Sommer-Bowlen: Klassiker, die sich großer Beliebtheit erfreuen

Fruchtig oder leicht herb, mit oder ohne Alkohol: Bowle ist das ideale Getränk für eine Sommerparty. Diätassistentin Julia Hertenberger verrät zwei Rezepte und erzählt, woher der Klassiker kommt.

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Julia Hertenberger hat in der Küche der VHS in Ehingen zwei Bowlen gezaubert. Die Apfel-Rhabarber-Bowle bekommt durch Zitronenmelisse und Rosmarin einen frischen und etwas herberen Geschmack.  Foto: 

Fruchtig-frische Sommer-Bowlen passen zu lauen Sommerabenden und Partys im Garten, zu Cocktailkleidern und mit Lampions geschmückten Bäumen. „In den 50er und 70er Jahren war es das Partygetränk überhaupt“, sagt Julia Hertenberger, Diätassistentin und Dozentin an der VHS in Ehingen. Die Erdbeer- und die Maibowle zählen inzwischen zu den Klassikern. Doch anders als vielleicht vermutet, ist das Urrezept für Bowle nicht vor ein paar Jahrzehnten, sondern vor vielen Jahrhunderten entstanden.

„Benedektinermönche waren die ersten, die sie zubereitet haben“, sagt Julia Hertenberger. Erstmals erwähnt wird die Bowle bereits im 9. Jahrhundert. Der Benediktinermönch Wandalbertus aus Prüm soll im Jahr 854 den Trunk zur Herzstärkung empfohlen haben. „Die Benedektinermönche haben Waldmeister im Wald gesammelt und mit Wein zur Bowle verarbeitet“, sagt Julia Hertenberger. Ob das Getränk den Mönchen gut getan hat, sei dahingestellt. Die Pflanze enthalte den natürlichen Stoff Cumarin, der für den typischen Waldmeistergeschmack sorgt. In zu hohen Dosen sei Cumarin jedoch giftig, sagt Hertenberger. Daher müsse Waldmeister vor der Verwendung getrocknet werden.

Heute gibt es Bowlen in vielerlei Variationen, etwa mit Rotwein oder Rum. Die beiden Bowle-Rezepte von Julia Hertenberger lassen sich gut mit heimischen Zutaten zubereiten (Zutaten und Mengenangabe siehe Extratext). Für die Apfel-Rhabarber-Bowle mit Schuss werden Äpfel gründlich gewaschen, geviertelt und vom Kerngehäuse befreit in kleine Würfel geschnitten und anschließend in ein Bowle-Gefäß gegeben. Limetten werden geputzt, geschält und geachtelt. Etwas Limettensaft wird über die Äpfel gegeben und die Limettenstücke kommen zu den Äpfeln dazu, ebenso wie Rosmarin und Zitronenmelisse. Die Zutaten werden mit Calvados übergossen, umgerührt und sollten etwa drei Stunden ziehen. Anschließend wird Rhabarbernektar hinzugefügt. Kurz vor dem Servieren gibt man Eiswürfel dazu und die Bowle wird je nach Belieben mit Wein oder Sekt angerührt. Für eine alkoholfreie Variante kann man Mineralwasser nehmen und auch den Calvados durch Apfelsaft ersetzen. Die Rosmarin gibt einen kräftigen, etwas herben Kräutergeschmack.

Mit der Beeren-Holunder-Bowle wird es fruchtig. Dazu nimmt man Himbeeren oder andere, am besten heimische Beeren. Die Grundlage für die Bowle wird, je nach Geschmack, mit grünem, weißem oder mit Früchtetee zubereitet. Dazu den Tee in einem Topf aufkochen lassen, die Beutel herausnehmen und etwas Zucker hinzufügen. Holunderblütensirup und Beeren hinzufügen, zehn Minuten lang einkochen und im Anschluss durch ein Sieb passieren und kühlstellen. „Es bietet sich an, die Bowle einen Tag vorher vorzubereiten“, sagt Julia Hertenberger. Vor dem Servieren wird der kalte Bowle-Ansatz mit Rosé-Wein gemischt oder alternativ mit Mineralwasser. Für den krönenden Abschluss kommen Eiswürfel in die Gläser. Optisch raffinierter wird es, wenn in den Eiswürfeln Minzblätter und Johannisbeeren mit eingefroren werden.

Zutaten für die Bowle
Apfel-Rhabarber-Bowle mit Schuss
2 Äpfel (Elstar oder Gala Royal)
1L Rhabarbernektar
5 Zweige Rosmarin
3 Zweige Zitronenmelisse
2 Bio-Limetten
200 ml Calvados
200 ml Apfelsaft naturtrüb
1 Flasche Sekt oder Weißwein; alternativ kann man alkoholfreien Sekt oder Mineralwasser nehmen<QA0>
Eiswürfel
Beeren-Holunder-Bowle
500 Gramm Himbeeren oder andere Beeren
6 EL Holunderblütensirup
2 Beutel Tee (nach Geschmack grüner, weißer oder Früchtetee)
500 ml Wasser
etwas brauner Zucker
1 Liter Mineralwasser mit Kohlensäure
1 Flasche Rosé-Wein für die Variante mit Alkohol
Minze und Johannisbeeren für die Eiswürfel

 

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