Solostück des Landestheaters kommt bei Ehinger Achtklässlern gut an

Launisch, empfindlich und blöd im Kopf. So beschrieb die Schauspielerin Stefanie Klimkait am Dienstag im Theaterstück "Jetzt mal im Ernst" die Pubertät. Achtklässler fanden sich in dieser Beschreibung wieder.

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Die Schauspielerin Stefanie Klimkait und der Regisseur Michael Miensopust trafen mit ihrem Solostück den Nerv der jugendlichen Zuschauer. Foto: Christina Kirsch

Wie ist das, wenn man in den Falschen verknallt ist? Oder ausgerechnet von demjenigen angemacht wird, den man blöd findet? In dem Solostück "Jetzt mal im Ernst" des Kinder- und Jugendtheaters am Landestheater Tübingen erzählte die Schauspielerin Stefanie Klimkait am Dienstag in der Lindenhalle von den Leiden des Erwachsenwerdens, die zwangsläufig auch mit den Leiden am anderen Geschlecht verbunden sind. In keinem Alter ist man dermaßen den Peinlichkeiten ausgesetzt wie als Pubertierende und in keinem Alter benimmt man sich selber peinlicher.

Die fiktive Steffi in dem Solo-Stück wird von ihren Mitschülern dabei gesehen, wie sie mit Kreide ein Herz an die Wand malt, in dem "S + T " steht. Auch Timo, der im Herz Verewigte bekommt das mit. Wie kann man sich nur dermaßen blöd outen, fragt sie sich danach. "Aber die Hormone spielten eben verrückt", meinte die Darstellerin. In den Monolog über Selbstzweifel und Klassenausflüge streute die Schauspielerin Verse von William Shakespeare, der solche Verliebtheitsverwirrtheit auch schon kannte. Nur hieß das bei ihm "Verliebte und Verrückte sind von brausendem Gehirn". Zusammen mit Regisseur Michael Miensopust stand die Schauspielerin nach dem Stück noch den Schülern aus Riedlingen und Kirchbierlingen für Fragen zur Verfügung. Die Schüler zeigten sich jedoch beeindruckt, aber auch sprachlos. Man habe den Text anhand von einem Originaltagebuch einer Theaterpraktikantin entworfen, erklärte der Regisseur. In diesem Tagebuch gab es auch Empfehlungen, wie man Körpersprache seines Gegenübers zu deuten hat und bei Bedarf einen kusswütigen Jungen auf Abstand hält. In der letzten Not helfe eine große Kaugummiblase, erzählt die Steffi des Theaterstücks. "Die funktioniert wie ein Airbag". Das amüsierte die Achtklässler sichtlich. Der erste Kuss sei dann aber auch nicht weiter schlimm gewesen, meinte die Solistin.

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