Pläne für Seniorenresidenz in Allmendingen vorgestellt

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Seit anderthalb Jahren läuft die Ausarbeitung des Konzepts zur Realisierung einer Seniorenresidenz in Allmendingen. Dafür soll das bestehende Bürgerheim weichen. „Wir sind eine familienfreundliche Gemeinde“, sagte Bürgermeister Robert Rewitz dazu in der Gemeinderatssitzung. „Wir haben in den vergangenen Jahren viel in die Kinderbetreuung investiert, müssen aber auch den demographischen Wandel und damit unsere älteren Bürger im Blick haben.“ Ein stationäres Pflegeheim wäre finanziell nicht umsetzbar. Dies sehe der Kreispflegeplan nicht vor. „Unser Ziel ist auch keine Vollversorgung, wir haben im näheren Umland einige Pflegeeinrichtungen. Wir wollen vielmehr ein Betreutes Wohnen schaffen, damit unsere Bürger so lange wie möglich ein freies und eigenverantwortliches Leben genießen können. Anlehnend an das Konzept unseres Bürgerheims, ohne Heimcharakter, eben selbstbestimmt“, betonte Rewitz.

Weil das Bürgerheim schon in  die Jahre gekommen sei, weder barrierefrei noch technisch wie energetisch auf den aktuellen Stand, beschäftige sich der Gemeinderat seit einigen Jahren mit neuen Gestaltungsansätzen. Wichtig sei, Bedürfnisse wie Zentrumsnähe, zu Fuß erreichbare Läden, die Nähe zu Arzt, Apotheke und zum Friedhof zu berücksichtigen.

Wie Rewitz anmerkte, habe er den Bewohnern des Bürgerheims versichert, dass die Gemeinde sie mit dem Bau der Seniorenresidenz nicht fallen lässt. „Unsere Bewohner haben alle eine Bestandsgarantie. Wir werden ihnen auch preislich entgegen kommen.“ Zur Realisierung des Großprojekts meinte er: „Bauen ist einfach, das Betreiben schwierig.“ Die Kreisbaugesellschaft Alb-Donau habe abgelehnt. Zwei private Investoren hätten sich beworben. Man habe sich für das Konzept des Architekturbüros Schumacher aus Gamerschwang und der Life Konzept GmbH aus Allmendingen entschieden. Beide stellten im Rahmen der Sitzung ihre detaillierten Entwürfe vor. Benjamin Paschke ging auf die Grundleistungen des „Betreuten Wohnens“ ein. Eingerichtet werden soll ein 24-Stunden-Notruf, Hausmeisterservice, Beratungspersonal mehrmals wöchentlich vor Ort, Behörden- und Botengänge, Vermittlung von Dienstleistungen und Freizeitangebote. Die Bewohner haben die freie Wahl eines ambulanten Pflegedienstes, wählbare Hilfen im Haushalt, Fahr- und Begleitdienste sowie Essen auf Rädern. Favorisiert werde als Pflegedienstleister die Sozialstation Erbach, bei der Allmendingen schon beteiligt ist. Architekt und Bauingenieur Sigmar Schumacher präsentierte das moderne bauliche Konzept auf dem Areal des bisherigen Bürgerheims.

Die Seniorenresidenz soll mit drei Gebäuden und insgesamt 22 Wohnungen von 56 bis 106 Quadratmetern entstehen. Garagen, Carports und Stellplätze für die Wohnungen sind zur Straße hin geplant, weitere Flächen sollen in der Ladestraße entstehen, erreichbar mit einem Steg über die Schmiech. Das vierte Gebäude, von der Straße her, soll als Gemeinschaftsgebäude dienen, das als Eigentum der Gemeinde vorgesehen ist. Neben Gemeinschaftsraum, Räumen für Betreuung, Technik, Hausmeister und Fahrräder im Erdgeschoss, sollen im ersten und zweiten Obergeschoss jeweils sechs Zimmer mit Bad sowie auf jedem Stock eine gemeinschaftlich genutzte Küche und ein Wohnbereich entstehen, für die Bürger, die sich eine Wohnung in der künftigen Seniorenwohnanlage nicht leisten können.

Am Herzen liegt Rewitz, dass die Residenz nicht vom Gemeindeleben abgeschottet ist. Deshalb auch die Durchgängigkeit von der Hauptstraße her. Der Bauantrag soll noch in diesem Jahr eingereicht werden. Das Ratsgremium zeigte sich von dem Konzept begeistert, einzig Manfred Huber fände noch einige kleinere Wohnungen besser, und das eine oder andere Ratsmitglied möchte die Stellplatzsache geregelt wissen. Nächstes Jahr soll das Gemeinschaftsgebäude gebaut werden, in das die Bewohner des Bürgerheims dann  einziehen, wenn dies abgerissen wird. Bis Juli 2019 sollen die anderen drei Gebäude und die Parkanlage bezugsfertig sein.

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