Spiderman-Spätzle sind der Hit

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Ein ganzes Jahr überbrückt haben die Kinder des evangelischen Kindergartens Regenbogenhaus: Weil ihr  Kindergarten umgebaut worden ist, waren sie im Gemeindehaus. Nun wird der Neubau eingeweiht, auch wenn die kleinen Betten für den Ganztagesbetrieb der Krippenkinder noch fehlen. So kann der Schlafraum für einen Adventsweg genutzt werden, der den Kindern die Weihnachtsgeschichte bis zur Geburt Jesu erzählt.

„Ansonsten sind wir so gut wie komplett“, sagt die Kindergartenleiterin Beate Kächele, die froh ist, dass die einjährige Übergangszeit im Saal des Gemeindehauses nun vorbei ist. „Das war zeitweise recht anstrengend“, meint sie im Rückblick. Umso angenehmer empfinden Kinder und Erzieherinnen jetzt den Neubau des Kindergartens, der am 2. Advent offiziell eingeweiht wird. Dazu kommt auch Dekan Frithjof Schwesig, der im Familiengottesdienst um 10 Uhr die Predigt halten wird.

Geräumig und gemütlich

„Wir erzählen eine Geschichte von zwei Häusern“, erklärt Pfarrerin Margot Lenz den Bezug des Gottesdienstes zum Wohngebiet. „In dem einen Haus geht es komfortabel zu“, sagt sie, „und in dem anderen, weniger vornehmen Haus, wird noch mit Holz geheizt.“ Als dann der Strom ausfällt, versammeln sich alle Nachbarn nach und nach in dem bescheidenen Haus und haben es gemütlich. Geräumig und gemütlich sind im umgebauten Kindergarten nun auch die Räume, die zudem für 20 Plätze im Ganztagsbetrieb ausgelegt sind. Da im Stadtgebiet die Betreuungsplätze im Ganztagsbetrieb alle belegt sind, hat Pfarrerin Margot Lenz auch keine Bedenken, dass der Kindergarten Regenbogenhaus voll werden wird.

Im Ganztagsbetrieb zählt man einen Platz für Dreijährige und zwei Plätze für Zweijährige. Aufgestockt wurde auch das Personal um 2,2 Stellen, so dass der Kindergarten Regenbogenhaus jetzt über 5,26 Stellen verfügt. Vor dem Umbau hatte der Kindergarten eineinhalb Gruppen mit etwa 30 Kindern, ab Januar rechnet Beate Kächele mit rund 40 Kindern. Im Ganztagsbetrieb werden die Kinder dann von Montag bis Donnerstag von 7 bis 17 Uhr und am Freitag bis 14 Uhr betreut. Bisher sind zwei Kinder für die Ganztagsbetreuung angemeldet.

Der Umbau für rund 650 000 Euro brachte einige räumliche Veränderungen. Die Erzieherinnen haben jetzt ein Personalzimmer und die Gruppenräume wurden um etwa 20 Quadratmeter nach außen erweitert, so dass dazwischen ein Essbereich mit Küche eingerichtet werden konnte. „Wir kochen einmal in der Woche mit allen Kindern“, sagt Beate Kächele. „Und wir kriegen es hin, dass jedes Kind nach einem Jahr auch Salat isst“. Man müsse Kindern immer wieder etwas anbieten, damit sie es irgendwann mögen, meint die Leiterin. „Das ist natürlich ein Balanceakt zwischen denjenigen Eltern, die auch daheim sehr bewusst essen und denjenigen, die auf gesunde Ernährung keinen so großen Wert legen“, weiß Beate Kächele. Zwischen diesen beiden Gruppen gehe die Schere immer weiter auf.

Regelmäßig Sprachunterricht

Beim Kochen ist eine Karotten-Kartoffelsuppe der Kindergarten-Hit, die mit oder ohne Einlage auch beim Einweihungsfest ab 11.30 Uhr serviert werden wird. Sehr beliebt seien auch Kässpätzle. Die heißen im Kindergarten allerdings Spiderman-Spätzle und sind unter diesem Namen viel beliebter. Nach wie vor gehen die Kindergartenkinder in die Turnhalle der Realschule zum Turnen und haben regelmäßig Sprachgruppen, an denen nicht nur Kinder mit Migrationshintergrund teil nehmen. In einem konfessionellen Kindergarten wird auch Wert auf die religionspädagogische Erziehung gelegt. „Die Eltern wissen, dass wir ein bis zwei Gottesdienste im Jahr haben, an denen auch möglichst alle Kinder teilnehmen sollen“, sagt Beate Kächele. Biblische Geschichten und kindgerechte Lieder gehören zum Alltag. Im Wohngebiet Wenzelstein gehen viele Kinder der ehemaligen Übersiedler aus Ex-Jugoslawien und Spätaussiedler in den Kindergarten. Im Bussardweg haben sich in letzter Zeit verstärkt türkische Familien ein Haus gekauft. Zweisprachige griechische Türken gehören ebenso zu den Kindergartenkindern wie die beiden syrischen Kinder aus der Gemeinschaftsunterkunft im Mühlweg. Alle feiern am Sonntag ihr neues Zuhause.

Programm Am Sonntag, 2. Advent feiern die Kinder um 10 Uhr im Evangelischen Gemeindezentrum einen Familiengottesdienst mit Dekan Frithjof Schwesig. Ab 11:30 Uhr steht ein Suppenbuffet bereit, später auch Kaffee und Kuchen. Es gibt eine Tombola und Liedersingen mit Josef Mantz, der seine „Quetsche“ mitbringt. Außerdem unterhält die Bläsergruppe der Stadtkapelle Ehingen.

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