Stadträte in Schelklingen stimmen für neuen Netto

Der Technik-Ausschuss in Schelklingen spricht sich für einen neuen Discounter in der Stadt aus. Neues war auch zu leeren Geschäften in der Stadt zu erfahren.

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Christian Schulze hat die Leerstände untersucht.  Foto: 

Das war eindeutig: Alle Mitglieder des Technik- und Umweltausschusses des Schelklinger Gemeinderats stimmten am Mittwochabend der Bauvoranfrage für den Bau eines Netto-Marktes zu. Ein Unternehmen plant, wie berichtet, auf einem freien Grundstück in der Industriestraße einen neuen Markt für Netto zu bauen. Allerdings verlief die Debatte längst nicht so widerspruchslos wie das Ergebnis.

Stadtrat Heinz Zeiher (CDU), der dem Ausschuss selbst nicht angehört, meldete sich zu Wort. Schelklingen habe eben nur eine begrenzte Kaufkraft. Wenn jetzt noch ein weiterer Discount-Markt in der Stadt eröffne, sei absehbar, dass bald wieder einer schließe. Mit Lebensmittelmärkten sei Schelklingen gut versorgt. Was fehle, sei ein Drogeriemarkt. Die Stadt solle doch schauen, dass sich ein solcher Markt auf dem freien Gelände ansiedle. Er finde, dass das Thema im Gesamt-Gemeinderat besprochen gehöre.

Michael Strobl (Freie Wähler) war anderer Ansicht: Man müsse froh sein, wenn ein Unternehmen in der Stadt investiere. Durch das zusätzliche Angebot komme auch mehr Kaufkraft in die Stadt. Engelbert Heuschmid (SPD) sagte, dass es sich nur um eine Bauvoranfrage handle. Jetzt den Investor zu vertreiben halte er für überzogen. Dieser habe sicher bereits eine Marktanalyse gemacht. Thomas Tolksdorf (SPD) meinte, dass ein neuer Drogeriemarkt sicher eine gute Sache sei. Aber es sei nicht Sache der Stadträte, dies zu entscheiden. Jürgen Haas (SPD) gab zu bedenken, dass es zwar zwei Märkte für den Westteil der Stadt gebe. Aber es existiere keine Einkaufsmöglichkeit für den östlichen Teil ab der Schul- und Bahnhofsstraße. Die Bürger müssten von dort auch zu Fuß einkaufen können.

Auch Hans Merkle (Freie Wähler) betonte die Bedeutung von dezentralen Einkaufsmöglichkeiten. Kurze Wege seien für eine alternde Bevölkerung wichtig. Dass der Technik-Ausschuss die Bauvoranfrage am Ende der Debatte einstimmig befürwortete, muss nicht heißen, dass demnächst Netto in Schelklingen eröffnet. Bei den Planungen reden die übergeordneten Behörden mit. Immerhin soll der Markt nur bis zu 800 Quadratmeter Verkaufsfläche haben, was eine Genehmigung einfacher macht.

Leere Geschäfte in Schelklingen

In der anschließenden Gemeinderatssitzung war dann die Einkaufssituation erneut Thema. Der Student Christian Schulze präsentierte Ergebnisse seiner Bachelorarbeit, in der er ein mögliches Management für die leerstehenden Geschäfte in Schelklingen präsentierte. Schulze hat 18 Immobilieneigentümer aus der Stadt angeschrieben, neun davon besitzen eine leerstehende Immobilie.

Zu acht vermieteten Immobilien hat Schulz Daten erfasst: Die Größe liegt bei rund 100 Quadratmeter, der Durchschnitts-Mietpreis bei 4,20 Euro pro Quadratmeter. Meist kamen die Vermietungen über persönliche Kontakte zustande. Ein Besitzer einer leerstehenden Immobilie wäre sogar bereit, die Räume günstiger für ein Bürger- oder Jugendcafé abzugeben, berichtete Schulze.

Die Gewerbetreibenden  sehen viel Potenzial im Tourismus für die Stadt. Eine bessere Beschilderung, etwa im Stadteingangsbereich  und bei Wander- und Radwegen bis in die Stadt hinein, würde helfen. Auch eine professionelle Vermarktung der Sehenswürdigkeiten wie dem Hohlen Fels wünschen sich die Gewerbetreibenden. Gut wäre es, wenn leere Immobilien klar gekennzeichnet würden, sagte Schulze – etwa mit einheitlichen Plakaten in den Schaufenstern. Im Maklerbereich dürfe man aber nicht tätig werden, schränkte Bürgermeister Ruckh auf Nachfrage der Räte ein.

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