Schule in Bewegung: Zehn Jahre "Fitte Kinder, helle Köpfe"

Die Erbstetter Grundschule war die erste in der Region, die an der Ausschreibung des Kultusministeriums "Fitte Kinder, helle Köpfe" teilnahm. Zehn Jahre ist das her und Anlass für ein bewegtes Fest.

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Wiebke Fischer freut sich: Seit zehn Jahren hat sie "Fitte Kinder, helle Köpfe" an ihrer Schule.  Foto: 

Natur pur, so weit das Auge sieht, ein Kletterturm, ein riesiger Sandkasten, der auch im Winter viel benutzt wird, Sportplatz, Schwimmbad . . . "Wer, wenn nicht wir", sagt Wiebke Fischer, die Leiterin der Grundschule Erbstetten mit Außenstelle in Frankenhofen. Wer, wenn nicht diese Grundschule ist dafür prädestiniert, das Thema Bewegung zum Schulschwerpunkt zu machen.

Ende 2003 wurde die Grundschule dafür vom Kultusministerium mit einem Gütesiegel ausgezeichnet, weil sie als eine von zehn im Schulamtsbezirk Ulm an der Ausschreibung "Fitte Kinder, helle Köpfe" teilgenommen hatte - als einzige im Raum Ehingen. "Mittlerweile haben noch ein paar andere Schulen nachgezogen", weiß Fischer. Aber damals lobte Schulrat Wilhelm Hitzler die Einrichtung noch als Vorreiter. Und als Vorbild.

Dass dies keine Vorschusslorbeeren waren, will die Grundschule am Donnerstag, 13. Februar, mit einem kleinen Fest beweisen, bei dem es von 9 Uhr an auch sportliche Vorführungen geben wird und die Schule "10 Jahre Gütesiegel" feiert.

Allerorten wird beklagt, dass sich Kinder heutzutage zu wenig bewegen, mit dem Auto quasi bis ins Klassenzimmer gefahren werden. Ehingen macht deshalb nun am Projekt "Bewegte Kommune - Kinder" mit (wir berichteten). Doch die Erbstetter und Frankenhofener Grundschüler haben längst verinnerlicht, wofür andere sich erst wieder öffnen müssen: "Man merkt einen Unterschied gegenüber der Fitness vor zehn Jahren. Unsere Schüler haben jetzt mehr Ausdauer - und Geschicklichkeit sowie Reaktionsvermögen", schildert Fischer, die früher Leistungssportlerin war und das Thema gleich zu Beginn ihrer Amtszeit in Erbstetten auf die Agenda setzte. Spaß an der Bewegung müsse einfach zum Lebensmotto werden.

Auf vielfältige Weise setzt die Schule das im Alltag um. Da lernen die Schüler beispielsweise das Lied vom Schneemann, indem sie ihn nachmachen, wie er langsam dahinschmilzt, und gehen beim Singen auch allmählich zu Boden. Oder die Erst- und Zweitklässler wandern mal eben über Granheim nach Dächingen und zurück - rund acht Kilometer. Montagnachmittags steht immer für alle Wandern auf dem Programm, doch dass mal jemand murrt, sei sehr selten. "Wenn ich etwas mit Begeisterung tue, machen es die Kinder auch mit Begeisterung", ist Fischer überzeugt.

Die drei wöchentlichen Schulsportstunden sind heilig, "da fällt nichts aus"; Ausflugsziele sind für Erst- und Zweitklässler nur zu Fuß zu erreichen, alle Schüler, nicht nur die älteren, wie andernorts, erhalten Schwimmunterricht - und zwar 160 Stunden pro Jahr. Zudem gibt es in jeder Schulstunde einen Bewegungsbaustein, beispielsweise in Deutsch ein Laufdiktat oder das Auswendiglernen von Gedichten im Gehen, und im Morgenkreis finden sportliche Spiele statt. In der Pause stehen Pedalos, Hüpfseile, Stelzen, Kletterturm und mehr zum Austoben zur Verfügung. Außerdem nimmt die Schule an den Bundesjugendspielen, dem Schulcup (Turnen), dem Rope-Skipping-Tag der Herzsportstiftung und Fußballspielen teil, macht Sportabzeichen und kooperiert mit dem Tennisverein.

Irgendwie naheliegend, dass keiner der 60 Schüler zur Schule oder zur Schulbus-Haltestelle gefahren wird. Auch mit Übergewicht müssen sie sich nicht herumschlagen. 90 Prozent sind laut Fischer in einem Sportverein, ebenso viele im Musikverein, hinzu kommt der zweite Schulschwerpunkt "gesunde Ernährung". Alles zusammen sei eine runde Sache für Körper, Geist und Seele. Passend dazu gibt es dann noch die tägliche Hausaufgabe, die da lautet: Ab in die Natur!

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