Seltsames Wunder zur Weihnachtszeit

Bürgermeister Michael Knapp glaubt nicht recht mehr daran, dass der Verursacher der Staubverschmutzung in Schelklingen entdeckt wird. Ein Stadtrat spricht jetzt vom "Schelklinger Weihnachtswunder".

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Bürgermeister Michael Knapp sprach in der Sitzung des Technik- und Umweltausschusses in dieser Woche auch die jüngsten Entwicklungen in Sachen Staubverschmutzung um die Jahreswende an. Es habe in der vergangenen Woche ein Gespräch mit Vertretern von Stadt, Landkreis, Regierungspräsidium und Polizei im Rathaus wegen des Staubniederschlags gegeben (die SÜDWEST PRESSE hat ausführlich berichtet). Es sei leider so, dass sich nicht ermitteln lasse, woher der rätselhafte Staub stamme. "Das ist unbefriedigend, aber die Sachlage lässt sich nicht ändern", sagte Knapp.

Beim Punkt "Sonstiges" am Ende der Sitzung war die Staubverschmutzung dann erneut Thema. Wie es denn jetzt weitergehe, wollte Stadtrat Manfred Rechtsteiner (Pro Schelklingen) wissen. Was passiere, wenn kein Verursacher für die Staubverschmutzung ermittelt werden könne. "Stehen die geschädigten Bürger dann mit nichts da?", wollte Rechtsteiner wissen. Bürger, die eine Versicherung abgeschlossen hätten, könnten sich an diese wenden, antwortete Knapp. Die Versicherung würden sicher versuchen, jemanden zu finden, der regresspflichtig sei. Wer aber keine Versicherung habe, bleibe unter Umständen auf dem Schaden sitzen. Rechtsteiner wollte das nicht so hinnehmen. Es könne ja nicht sein, dass einfach so klebriger Staub vom Himmel falle, ohne dass es einen Verursacher gebe. "Wird das Ereignis jetzt als das Schelklinger Weihnachtswunder 2013 in die Bücher aufgenommen?", fragte er ironisch.

In einem Schreiben hat sich jetzt Dr. Roland Krieger aus Ulm an das Regierungspräsidium Tübingen gewandt. Der promovierte Chemiker war bis zum Antritt seines Ruhestands 2007 Technischer Vorstand der Uzin Utz AG. Krieger weist in seinem Schreiben darauf hin, dass das Gutachten des Landeskriminalamts (LKA) nicht zu den Analyseergebnissen passt, die Mitte Februar in der SÜDWEST PRESSE veröffentlicht wurden. Nach der damals gezeigten Analyse des Zementwerks enthielten die untersuchten Staubverkrustungen unter anderem große Mengen an Siliziumdioxid (SiO2), Aluminiumoxid (Al2O3) und Eisenoxid (Fe2O3), insgesamt über 30 Prozent dieser Stoffe, schreibt Krieger.

Nach den jüngst veröffentlichten Werten aus dem LKA-Gutachten habe es sich bei den Staubniederschlägen aber um reines Calciumcarbonat (Kalkstein) beziehungsweise um "Vorläuferprodukte" wie Branntkalk oder gelöschten Kalk gehandelt. Reines Calciumcarbonat (CaCO3) enthalte die im Februar genannten Stoffe aber nicht und schon gar nicht in diesen Mengen. "Bleibt als Schlussfolgerung nur, dass hier zwei völlig unterschiedliche Niederschlagsproben untersucht worden sind oder aber dass eine der Analysen total daneben liegt", schreibt Krieger. Dabei stelle sich auch die Frage, von wem und unter welchen Umständen die Proben gezogen wurden. Krieger bittet darum, ihm das LKA-Gutachten zeitnah zur Verfügung zu stellen.

Auch die SÜDWEST PRESSE hat beim Landeskriminalamt beantragt, das Gutachten einzusehen.

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