Pfarrerin Kasper feiert Investitur in Weilersteußlingen

Im Weilersteußlinger Pfarrhaus ist mit der fünfköpfigen Familie Kasper neues Leben eingekehrt. Pfarrerin Angelika Kasper feiert am Sonntag ihre Investitur.

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Neues Leben im Pfarrhaus: Pfarrerin Angelika Kasper feiert am 19. November Investitur.  Foto: 

Eines ist Pfarrerin Angelika Kasper gleich aufgefallen: „Hier oben ist noch vieles selbstverständlich, was in anderen Gemeinden längst bröckelt“, sagt die 34-Jährige über ihre Gemeinde in Weilersteußlingen. So gibt es dort noch jeden Sonntag eine Kinderkirche. Das ist auch in den kleinen und dörflichen evangelischen Kirchengemeinden längst keine Selbstverständlichkeit mehr. Pfarrerin Kasper ist seit dem 1. November 2017 in Weilersteußlingen und Allmendingen so genannte ständige Pfarrerin. Zuvor hatte sie zu 50 Prozent einen Vertretungsdienst beim Blaubeurer Dekan und konnte „herumgeschickt“ werden. Sie wurde auch in Weilersteußlingen und Allmendingen eingesetzt. „Ich wurde dann im Mai 2017 bewerbungsfähig und habe mich hierher beworben, weil ich das schon kannte und es mir sehr gut gefällt“, sagt Kasper.

Termin am Nachmittag

Am Sonntag, 19. November, um 15 Uhr ist die offizielle Investitur durch Dekan Frithjof Schwesig, der schon Angelika Kaspers Ausbildungspfarrer war. „Wir haben die Investitur auf den Nachmittag gelegt, damit auch Kollegen kommen können“, sagt Angelika Kasper, die im Kollegenkreis viele Freunde hat. Denn evangelische Pfarrer stehen am Sonntagvormittag selber auf der Kanzel, für sie ist der Nachmittagstermin günstiger. Nach dem Gottesdienst werden in der Kirche Grußworte erwartet, in der Gemeindehalle wird ein Stehempfang vorbereitet sein und es spielt der Bergemer Musikverein. Der Kirchenchor singt im Gottesdienst.

Seit August wohnt auch die Familie von Angelika Kasper im Weilersteußlinger Pfarrhaus und die Kinder genießen den großen Pfarrgarten und den Platz zum Spielen. „Wir haben jetzt auch Zwergkaninchen“, erzählt Angelika Kasper, „und wenn beim Förster nebenan die Hunde zu sehen sind, hängen meine Kinder sofort am Gartenzaun“. Layla (7), Oscar (5) und Amos (3) sprechen jeden an, der am Pfarrhaus vorbeigeht – und werden auch von jedem angesprochen. „Das ist das Schöne hier“, sagt Angelika Kasper, „wenn ich im Garten das Laub zusammenreche, dann reden auch Leute mit mir, die kirchlich nicht gebunden sind.“

Außerdem sei alles überschaubar, erzählt sie und bringt ein Beispiel: „Während ich früher in Söflingen Leute beerdigt habe, die ich ich nicht kannte, wird mir das hier wohl nur ganz am Anfang so gehen“, sagt sie. Abgesehen davon stirbt man in Weilersteußlingen aber auch nicht allzu früh. „Ich habe richtig viele Hochbetagte in meiner Gemeinde“, berichtet die Pfarrerin. „Ich weiß auch nicht, ob das hier an der guten Luft oder am Zusammengehörigkeitsgefühl liegt“, schmunzelt sie.

Positives Echo

Die nächsten Jahre hat Angelika Kasper allerdings Zeit und Gelegenheit, das herauszufinden. Mit ihrem Mann Johannes Kasper (34), der in Blaustein als Integrationsbeauftragter arbeitet, ist die Pfarrfamilie komplett. Die neue Pfarrerin hat eine 100-Prozent-Stelle für Allmendingen, Weilersteußlingen und die Außenorte inne. Neben dem Religionsunterricht (siehe Info) hat Angelika Kasper unter anderem schon Kinder getauft, Leute besucht und einen Reformationsgottesdienst gehalten, bei dem die Kirche voll war. „Ich freue mich über das positive Echo, das ich hier bekomme“, sagt sie. Über den frischen Wind im Pfarrhaus, der bei einer Familie mit drei kleinen Kindern beinahe automatisch weht, freut man sich auch in Weilersteußlingen.

Unterricht In der Weilersteußlinger Grundschule unterrichtet Pfarrerin Kasper die Klassen 1 bis 4 in Religion. Das sind genau 20 Kinder in allen vier Klassen. Der Weilersteußlinger Kindergarten ist mit 15 Kindern ebenso überschaubar. Angelika und Johannes Kaspers Kinder gehen allerdings wegen der Ganztagsbetreuung in Allmendingen in Kindergarten und Schule. Die Pfarrerin kommt auch öfter nach Allmendingen an die Schule, weil sie in der Grundschule die Dritt- und Viertklässler und in der Gemeinschaftsschule fünf Schüler der Klassen 8 und 9 in Religion unterrichtet. kir

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