Pitour hilft St. Anna

Weil der Munderkinger Pfarrer die Hauskapelle von St. Anna als Teil seiner Kirche begreift, hat die Diözese erstmals die Sanierung einer solchen mit 80 Prozent bezuschusst. Am Annafest wird dies gefeiert.

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"Das hat Modellcharakter, das gab es noch nie, dass die Diözese die Sanierung einer Hauskapelle in so einer Einrichtung mitfinanziert", sagte gestern Peter Wittmann, Regionalleiter der Keppler-Stiftung und Chef des Munderkinger Seniorenzentrums St. Anna. Nur weil Pfarrer Dr. Thomas Pitour in seinem Antrag ans bischöfliche Ordinariat "ganz plastisch" dargelegt habe, dass die Hauskapelle für seine Seelsorgeeinheit wichtig ist, kommen 80 Prozent der Kosten - der etwa 140 000 Euro - aus dem Ausgleichstock der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Wie der Pfarrer gestern sagte, der dort dienstags den Gottesdienst hält, fühlen sich in der Hauskapelle nicht nur die Bewohner, Angehörigen und Mitarbeiter wohl, sondern auch viele andere Gemeindemitglieder sind dienstags dort dabei. Pitour: "St. Anna gehört zur Gemeinde einfach mit dazu."

Das Fenster, das zum Haupteingang hin neu herausgeschlagen und in Bleiverglasung wie das große, bunte Innenfenster gestaltet wurde, wird von der Stadt mit den Spenden der Gratulanten zur Wiedereinsetzung von Bürgermeister Dr. Michael Lohner finanziert. Außerdem haben die Handwerkerfirmen - aus der Region etwa Frankenhauser, Kopp und Veser - ihre Rechnungen verringert. Den Restbetrag finanziert die Keppler-Stiftung. "Das ist ein freiwilliges, zusätzliches Angebot", betont Wittmann. Hausleiter Denis Lamsfuß fügt hinzu, dass die Pflegekassen Hauskapellen nicht mehr finanzieren und diese in Neubauten keinen Platz mehr haben.

Vor 41 Jahren war die der Heiligen Anna geweihte Kapelle zusammen mit dem Haus errichtet worden. Seitdem wurde hier und da mal etwas erneuert, doch eine grundlegende Sanierung gab es nie. Lamsfuß: "Sie war dringend nötig. Der Bürgermeister nannte die Kapelle schon liebevoll Tropfsteinhöhle." In zwei Monaten sind die Arbeiten, die von Architektin Monika Veser koordiniert wurden, vonstatten gegangen: Ein neuer Boden kam ebenso wie ein Ersatz für alte, dunkelgrüne Verkleidungen, das neue Fenster, eine neue Heizungsanlage, Akustikanlage und vieles mehr. Mit mehr Licht, weniger Bänken und mehr Platz für Rollstühle oder auch besondere Aufbauten ist der Raum viel atmosphärischer und gleichzeitig flexibler nutzbar, sagt Wittmann. Mit einem Beamer-Anschluss sind auch moderne Formen von Gottesdiensten und Andachten möglich, und Aufnahmen davon sollen den nicht mehr mobilen Bewohnern hinterher gezeigt werden können.

Bis zur feierlichen Übergabe mit Thomas Pitour und dem evangelischen Pfarrer Michael Hain beim Annafest am 25. Juli (14 Uhr) sollen die Figuren der Heiligen Anna und Maria restauriert sein. Ein Kirchenchor wird dann auch zu hören sein. Eines steht für Wittmann und Lamsfuß fest: Auch wenn es nach Hermann Jeckel keinen Hausgeistlichen in St. Anna mehr gab, nutzen auch viele Bürger gerne die kleinere "Kirche", gerade im Winter sei dies angenehm. Etliche Frauen beten nach wie vor jeden Tag einen Rosenkranz, und auch der Mitarbeiter-Seelsorger Lothar Schnizer, die Seelsorgebeauftragte Gabriele Eisele und die Demenzerkrankten, die hier einen speziellen, sinnlicheren Gottesdienst feiern, werden sich an der sanierten Kapelle erfreuen.

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