Stadt setzt Lidl Grenzen

Mit Auflagen versehen hat die Stadt die baurechtliche Änderung, die es Lidl erlauben soll, seinen Markt an der Münsinger Straße zu vergrößern. Der Discounter soll erweitern können, aber nur maximal zehn Prozent Non-Food-Artikel anbieten.

|
Will erweitern: Der Lidl-Markt in der Münsinger Straße in Ehingen (rechts daneben der Finkbeiner getränkemarkt und die Esso-Tankstelle)  Foto: 
Bei vier Gegenstimmen von Hubert Dangelmaier, Katrin Brosch und Sabine Jörg (Grüne) sowie Dr. Christian Rak (Freie) hat der Ehinger Gemeinderat am Donnerstag den Entwurfsbeschluss für eine Änderung des Bebauungsplans an der Münsinger Straße beschlossen. Dort will der Discounter Lidl seinen Markt von jetzt 992 Quadratmeter Verkaufsfläche um 241 auf 1233 qm erweitern. Das ist nach Angaben des Stadtbauamts eine marktübliche Größe. Um Wildwuchs zu verhindern, wie Stadtplaner Rony Budach sagte, und um Wünschen aus dem Gemeinderat Rechnung tragen zu können, wird das Verfahren jetzt als vorhabensbezogene Bebauungsplanänderung weitergeführt. Damit sei gewährleistet, dass nur der aktuell beantragte Ausbau stattfinden kann, aber nicht mehr. Dazu wird der Standort an Fischerkreuzung und Esso-Tankstelle geteilt: Ein Sondergebiet 1 für Lidl schreibt großflächigen Einzelhandel auf maximal 1260 qm Fläche vor, ein Sondergebiet 2 setzt für den bestehenden Finkbeiner-Markt die Nutzung Getränkemarkt fest.

In der Sitzung im Februar, in der der Gemeinderat nach kontroverser Debatte den Aufstellungsbeschluss gefasst hatte, war auch befürchtet worden, dass der Discounter mit seinem inzwischen erheblichen Angebot bei Textilien zu einer Konkurrenz für die Innenstadt werden könnte. Dem glaubt die Stadt nun, mit einer Beschränkung begegnen zu können: In den Festsetzungen soll vorgeschrieben werden, dass maximal zehn Prozent des Lidl-Angebots Artikel aus dem Non-Food-Bereich sein dürfen. So werde festgestellt, dass auch weiterhin der Schwerpunkt auf die Nahversorgung gelegt wird. Das müsse dann aber auch immer wieder mal überprüft werden, sagte CDU-Fraktionschef Manuel Hagel.

Die Stadt hält den Lidl-Standort an der Fischerkreuzung für vereinbar mit dem Ehinger Zentrenkonzept. Das sehen einige Gemeinderäte anders: Für Hubert Dangelmaier (Grüne) gefährdet die Lidl-Erweiterung örtliche Nahversorger, für Christian Rak ist das eine Abkehr vom 2014 beschlossenen Stadtentwicklungskonzept, das die Entwicklung des Einzelhandels auf die obere Stadt konzentrieren und die Ringstruktur mit den Fachmarktzentren an Adolffstraße und Pfisterstraße zwar stärken, aber nicht ausbauen will.

Lidl will laut Bauantrag seinen Markt zur Münsinger Straße hin vergrößern. Dort wegfallende Parkplätze sollen zur Fischerkreuzung hin neu angelegt werden. An- und umgebaut werden sollen Tiefkühlraum, Backshop mit Backvorbereitung und Pfandraum.

In der Plan-Begründung geht die Stadt davon aus, dass Lidl nach dem Umbau dort einen Umsatz von maximal 6,5 Millionen Euro im Jahr erwirtschaften kann. Die gesamte Verkaufsfläche im Ehinger Lebensmittelbereich wird – ohne Klein- und Spezialanbieter – mit 14 750 Quadratmetern angegeben; der Gesamtumsatz dieser Betriebe mit 68 bis 69 Millionen Euro im Jahr.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Naturdenkmal am Benkesberg erinnert an Munderkinger Ingenieur

Zum Gedenken an den 1887 gestorbenen, ehemaligen Vorsitzenden Guillaume Grellet pflanzte der Verschönerungsverein in Munderkingen die beliebte Sommerlinde am Benkesberg, die ein Naturdenkmal ist. weiter lesen