Seiffert besichtigt Projekte in Ehingen - Wärmenetz in Betrieb genommen

Landrat Heinz Seiffert hat am Montag gemeinsam mit OB Baumann das erweiterte Nahwärmenetz in Ehingen in Betrieb genommen. Weitere Themen: Hallenausbau, Kinderbetreuung, Internet-Versorgung.

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  • Wärme für Gebäude in der Innenstadt - Landrat Seiffert (vorne) und OB Baumann nahmen gestern das erweiterte Nahwärmenetz in Betrieb. 1/2
    Wärme für Gebäude in der Innenstadt - Landrat Seiffert (vorne) und OB Baumann nahmen gestern das erweiterte Nahwärmenetz in Betrieb. Foto: 
  • Stadtbaumeister Heinz Fiesel stellte die Pläne für die Erweiterung der Halle am Gymnasium vor. 2/2
    Stadtbaumeister Heinz Fiesel stellte die Pläne für die Erweiterung der Halle am Gymnasium vor. Foto: 
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Heimspiel für Heinz Seiffert: Der Landrat besuchte am Montag mit seinen Fachbeamten offiziell Ehingen. Er besprach mit OB Alexander Baumann und dem Team der Stadtverwaltung offene Fragen - und hatte gleich ein wichtiges Rad zu drehen. Denn Seiffert und Baumann nahmen gestern gemeinsam das erweiterte Nahwärmenetz in der Ehinger Innenstadt in Betrieb. Wie berichtet, wird von der städtischen Holzhackschnitzel-Heizanlage beim Gymnasium neben der Lindenhalle, der Schule und dem Kindergarten jetzt auch das Rathaus, die Oberschaffnei und die Kaufmännische Schule des Kreises mit Wärme versorgt. Die Leitungen dafür wurden vor kurzem verlegt. Ein weiterer Markstein auf dem Weg zur Nachhaltigen Stadt, sagte OB Baumann, und Heinz Seiffert lobte die Zusammenarbeit: "Von so einer Zusammenarbeit profitieren doch beide Seiten."

Die Chemie zwischen Ehingens Oberbürgermeister und dem Landrat stimmt - bis zum nächsten gemeinsamen Projekt hatten die beiden dann auch nicht allzu weit zu gehen. Die Sporthalle am Johann-Vanotti-Gymnasium wollen Stadt und Kreis im kommenden Jahr gemeinsam erweitern. Stadtbaumeister Heinz Fiesel stellte gestern die ersten Pläne vor. An die bestehende Halle sollen zwei weitere Teile angebaut werden. Das ehemalige Gesundheitsamt, der jetzige VHS-Treff, soll dafür abgerissen werden. In der Ehinger Innenstadt entsteht so eine neue Halle, deren Größe mit der der Längenfeldhalle vergleichbar ist. Die Erweiterung war bereits bei den ursprünglichen Planungen vorgesehen und ist deshalb relativ leicht machbar. Auf 3,6 Millionen Euro werden die Kosten für das Projekt geschätzt. Die erweiterte Halle soll auch von den den Schülern des Wirtschaftsgymnasiums und der Kaufmännischen Schule genutzt werden, dafür wird möglicherweise ein eigener Eingang geschaffen. Auch Tribünen sind im Gespräch. Seiffert sprach von einer wichtigen Entlastung für die Halle des Kreises am Weiherbach. Wer welche Kosten übernimmt, wird derzeit noch zwischen Stadt und Landkreis abgeklärt. "Wems besser geht, der zahlt mehr", scherzte der Landrat. "Aber wir werden uns sicher einig." Die Ehinger Stadträte Peter Groß (CDU) und Benedikt Maier (Grüne), die an der Tour des Landrats teilnahmen, lauschten interessiert.

Nächste Station der Besichtigung war das Kinderhaus am Rosengarten. Ehingens Sozialbürgermeister Sebastian Wolf hatte dort gute Zahlen zu vermelden. Die Nachfrage nach einer Ganztagesbetreuung in der neuen Einrichtung ist groß. Wolf geht davon aus, dass im neuen Kindergartenjahr 48 Plätze in der Einrichtung belegt sind. Einrichtungsleiterin Theresa Junginger zeigte das Kinderhaus, das am Samstag auch die Bürger in Augenschein nehmen können. Denn von 14 Uhr an lädt die neue Einrichtung zu einem Tag der offenen Tür ein. Stadtbaumeister Fiesel berichtete von den Besonderheiten des Gebäudes: Das mit einem gasbetriebenen Blockheizkraftwerk ausgestattete Haus erzeugt mehr Energie als es verbraucht. Die überschüssige Energie wird teils für die Beleuchtung genutzt, teils ins Netz eingespeist. Nur ein halbes Jahr dauerte der Bau des neuen Kinderhauses. Der Landrat nannte es eine richtige Entscheidung, den Ausbau der Kinderbetreuung den Kommunen zu überlassen. "Da gab es auch Stimmen, die sagten, die schaffen das nicht und verwenden das Geld für andere Dinge", sagte Seiffert. An so Beispielen wie dem neuen Ehinger Kinderhaus werde aber sichtbar, dass die Sache bei den Kommunen in der richtigen Hand sei.

Nächster Halt der Landrats-Tour war Dächingen. Dort warten die Ortsvorsteher Alfons Köhler, Wolfgang Kopp und Peter Münch sowie Emil Renner und Otto Rechtsteiner im Biosphären-Informationszentrum auf Seiffert. Der lobte die Weitsicht der Bürger auf der Ehinger Alb. "Es gab ja damals große Ängste wegen des Biosphärengebiets", sagte Seiffert. "Viele hatten Befürchtungen, in der Land- oder Forstwirtschaft noch stärker eingeschränkt zu werden." Doch in Ehingen seien die Chancen größer als die Risiken eingeschätzt worden - zu Recht, wie sich heute zeige. "Heute würden Orte ganz in der Nähe gerne dabei sein, die sich damals dagegen ausgesprochen haben", sagte Seiffert. Die Orte würden jetzt auch gerne mit dem Biosphärengebiet werben.

Im Landgasthof "Köhlers Krone" berichtete zum Schluss Landrat-Stellvertreter Heiner Scheffold über die Versorgung mit schnellen Internet-Verbindungen. Dem von ihm geleiteteten neuen Verein "Förderung neuer Medien und Technologien im ländlichen Raum" gehören schon 142 Mitglieder an, meist Städte und Gemeinden aus zwölf Landkreisen. Gemeinsam soll der Ausbau der Region mit leistungsfähigen Glasfaserkabeln vorangetrieben werden. Bis in zwei Monaten soll eine Analyse der derzeitigen Situation vorliegen. Zudem soll der Verbund eine "kommunale Anstalt öffentlichen Rechts" werden. Das sei eine freiere Form als ein Zweckverband, sagte Scheffold. Auch für die Ehinger Alb soll der Kommunalverband dann Möglichkeiten für ein leistungsfähiges Datennetz finden - vorstellbar sei etwa, so Scheffold, eine Lösung gemeinsam mit Allmendinger Teilorten.

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