Spätbus durch Taxis ersetzen - Freie Wähler wollen eine familienfreundlichere Stadt

In einer Gemeinschaftsaktion haben die Freien die Fragen der SÜDWEST PRESSE beantwortet. Sie schlagen vor, den Spätbus durch Taxis zu ersetzen, und wünschen sich eine Fußgängerbrücke über die Donau.

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Zur Belebung der Innenstadt gehören für die Freien auch Maßnahmen, die helfen, sich dort länger aufzuhalten. Sie schlagen deshalb mehr Sitzbänke vor, aber auch öffentliches Internet. Foto: Andreas Hacker

Ehingen entwickelt sich gut. Bitte nennen Sie in drei kurzen Sätzen, was aus Ihrer Sicht in den kommenden Jahren die drei dringlichsten Aufgaben sind, die jetzt angegangen werden müssten.

PETER OSTERTAG: Schnelles Internet für alle Teilgemeinden

PETER LUTZ: Folgenutzung der Schleckerzentrale in der Talstraße

PETER SCHUSTER-HESS: Nutzung des ehemaligen Schleckerareals in der Alemannenstraße

Gibt es einen Fleck in Ehingen, der Ihnen nicht gefällt und den Sie gern verschönert haben möchten?

WOLFGANG BAUMBAST: Die Altpapier- und Glascontainer beim Stadion sind ein Schandfleck, der sich negativ auf Touristen, die mit ihren Wohnmobilen dort campen, auswirkt.

Bitte vervollständigen Sie: Damit Ehingen eine familienfreundliche Stadt bleibt, sollte der neue Gemeinderat . . .

CHRISTIAN RAK: . . . die Maßnahmen der Zukunftswerkstatt familienfreundliches Ehingen aus dem Jahr 2012 umsetzen: Stadtentwicklungskonzept für eine Stadt der kurzen Wege, Radwegenetz ausbauen, Entschleunigung des Verkehrs um Kitas und Schulen, beitragsfreie Krippen- und Kindergarten-Plätze, Veranstaltungslocation für Jugendliche und anderes mehr.

In Ehingen wird bezahlbarer Wohnraum knapp. Wie soll der neue Gemeinderat darauf reagieren?

CHRISTOF KLUG: Unserer Meinung nach ist in Ehingen ausreichend Wohnraum vorhanden. Auch die bisher erschlossenen Baugebiete im Stadtgebiet und im Umland bieten genügend Möglichkeiten. Die Erstellung von Wohneigentum oder Vermietungsobjekten sollte in privater Hand blieben. Die Verwaltung sollte sich jedoch bei der Nutzung vorhandener Baulücken engagieren.

Zu den Ehinger Sorgenkindern gehört die Untere Stadt. Wo sehen Sie Ansatzpunkte zur Belebung?

WOLFGANG BAUMBAST: Eine Fachhochschule auf dem Areal der Alemannenstraße (früher Schlecker) würde die Untere Stadt enorm beleben. Von dort aus könnten Schüler und Studenten die Gaststätten und Wohnquartiere frequentieren.

Für die Längenfeldschule hat der Gemeinderat die Weichen gestellt. Was könnte zur Stärkung der Michel-Buck-Schule getan werden? Was wird aus der Werkrealschule Kirchbierlingen?

FREIE: Der demographische Wandel macht auch vor Ehingen nicht Halt. Um so wichtiger ist es, unsere Stadt elternfreundlicher zu gestalten. Die akuten Probleme lassen sich dadurch freilich nicht lösen. Es wird zu weiteren Schließungen von Schulen und Klassenzügen kommen müssen.

Was würden Sie gern ändern, wenn Sie das Geld dazu hätten? Oder anders gefragt: Wenn Geld keine Rolle spielt, welches Vorhaben würden Sie gern umsetzen?

BAUMBAST: Die Ansiedlung einer Fachhochschule oder einer Privatuniversität.

LUTZ: Den Aufkauf der Schlecker Konzernzentrale in der Talstraße und Ansiedlung von jungen innovativen Unternehmen.

Wie geht es für Sie weiter mit den Ortschaften und der Ortschaftsverfassung?

PETER MÜNCH: Die Ortschaftsverfassung ist gerade in Ehingen mit den 17 Ortsteilen ein Muss. Sie bietet - entsprechend dem Subsidiaritätsprinzip - die Möglichkeit, lokale Probleme vor Ort unter Mitwirkung der Betroffenen zu lösen. Dies ist Demokratie im besten Sinne und ist ein Mittel gegen die Politikverdrossenheit und die weit verbreitete Meinung, der Bürger habe doch nichts zu sagen.

Was kann der Gemeinderat tun, um Ehingen als Standort für Unternehmen zu stärken?

MICHAEL VÖHRINGER: Den Gewerbesteuersatz niedrig halten. Die Stadt für Familien attraktiv gestalten, weil das auch den Unternehmen einen Standortvorteil im Werben um begehrte Fachkräfte verschafft.

Wenn Sie an die Jugend denken: Gibt es in Ehingen Angebote, die Sie vermissen? Gibt es Initiativen, für die Ihre Liste steht?

OSTERTAG: Schnelles Internet.

ANDREAS SCHAUPP: Hotspots in der Innenstadt.

SIMON LUTZ: Inlinergerechte Asphaltwege.

Setzt sich Ihre Liste besondere Ziele für eine lokale Umweltpolitik in Ehingen? Wenn ja, welche?

RAK: Ökologische Nachhaltigkeit im Projekt Nachhaltige Stadt berücksichtigen (siehe nächste Frage).

Ehingen ist mit dem Projekt Nachhaltige Stadt engagiert für Klimaschutz und Energiewende. Was wären für Sie hier die nächsten Schritte?

RAK: Neben der EnBW sollten sich künftig auch Bürgerinnen und Bürger über Energiegenossenschaften stärker finanziell an Projekten beteiligen können. Die nachhaltige Quartiersentwicklung wird vorangetrieben. Ökologische Nachhaltigkeit wird im Projekt gleichwertig berücksichtigt (Flächenverbrauch reduzieren, Grünflächen in der Stadt erhalten).

Mit dem Spätbus hat Ehingen einen Versuch gestartet, die Ortschaften über den ÖPNV besser an die Kernstadt anzubinden. Wie bewerten Sie das Angebot?

ELISABETH HEIMBACH: Das Angebot ist gut, wird jedoch nicht genügend nachgefragt. Der Spätbus sollte durch Taxis ersetzt werden.

Was muss Ehingen tun, damit die Innenstadt lebendig bleibt?

FREIE: Wir brauchen Elemente in der Innenstadt, die ein Verweilen der Kunden und Besucher begünstigen.

WOLF BRZOSKA: Mehr Sitzgelegenheiten (Sitzbänke)

SCHAUPP: Hot Spots

SCHUSTER-HESS: Einschränkung der gewerblichen Nutzung der Straßenflächen in der Hauptstraße und keine weiteren Fachmarktzentren.

Wenn der Marktplatz (Volksbank) und die Sonnengasse neu gestaltet werden, was würden Sie sich an dieser Stelle wünschen?

BRZOSKA: Eine Markthalle.

Bitte vervollständigen Sie diese Sätze: Schnelles Internet ist . . .

. . . ein vitales Grundbedürfnis in einer modernen Gesellschaft und daher zur Chefsache zu erklären.

Beim Thema Freizeit in Ehingen vermissen wir . . .

BAUMBAST: . . . einen Zeltplatz für Fahrradtouristen.

BRZOSKA: Eine Fußgängerbrücke zwischen Berg und Nasgenstadt über die Donau.

SIMON LUTZ: Gut geteerte Wegstrecken für Inlineskater.

Das Kulturangebot in Ehingen ist . . .

. . . erfreulich groß und vielfältig.

Eine große Sporthalle beim Johann-Vanotti-Gymnasium . . .

. . . wird kommen.

Als Fußgänger in der Innenstadt wünschen wir uns . . .

PETER LUTZ: . . . ruckelfreie Fahrbahnen für Rollatoren.

BRZOSKA: . . . eine altengerechte und barrierefreie Verbindung (mit Ampel) vom Alten Postweg zum Friedhof

SCHAUPP: Hot Spots am Marktplatz und in der Hauptstraße.

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