Schüler des Johann-Vanotti-Gymnasiums diskutiert über die Wahl ab 16

Die 10c des Johann-Vanotti-Gymnasiums hat sich mit dem Pro und Contra "Wählen ab 16" befasst und vertrat am Dienstag bei einer Podiumsdiskussion Positionen zum Wahlrecht ab 16 Jahren.

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    Schüler des Johann-Vanotti-Gymnasiums diskutierten über die anstehende Kommunalwahl. Foto: Christina Kirsch
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Ältere Bürger würden gelegentlich sagen, dass 16-Jährige noch nicht wählen sollen. Sie seien viel zu sehr beeinflussbar. Diese Erfahrung machten Schüler der 10c des Johann-Vanotti-Gymnasiums, die sich im Gemeinschaftskundeunterricht mit dem Wahlalter ab 16 befassten. Am Dienstag trugen die Schüler, von denen die Mehrheit am Sonntag das erste Mal den Wahlzettel ausfüllt, die Argumente für und gegen eine Wahl ab 16 vor. "Informiertheit hängt nicht vom Alter ab", meinte Anna-Sophie, die damit für die Mehrheit der Mitschüler sprach, die sich in Flyern, Zeitung, Internet und bei Bekannten über die Parteien informiert hatten. Die Ausrede "keine Zeit" ließen die Schüler nicht gelten. "Man kann sich schon mal zehn Minuten Zeit nehmen, um sich zu informieren", argumentierte Carmen. Alexandra sah das allerdings realistisch. "In unserer Klasse gibt es keine Handvoll, die so einen Flyer in die Hand nimmt", schätzte das Mädchen. Alexandra bedauerte, dass sie "wegen zwei Wochen" am Sonntag nicht wählen darf. "Meine Eltern haben mich mal zu so einer Wahlveranstaltung mitgeschleppt", sagte sie, "das war ganz beeindruckend." Bei solchen kommunalen Informationsveranstaltungen merke man auch, dass es um Dinge geht, die einen unmittelbar betreffen. "In Allmendingen ist es das Freibad, um das es immer wieder geht", wusste Alexandra. "Sportplatzbau und Schule gehen uns auch unmittelbar an", meinte Anna-Sophie. Valerie kommt aus Griesingen und geht in die Sporthalle zum Tanzen. Der Hallenanbau interessiert sie. Daniel wusste, dass der Skaterplatz ein kommunales Projekt ist. "Wenn man ab 16 wählen gehen darf, fühlt man sich ernst genommen", erklärte Lili.

Die Schüler führten auch Gegenargumente an, die sie persönlich nicht unbedingt vertraten. Jugendliche seien zu sehr beeinflussbar und würden nach Vorlieben wählen, war ein Gegenargument, das Marija vertrat. Doch gegenüber den Pro-Stimmen ging diese Stimme ziemlich unter. "Ich finde, man muss das Mitbestimmungsrecht nutzen", sagte Lili. Wenn in der Schule politische Themen behandelt würden, "dann will man das an der Wahlurne auch umsetzen und nicht bis 18 warten", erläuterte Carmen. "Wenn man was will, muss man dafür einstehen", fasste die Schülersprecherin Elisabeth zusammen. Aber ist das Panaschieren und Kumulieren nicht abschreckend kompliziert? "Nein, das ist auf den Unterlagen gut erklärt", hat Ingrid schon gesehen.

Trotz ihrer guten Informationen und Wissenslage ist die Gemeinderatsarbeit für die Jugendlichen unbekanntes Terrain. Noch keiner war jemals in einer Gemeinderatssitzung. Aber es gibt einige Wünsche, die die Jugendlichen an die Kommunalpolitik haben. Elisabeth hätte als Fußballerin gerne einen Kunstrasenplatz. Valerie möchte in der Innenstadt mehr Möglichkeiten zum Weggehen. "In den Teilorten sind sie mit ihren Buden oft besser dran", meinte die Schülerin.

Ehingens Innenstadt erleben die Schüler von 19 Uhr an als leer. Sechs Schüler plädierten für bessere Busverbindungen. Anna-Sophie war nicht die einzige, die sich über "zusammengeflickte Straßen" mokierte. Am Sonntag zur Wahl gehen zu dürfen empfanden die Zehntklässler als ein Recht, das ihnen zusteht und dem sie auch gerecht werden wollen.

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