Solveig Senft ist Vorstandsmitglied bei Terre des Femmes

Seit Jahren engagiert sich Solveig Senft für die Rechte von Frauen und Kindern. Nun ist die Künstlerin und Lehrerin in den Vorstand der Menschenrechtsorganisation Terre des Femmes gewählt worden.

|
Solveig Senft ist im Mai in den Vorstand von Terre des Femmes gewählt worden.

Im Februar sind weltweit Menschen auf die Straßen gegangen, um für ein Ende der Gewalt gegen Frauen und Mädchen zu demonstrieren. Frauen in 206 Ländern folgten dem Aufruf der New Yorker Künstlerin Eve Ensler zur Aktion "One Billion Rising", übersetzt: Eine Milliarde erhebt sich. Zwei Monate zuvor war eine junge Medizinstudentin nach einer brutalen Gruppenvergewaltigung und Folterung in Indien gestorben. Das waren die Momente, die Solveig Senft aufgewühlt und nicht mehr losgelassen haben. "Ich wollte mich wieder engagieren", sagt die Künstlerin, Lehrerin am Johann-Vanotti-Gymnasium und Mutter eines Sohnes.

Menschenrechte waren schon immer ein Thema, das Solveig Senft am Herzen lag. "Als Studentin war ich sehr engagiert in frauen-, friedens- und kinderrechtlichen Bewegungen", sagt die 55-Jährige. "Ich wollte gezielt Frauen unterstützen - Frauen, Mütter und Kinder." Eine ihrer Stationen war die Mitarbeit bei der Zeitschrift "Der Feminist".

Seit mehr als 20 Jahren ist sie Mitglied der Organisation Terre des Femmes (TDF), die sich weltweit für Menschenrechte für Frauen einsetzt. "Ich fand, dass sie gute Arbeit machen", sagt Senft. Damals hatte sie sich als förderndes Mitglied angeschlossen. Der berufstätigen Mutter blieb keine Zeit für aktive Mitarbeit. Viele Themen seien erst durch TDF in den Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit gelangt, darunter die Beschneidung von Frauen. Damit sei der Organisation ein Anstoß für den Wandel im Denken gelungen: "Zuvor wurde die weibliche Genitalverstümmelung als kulturelle Angelegenheit angesehen, in die man nicht eingreifen darf", sagt Senft. Heute ist es anerkannt, dass es sich hierbei um Menschenrechtsverletzungen handelt. Darüber hinaus leiste die Organisation wichtige Aufklärungsarbeit. Bereits vor 20 Jahren habe Terre des Femmes etwa auf die Arbeitsbedingungen von Arbeiterinnen in Bangladesh aufmerksam gemacht.

Auch in Deutschland sei noch nicht alles im Lot: Als Kunsterzieherin kritisiert Solveig Senft etwa, dass in Baden-Württemberg in den vergangenen 20 Jahren lediglich zwei Künstlerinnen als Sternchenthema in der Abiturprüfung vorgekommen sind. "Es geht nicht nur um gleiche Löhne, sondern auch um die Kultur, die geprägt ist von Frauen und von Müttern", betont Senft. Für sie steht fest: "Gesellschaftlich ist noch einiges zu tun."

Als Terres des Femmes sie fragte, ob sie sich vorstellen kann, Mitglied im Vorstand zu werden, sei sie überrascht gewesen. Doch es war der richtige Zeitpunkt. Ihr Sohn ist mittlerweile erwachsen und Solveig Senft hat wieder mehr Zeit für ihr Engagement. Im Mai wurde sie in den Vorstand gewählt. Vor kurzem reiste sie auf Einladung des Bundespräsidenten Joachim Gauck nach Berlin. Im Schloss Bellevue fand das Bürgerfest des Bundespräsidenten statt, ein Treffen von Organisationen, die sich für soziale Belange einsetzen. Zu ihren neuen Aufgaben im ehrenamtlichen Amt zählen unter anderem Personalfragen oder die Koordination der Zusammenarbeit mit anderen Organisationen.

Das Amt sei eine Herausforderung. "Ich möchte es gut machen und man muss sich reinknien", sagt Senft. Was sie mitbringe, sei die viele Erfahrung und die Einstellung, dass Menschen sich engagieren müssen. "Es ist eine Herausforderung, der ich mich stellen will."

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ehrt Rottenackerin

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ehrt Rottenackerin. Auch Bürgermeister Karl Hauler ist in Schloss Bellevue dabei. Zur Feier kommen 70 Gäste. weiter lesen