Pfarrkasse und Verhalten des Vikars von Oberstadion werden geprüft

Weil der Pfarrvikar Geld für Privates entnahm, ist ihm die so genannte Bewirtschaftungsbefugnis entzogen worden.

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Der Flügelaltar in der Pfarrkirche St. Martinus in Oberstadion.  Foto: 

Ein von manchem Bürger als Rufmord verstandenes anonymes Schreiben, das in Oberstadion und mehreren Teil­orten an viele Haushalte verteilt worden ist, hat sich zumindest in Teilen bestätigt. Wie die bischöfliche Pressestelle der Diözese am Donnerstag auf Anfrage mitgeteilt hat, hatte es schon im Frühjahr dieses Jahres „Anzeichen von Unklarheiten bei den Ausgaben der Pfarramtskasse“ gegeben, wonach die Diözese eine Sonderprüfung der Pfarramtskasse veranlasst habe, schreibt Manuela Pfann von der Pressestelle.

„Ende September wurde der Kirchengemeinderat Oberstadion über das Ergebnis des Prüfberichts informiert.“ Der Pfarrvikar habe private Ausgaben über die Pfarramtskasse abgerechnet, später dann aber in voller Höhe erstattet.“ Ein Personalgespräch gemeinsam mit Dekan Ulrich Kloos und einem Personalreferenten der Diözese erfolgte Anfang Oktober, gegenüber dem Pfarrvikar sei „bereits ein Entzug des Bewirtschaftungsbefugnisses“ geschehen, das heißt, ihm sind das Unterzeichnen von Rechnungen und Entnahmen aus der Pfarramtskasse nicht mehr gestattet.

Kirchenrechtliche Prüfung läuft

Derzeit erfolge durch die Diözese außerdem eine „kirchenrechtliche Prüfung“ hinsichtlich des Verhaltens des Pfarrvikars von Oberstadion. „Nach dessen Abschluss können weitere Aussagen getroffen werden“, schreibt Manuela Pfann. Nach Informationen der SÜDWEST PRESSE werden Entnahmen in hoher vierstelliger Höhe in dem anonymen Schreiben erwähnt, die teils für Möbel in der Wohnung im Pfarrhaus gewesen sein sollen. Im Detail habe die Pressestelle der Diözese unsere Anfrage dazu nicht beantworten können, ließ sie wissen.

Außerordentliche Sitzung

Nach unseren Informationen hat es am Donnerstagabend in Oberstadion eine außerordentliche Sitzung des Kirchengemeinderats gegeben, deren Gegenstand war, die auch der SÜDWEST PRESSE gegenüber mitgeteilten Informationen der Diözese zu verlautbaren. Wie Pfann bemerkt, könne der Vorwurf aus dem anonymen Schreiben, dass der Kirchengemeinderat geschwiegen habe, während „jeder normale Bürger“ mit einer Anzeige wegen Diebstahls zu rechnen habe, insofern „zurechtgerückt“ werden, als dass für jeden bis zur Klärung der Umstände zunächst eine Unschuldsvermutung gelten müsse – bis zum Beweis des Gegenteils. Die „kirchenrechtliche“ Prüfung aufgrund des Fehlverhaltens ist Pfann zufolge einem Disziplinarverfahren vergleichbar. Der Pfarrvikar hat auf unsere Anfrage zu den Vorgängen noch nicht reagiert.

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