Projekte für die Zukunft

Ehingen wird "Nachhaltige Stadt", das hat der Gemeinderat gestern einstimmig beschlossen. Dafür und für die ersten Schritte zur Umsetzung der Zukunftswerkstatt gab es viel Lob für die Verwaltung.

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"Ob wir das gesund erleben?", fragte Oberbürgermeister Alexander Baumann gestern gegen Ende der Sitzung. Die scherzhaft gemeinte Frage bezog sich auf ein Lob, das soeben ein Gemeinderat geäußert hatte. Denn lobende Worte erntete die Stadtverwaltung gestern zuhauf von den Räten, vor allem wegen zweier Dinge: Zum einen für das Projekt "Nachhaltige Stadt", zum anderen für das Vorgehen in Sachen "Zukunftswerkstatt familienfreundliches Ehingen".

Zum ersten Projekt sagte der Gemeinderat einstimmig "Ja". Hartmut Reck von der ENBW hatte das Projekt vorgestellt, ein "neues Modell, das Kommune und ENBW gemeinsam umsetzen", sagte er. Ziele seien Ressourcenschonung und CO2-Redukion - die Umsetzung der Energiewende eben. Am Ende stehe eine energieeffiziente, emissionsgeminderte Kommune.

Wichtig sei die Beteiligung der Bürger, sagte Reck, Akteure seien aber auch Unternehmen, vor allem Banken und Energieversorger. Und: Viel Initiative vom Ehrenamt sei wichtig. Für Ehingen speziell ist der Zusatz, den Wirtschaftsstandort zu sichern. Dies betonte auch Alfons Köhler (CDU), ebenfalls Moderator der Lokalen Agenda. "Ökologie allein ist nicht ausreichend, sie muss mit der Ökonomie im Zusammenspiel wirken." Er sagte der Lokalen Agenda eine weiterhin positive Rolle zu. Es sei auch notwendig, dass die Mandatsträger mit den Bürgern auf Augenhöhe diskutierten. "Das ist heute ein schöner Tag", sagte er und erntete dafür Beifall.

Dem stimmten mehrere Räte zu: Peter Groß, Heinz Wiese (beide CDU), Georg Mangold (SPD) und Dr. Christian Rak (Grüne). Seine Fraktionskollegin Angela Scheffold sprach gar von einer "Zeitenwende". "Wir haben mit der ENBW einen professionellen Partner", sagte der OB, "wir wollen die Sache gemeinsam anpacken".

Bereits angepackt hat die Stadtverwaltung einige Anregungen, die beim ersten Treffen der "Zukunftswerkstatt familienfreundliches Ehingen" im Januar erarbeitet worden waren. Sophia Dolata von der Familienforschung Baden-Württemberg und Andreas Reuter vom Kommunalverband für Jugend und Soziales, die das Projekt begleiten, stellten einige der Ideen vor.

Eine Begegnungsstätte für Jung und Alt mit Programmpunkten etwa, die Stadt könnte sich dafür die Oberschaffnei als Heimstatt vorstellen. Ein Ausbau des Radwegenetzes wurde angeregt, die Jugend wolle mehr Veranstaltungen selbst in die Hand nehmen und strebt die Wiederbelebung des Stadtjugendrings an. Für die älteren Mitbürger könnte es eine Art Genossenschaft für Senioren geben: Jene Menschen, die noch rüstiger sind, helfen anderen und sammeln dafür Punkte auf einem Konto, die sie dann einlösen könnten, wenn sie später selbst Hilfe benötigen. Eine weitere Anregung war eine Plattform im Internet, die Informationen über Kindergärten und -tagesstätten bereithält.

Hier hat die Stadt reagiert. Es sei vorgesehen, ein solches Informationsportal im Internet aufzubauen. Die Verwaltung hatte sämtliche Wünsche aufgenommen und eine Stellungnahme dazu abgegeben. Sie könnte sich auch die Umwandlung der Grundschule im alten Konvikt in eine Ganztagesschule vorstellen. Alle Dinge konnte die Stadt freilich noch nicht in die Wege leiten, hauptsächlich aus "Kapazitätsgründen", wie der OB sagte. Dennoch gab es auch für den Umgang der Verwaltung mit der Zukunftswerkstatt Lob: "Man merkt: Die Verwaltung hat die Sachen wohlwollend und wertschätzend geprüft", sagte Joachim Schmucker (SPD).

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