Spannende Befunde in Martinskapelle

Meinrad Kopp und seine Mitarbeiter legen derzeit die barocken Ornamente im Innenraum des geistlichen Gebäudes frei.

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  • Meinrad Kopp legt vorsichtig die Secco-Malerei im Innenraum der Munderkinger Martinskapelle frei.  1/2
    Meinrad Kopp legt vorsichtig die Secco-Malerei im Innenraum der Munderkinger Martinskapelle frei. Foto: 
  • In verschiedenen Rottönen sind die Ornamente vor hunderten von Jahren gemalt worden. 2/2
    In verschiedenen Rottönen sind die Ornamente vor hunderten von Jahren gemalt worden. Foto: 
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An jeder Ecke erzählt das Bauwerk Geschichten aus der Vergangenheit, die bis ins Mittelalter zurückreichen“, berichtet Meinrad Kopp. Der Restaurationsfachmann, der mit seinen Mitarbeitern Simone Schulz, Dino Sirni und Franz Fischer bereits die Außenwände der Martinskapelle in Munderkingen freigelegt und restauriert hatte, ist nun in den Innenräumen aktiv. Dort werden die historischen Malereien immer besser sichtbar. „Es ist überraschend, wie gut und üppig die Ornamentik jetzt nach der Reinigung zu sehen ist. Das ist für uns Restauratoren sehr spannend.“

Auch Denkmalamt ist erfreut

Mit Skalpellen legen die Fachleute vorsichtig die rötlich anmutenden Farben frei, die lange unter der Kalktünche versteckt waren. Dabei handelt es sich um eine so genannte Seccomalerei, die anno dazumal auf den bereits trockenen Putz gemalt wurde. Die in verschiedenen, abgestuften Rottönen gehaltenen Schnörkel und Pflanzenornamente bezeichnet Kopp als Ton-in-Ton-Malerei, Crissaienmalerei oder auch Graumalerei. „Das sind barocke Verzierungen, die sich erstaunlich gut freilegen lassen und nun deutlich zum Vorschein kommen“, sagt der Fachmann. „Wir hatten ja nur fragmentarische Malereien erwartet“, erklärt er, wie überraschend diese Befunde sind. Auch die Mitarbeiter des Landesdenkmalschutzes, die die Restauration mitverfolgen und ab und zu vorbeikommen, seien über die neuesten Befunde erfreut.

Die Arbeiten seien nach wie vor voll im derzeiten Zeit- und Kostenrahmen, darauf achte Architektin Monika Veser auch ganz genau. Man habe den Fertigstellungstermin von Januar auf April 2018 hinausschieben können, doch dann müsse das Projekt auch wirklich abgeschlossen werden, weil es zum Großteil über das Leader-Programm finanziert wird, und für die Ausschüttung feste Regeln gelten.

„Der Hauptbrocken war ja zuvor die Dachstuhlsanierung von September bis November, und nun müssen außer der Restauration im Innenraum nur noch wenige Sachen im Keller gemacht werden“, sagt Kopp. Hinzu kämen nur noch wenige Elektroarbeiten.

Spannend seien für ihn auch die verschiedenen Befunde gewesen, die Umbauten am Gebäude erkennen lassen: So wurden Fenster und Türen der mittelalterlichen Kapelle in der Barockzeit etwa im 18. Jahrhundert abgeändert und neu positioniert. „Wie viel man davon sichtbar lässt, ist dann eine andere Frage“, sagt Meinrad Kopp. Und die muss gegebenenfalls der Kapellensanierungsverein klären.

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