ganze Organisationsteam. Am Nachmittag folgte eine feierliche Vesper und mit dem gemeinsamen Abendessen klang der ereignisreiche Tag im Kloster Untermarchtal aus.

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