Schützen lassen es krachen

Mit mehr als 200 Gästen hat die Schützengilde Rottenacker ihren 50er gefeiert. Nach kleinen Anfängen hat der Verein 140 Mitglieder, moderne Schießanlagen, ein Schützenhaus, und sportliche Erfolge reichen bis zur Deutschen Meisterschaft.

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  • Die Schützengilde Rottenacker hat treue Mitglieder, wie die Ehrungen zum 50-jährigen Bestehen zeigten. Fotos: Doris Moser 1/3
    Die Schützengilde Rottenacker hat treue Mitglieder, wie die Ehrungen zum 50-jährigen Bestehen zeigten. Fotos: Doris Moser Foto: 
  • Feuerwehrkommandant Gerd Grötzinger (im linken Bild rechts) und TSG-Vorsitzender Karl Dimaczek rollen den Waffenschrank als Jubiläumsgeschenk der örtlichen Vereine durch den Saal. Oberschützenmeister Horst Brucker (rechts) überreicht seinem Hundersinger Kollegen Markus Heitele eine handbemalte Scheibe, die er sich beim Jubiläumsschießen gesichert hat. 2/3
    Feuerwehrkommandant Gerd Grötzinger (im linken Bild rechts) und TSG-Vorsitzender Karl Dimaczek rollen den Waffenschrank als Jubiläumsgeschenk der örtlichen Vereine durch den Saal. Oberschützenmeister Horst Brucker (rechts) überreicht seinem Hundersinger Kollegen Markus Heitele eine handbemalte Scheibe, die er sich beim Jubiläumsschießen gesichert hat. Foto: 
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Seit fünf Jahrzehnten bewegt sich die Schützengilde Rottenacker auf den Spuren von Wilhelm Tell, und so ging am Samstag in der Turn- und Festhalle ein unterhaltsames Jubiläumsfest über die Bühne, das die Böllerschützen aus Berg lautstark und mit Pulverdampf eröffneten und das mit einem farbenprächtigen Feuerwerk von Gerhard Bäurle seinen Glanzpunkt fand. Dazwischen gab es wohltuend kurze Reden, Geschenke und Ehrungen. Zunächst blendete der Vereinsvorsitzende Horst Brucker zurück auf 50 Jahre Schießsport. Im Gasthaus Hecht gründeten eine Handvoll Männer den Verein und begannen im dortigen Saal mit den Schießübungen. Ein Jahr später zogen 17 Schützen in die leer stehenden Baracken in der Zeppelinstraße um, und 1975 erwarb der Verein das Männerwohnheim der Firma Adolf in Ehingen und baute es in viel Eigenleistung am Weihergraben wieder auf als Schützenhaus. Ständig wurde dann gebaut, erweitert und modernisiert.

Die ersten Vereinsmeisterschaften wurden mit dem Luftgewehr geschossen, seit 40 Jahren gehören Kleinkalibergewehr und Sportpistole mit dazu. Seit 1988 gibt es das Königschießen und aktuell ist mit Luzia Mohr zum dritten Mal eine Frau Schützenkönigin. Herausragende Erfolge erzielten die "Pistoleros von Rottenacker". 1995 wurde Gerhard Bäurle mit der Sportpistole Deutscher Meister, 2006 belegte eine Pistolenmannschaft bei den Landesmeisterschaften den sechsten Platz. Seit 2014 bietet die Schützengilde auch Bogenschießen an und beteiligt sich mit dieser Disziplin an der Aktion "Schule und Verein". Aktuell sind sechs Mannschaften aktiv in den Sparten Perkussionsgewehr, Luftpistole, Sportpistole und Gebrauchspistolen. All dies könne nur gelingen in einer guten Gemeinschaft und Kameradschaft, gab Oberschützenmeister Brucker zu bedenken. Beides werde seit der Gründung des Vereins gepflegt unter den Vorsitzenden Fritz Unsöld, Elmar Reuter, Hans Wagner, Wolfgang Kondzialka und Hermann Müllerschön, auch aktuell sei das Vereinsleben im Lot.

Dies bekräftigte Bürgermeister Karl Hauler, der eine hervorragende Vereinsarbeit bescheinigte und vor allem Horst Brucker als unermüdlichen Organisator und Motivator lobte. Seit dem 13. Jahrhundert pflegen die Schützenvereine Tradition und Brauchtum, und die Schützen stehen zu Unrecht als potentielle Amokläufer am Pranger, ihre Sportart sei mit hohen Anforderungen und bürokratischen Hürden belastet. Hauler hatte in der Chronik nachgelesen, dass der Gemeinderat 1967 über einen Antrag der Schützengilde auf 50 DM Zuschuss diskutierte und diesen zuerst abgelehnt, dann aber doch gebilligt hatte. Nun überbrachte der Bürgermeister mit 500 Euro in etwa den 20-fachen Betrag als Jubiläumsgabe.

Sportkreis-Präsident Georg Steinle übermittelte die Glückwünsche der 285 Vereine im Kreis und nannte einen sicheren Stand, ein gutes Auge und eine ruhige Hand, was Schützen ja brauchen, zugleich wichtige Attribute für ein erfülltes Leben. Die Schützen pflegen die Tradition, seien aber auch am Puls der Zeit, und der Schießsport könne bis ins Alter ausgeübt werden, sei aber auch für junge Menschen interessant. Somit sah er den Jubiläumsverein auf einem guten Weg. Der Scheck der Gemeinde und des Sportkreises soll der Jugendarbeit dienen, erklärte Horst Brucker.

Präsente überbrachte Kreisoberschützenmeister Sylvestre Roth vom Deutschen und Baden-Württembergischen Schützenverband wie auch vom Schützenkreis Ehingen und lobte die rührige, erfolgreiche Vereinsarbeit der Schützengilde. Auch die Schützenkameraden aus Haidgau und Berg gratulierten. Die örtlichen Vereine hatten sich für ein originelles und zugleich sinnvolles Geschenk entschieden und rollten einen Waffenschrank durch den Saal, zur Erheiterung des Publikums. Mit Schützenkönigin Luzia Mohr eröffnete Oberschützenmeister Horst Brucker nach dem lautstarken und farbenprächtigen Feuerwerk den Jubiläumstanz zur Musik der Band "Time Square".

Zwei neue Ehrenmitglieder in der Rottenacker Schützengilde

Gründer Horst Braungardt und Hermann Holl waren vor fünf Jahrzehnten bei der Gründung der Schützengilde Rottenacker dabei und sie wurden jetzt per Urkunde zu Ehrenmitgliedern ernannt. Für 40 Jahre Treue wurden Matthias Hugger, Fritz Breymaier, Anton Fischer und Wolfgang Schwarzer vom Württembergischen und Deutschen Schützenverband mit der goldenen Ehrennadel ausgezeichnet. Nach 20 Jahren im Verein überbrachte Kreisoberschützenmeister Sylvestre Roth die silberne Auszeichnung für Sonja Fuchs, Günter Hertlich, Klaus Peter Sauter, Stefan Stoll und Michael Stoll. Silber ging nach zehn Jahren an Kevin Storrer und Christian Wölfle. Ausgezeichnet wurde auch der Gewinner des Jubiläumsschießens. Oberschützenmeister Markus Heitele aus Hundersingen hatte mit einem 76,4-Teiler den perfekten Schuss platziert und sicherte sich damit die handbemalte Scheibe, die das Schützenhaus Rottenacker aus der Vogelperspektive zeigt. mo

SWP

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