Steinewerfer attackiert mindestens 15 Autofahrer im Raum Ehingen

Aus einem fahrenden Wagen heraus sind am Samstag fünf Autofahrer in der Region mit Steinen attackiert worden. Verletzt wurde niemand. Mindestens zehn weitere Fälle gehen auf das Konto des Täters.

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Ein faustgroßer Stein hat am Donnerstag gegen 21.40 Uhr bei Laupheim die Windschutzscheibe eines Pkw durchschlagen. Dabei wurde die Beifahrerin am Kopf verletzt.  Foto: 

Erneut hat der Steinewerfer am Samstagabend in der Region zugeschlagen. Zwischen 19 und 21.30 Uhr griff er fünf Autofahrer mit faustgroßen Kieselsteinen an. Er habe damit auf die Windschutzscheiben der Fahrzeuge gezielt, sagte Polizeisprecher Uwe Krause auf Anfrage. Seit dem 27. März sind bis jetzt insgesamt 15 solcher Fälle in der Region gemeldet worden, die Polizei spricht von einer Serie. Bis auf eine 17-Jährige, die der Stein am Kopf traf, wurden keine Menschen verletzt.

Vier der Angriffe am Samstag geschahen auf der Bundesstraße 492 zwischen Allmendingen und Ehingen, ein weiteres Auto wurde auf der Bundesstraße 311 zwischen Erbach und Ehingen von einem Stein getroffen. Die Windschutzscheiben dreier Fahrzeuge splitterten, bei zwei Autos wurden Kotflügel und Außenspiegel beschädigt. Die Autofahrer seien durch Medienberichte über den Steinewerfer sensibilisiert worden und hätten sich nach den Attacken sofort bei der Polizei gemeldet. Übereinstimmend sagten die Betroffenen aus, dass der Stein aus dem Gegenverkehr heraus auf sie geworfen worden sei. Fieberhaft fahndet die Polizei nach dem gefährlichen Täter. Durch Hinweise und Zeugenaussagen habe sie inzwischen "sehr konkrete Ermittlungsansätze". Es gibt Fahrzeug- oder Personenbeschreibungen. Mehr könne er nicht öffentlich machen, sagt Krause. "Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren".

Beim Polizeipräsidium Ulm herrschte am Samstag Alarmstimmung. "Wir sind im Ehinger Raum verstärkt Streife gefahren, um schnell zur Stelle zu sein." Als die erste Meldung einging, wurden weitere Streifen aus Ulm und Biberach nachgezogen. Aufgrund der örtlichen und zeitlichen Abfolge der Angriffe sei es möglich, dass sie alle auf das Konto eines Täters gehen, erklärt der Ulmer Polizeisprecher. Denkbar sei aber auch eine Gruppe, die mit mehreren Fahrzeugen unterwegs ist. Bei den Angriffen wurden immer ähnliche Steine verwendet. Es handle sich um gängiges Kiesmaterial, sagt Krause. Die Polizei untersucht derzeit, wo in der Region gehäuft solche Steine gelagert werden oder am Straßenrand liegen. Inzwischen zeigt sich bei der Vorgehensweise des Täters ein Muster: Der Steinewerfer ist überwiegend im Raum Ehingen unterwegs, vornehmlich in den Abendstunden zwischen 21 und 23 Uhr, sagte Krause. Auffällig ist auch, dass er zwischen den Angriffen offenbar einen Tag Pause einlegt. So habe es am Dienstag, 1. April, Vorfälle gegeben: Drei Autofahrer meldeten sich bei der Polizei, die vom Steinewerfer auf der B 311 bei Öpfingen, auf der B 492 zwischen Ehingen und Allmendingen sowie auf der L 259 zwischen Laupheim und Rißtissen attackiert wurden.

Am Mittwoch war Pause, dann schlug er am Donnerstagabend drei Mal bei Ehingen und bei Laupheim zu. Kurz nach 21 Uhr wurde auf der B 311 in Ehingen auf Höhe eines Möbelhauses die Windschutzscheibe eines Autos von einem Stein durchschlagen. In einem Auto, das gegen 21.40 Uhr auf der L 265 bei Achstetten fuhr, wurde eine 17-Jährige Beifahrerin von dem Stein am Kopf getroffen und mittelschwer verletzt. Die Kripo ermittelt wegen eines versuchten Tötungsdelikts. Kurz darauf traf ein Stein einen weiteren Pkw, der in Richtung Laupheim fuhr. Weitere vier Fälle waren der Polizei seit 27. März im Bereich der B 311 bei Donaurieden und Erbach sowie auf der B 492 zwischen Ehingen und Allmendingen gemeldet worden.

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Kommentare

08.04.2014 10:32 Uhr

Öko-Autohasser? Jedenfalls: Spinner!! Und Verbrecher! - Gegenmittel: Auto-Kamera!

Das ist kein Spass mehr, das ist versuchter Mord!

Man fragt sich schon, ob bei den vielen Vorkommnissen dieser Art - in Neu-Ulm werden regelmäßig Autos beschädigt und tausende Euros Schaden angerichtet, hier werden Autofahrer mit Steinen beworfen - nicht die Öko-grüne Auto-Hass-Tirade Früchte getragen hat.
Denn nicht umsonst werden die Grünen als 'Auto-Hasser' tituliert.

Man kann nur hoffen, dass der Verbrecher bald gefunden wird.

Hoffentlich lassen sich viele Autofahrer eine Auto-Cam einbauen, eine Dashcam. Denn damit könnte vielleicht das Fahrzeug identifiziert werden.

Damit das rasch aufhört!

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