Sanierung der Mehrzweckhalle: Für Zuschauer wird eine Galerie gebaut

Einen Schritt weiter ist Obermarchtal bei der Sanierung der Mehrzweckhalle. Der Gemeinderat hat Beschlüsse zum Flachdach und zur Galerie gefasst. Jetzt wird bald der Bauantrag eingereicht.

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Seit Jahren an erster Stelle der Aufgabenliste in Obermarchtal: Die Mehrzweckhalle soll saniert werden und auch eine Galerie für Zuschauer erhalten. Foto: Archiv/Moser

Gute Nachricht für die Vereine: Im Zuge der geplanten Sanierung der Mehrzweckhalle wird eine Galerie für Zuschauer gebaut. Damit wird ein Wunsch aus der Sitzung des Gemeinderats Anfang April erfüllt. Am Dienstag diskutierte das Gremium erneut zwei Stunden lang über Details der Sanierung, vor allem über das Dach. Geplant war die Sanierung des Flachdaches für rund 70 000 Euro; das Architektenbüro Böttcher aus Ehingen hat inzwischen aber auch ein Schrägdach geplant und berechnet. Dies würde, nur für die Halle, ohne Nebengebäude, 134 000 Euro kosten. Gemeinderat Wolfgang Buck plädierte dafür, das jetzige Flachdach zu isolieren und ein Pultdach mit Trapezblech drauf zu setzen. Davon riet Uli Böttcher ab, weil diese Konstruktion zu viele Risiken berge, vor allem Schwitzwasser und Feuchtigkeit. Zudem sei bei Regen eine hohe Schallbelastung in der Halle durch das Blech zu befürchten. Außerdem müsste vorab das Flachdach an mindestens 20 Stellen eingehend überprüft werden. Auf den Einwand von Gemeinderat Anton Röller, Flachdächer seien Zeitbomben, antwortete Böttcher, dass die Sanierung von Flachdächern heute weit mehr Sicherheit bietet als früher. Mehrheitlich favorisierte der Rat unter diesen Gesichtspunkten die Sanierung des Flachdaches. Auf ihm lässt sich laut Böttcher auch ohne statistische Probleme eine PV-Anlage montieren.

Die Galerie für Zuschauer bedeutet zwar 85 000 Euro zusätzliche Kosten, doch damit wäre die Halle weit attraktiver für sportliche und kulturelle Veranstaltungen, war Tenor im Gremium. Bürgermeister Anton Buck gab zu bedenken, dass der Projektrahmen mit 1,7 Millionen Euro einzuhalten sei und keine weiteren Kosten draufgesetzt werden sollten, auch im Blick auf beantragte Zuschüsse sei eine Linie einzuhalten.

Er sei immer schon dafür gewesen, nur die notwendigen Arbeiten an der Mehrzweckhalle auszuführen, etwa an den Umkleideräumen und den sanitären Anlagen, argumentierte Gemeinderat Konrad Kloker. Als Sportler wisse er um den insgesamt guten Zustand der Halle, sie sei dicht belegt und sowohl für den Sport als auch für Veranstaltungen geeignet. Deshalb werde auch kein größeres Foyer für Familienfeiern gebraucht, in Obermarchtal gebe es genügend Räumlichkeiten für Feste und Veranstaltungen. Die Gemeinde Obermaerchtal habe genügend andere und wichtigere Aufgaben und deshalb sollte auch bei der Hallensanierung gespart werden, forderte Klocker.

"Das kann doch nicht wahr sein", wunderte sich Buck und sah den in vielen Sitzungen entwickelten und eingehend beratenen Sanierungplan infragegestellt. Der Bürgermeister ließ deshalb darüber abstimmen, ob die Hallensanierung im geplanten Rahmen überhaupt weiter verfolgt und umgesetzt werden soll. Bei einer Enthaltung von Konrad Klocker wurde dies bejaht. Zuvor hatte Gemeinderat Georg Bauer daran erinnert, dass die grundlegende Hallensanierung schon seit Jahren an erster Stelle der Aufgabenliste stehe. Mehrheitlich wurden auch die Flachdachsanierung nach neuesten energetischen Standards sowie eine Galerie beschlossen. Über ein Wärmedämm-Verbundsystem sollen in Zukunft die Energiekosten gesenkt werden.

Gebilligt wurde die vom Planer vorgestellte Belüftungsmethode, über die Art der Brauchwasseraufbereitung wird der Gemeinderat später entscheiden. Jetzt soll laut weiteren Beschluss das Planungsbüro das Baugesuch anfertigen, dann beantragt die Gemeinde die Baugenehmigung. Ferner werden die ersten Gewerke wie Abbruch- und Maurer,- sowie Dachdeckerarbeiten, Fassadendämmung und Fenster ausgeschrieben. Für den Baubeginn lässt sich noch kein Datum benennen, wenn es aber losgeht, soll die Sanierung zügig ablaufen, vor allem im Blick auf den Schul- und Vereinssport. Das Büro Böttcher wird dazu einen Bauzeitenplan entwickeln.

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