Oberstadion: Werkrealschule nimmt keine Fünfer mehr auf

Für die Grundschule und die Älteren an der Christoph-von-Schmid-Schule bleibt alles gleich. Doch mit der Entscheidung gegen neue Fünftklässler ist das Schicksal der Werkrealschule besiegelt.

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  • Etliche Zuschauer haben die gewichtige Entscheidung zur Werkrealschule Oberstadion miterlebt. Fotos: Karin Mitschang 1/2
    Etliche Zuschauer haben die gewichtige Entscheidung zur Werkrealschule Oberstadion miterlebt. Fotos: Karin Mitschang
  • Martin Romer spricht vor der Versammlung und Wolfgang Mäder (sitzend). 2/2
    Martin Romer spricht vor der Versammlung und Wolfgang Mäder (sitzend).
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Das Thema Zukunft der Werkrealschule (WRS) Oberstadion hat sich quasi von selbst erledigt, ohne dass sich in der Schulverbandssitzung am Dienstag jemand dagegen aufgelehnt hätte oder gar ein Schuldiger ausgemacht worden wäre. Schulleiter Martin Romer sagte in der Schulaula vor Elternbeiräten, Bürgermeistern, Lehrern und den beiden Schulverbänden, dass er statt der bisher genannten sechs Anmeldungen nur noch eine einzige für die fünfte Klasse habe.

Die Eltern der anderen fünf Kinder hätten nur Interesse an der Beschulung in Oberstadion gehabt, wenn es ein Klassenverbund der Fünfer und Sechser geworden wäre. Doch das geben die Zahlen nicht her. Es hätte eine Klasse aus Fünft-, Sechst- und Siebtklässlern gebildet werden müssen. Unter diesen Umständen haben die Eltern ihre Kinder wieder abgemeldet.

Dass mit nur einem Fünftklässler kein Jahrgang gebildet werden kann, verstand sich von selbst. Einen Beschluss gab es dafür nicht in der gemeinsamen Sitzung des Nachbarschaftsschulverbands Winkel und des Grundschulverbands Oberstadion. Obwohl die Schließung der WRS nach dem Abschluss der künftigen Sechstklässler in vier Jahren schmerze, sei es nun aus pädagogischer Sicht besser so, sagte Schulleiter Romer, und nannte das Credo: "Besser selbst handeln als verhandelt werden" - mit Blick auf die regionale Schulentwicklungsplanung, die eine Schließung der Schule zum Schuljahr 2016/17 vorgesehen hätte, weil hier mangels Schülern bereits Klassenstufen gemeinsam unterrichtet werden.

Fragen kamen von den Mitgliedern der Gremien auf, was dies alles nun konkret für Konsequenzen für den Unterricht der anderen Schüler haben wird. Für die Grundschüler der Christoph-von-Schmid-Schule ändere sich nichts, sie ist nicht in Gefahr, sagte Romer. Auch der Schulamtsleiter Wolfgang Mäder betonte, dass die Grundschulen nicht angetastet werden: "Nach dem Motto kurze Beine, kurze Wege".

Alle jetzigen Schüler der Werkrealschule können noch ganz normal ihren Abschluss in Oberstadion machen, sagte Romer, der ein bisschen befürchtet, dass ihm auch die älteren Schüler nun davonlaufen. Deshalb will er alsbald einen Elternabend für die restlichen Werkrealschuleltern ansetzen. Der Pädagoge räumte aber ein, dass in den nächsten Jahren durchaus Lehrerstellen abgebaut werden, wenn weitere Klassenstufen entfallen. Man wolle in den musischen Fächern alle Schüler gemeinsam unterrichten, um Lehrerstunden zu sparen und um in den Kernfächern jede Klassenstufe einzeln unterrichten zu können. So soll die Qualität ein hohes Niveau behalten. Für Musik, Sport und Gestalten kann das halbjährliche Kurssystem aber nicht erhalten bleiben.

Der Biberacher Schulamtsleiter Wolfgang Mäder hatte in einer Präsentation vorgestellt, wie es um die Schulen in Ulm und in den Kreisen Biberach und Alb-Donau-Kreis steht: Während in Ulm die Werkrealschulen nicht so sehr ausbluten wie im ländlichen Bereich, haben die immer geringer werdende Akzeptanz der Schulart und vor allem der demographische Wandel zu einer dramatischen Situation für die restlichen Werkrealschulen im Schulamtsbezirk beigetragen.

Der Verbandsvorsitzende der Verwaltungsgemeinschaft, Bürgermeister Dr. Michael Lohner, will den Entwicklungen Rechnung tragen und hob in der Sitzung hervor, dass man deshalb in Munderkingen mit der Werkrealschule den Weg zur Gemeinschaftsschule gehen will. Zumal drei der fünf Interessenten für Oberstadion auf die Gemeinschaftsschule in Schemmerhofen ausweichen wollen, wie zu erfahren war.

Die beiden Gremien hatten zu Beginn der Sitzung als Nachfolger für den als Bürgermeister ausgeschiedenen Manfred Weber dessen Nachfolger, Klaus Schwenning, einstimmig zum Vorsitzenden gewählt. Für den dritten Bauabschnitt der Sanierung der Turnhalle, der - wenn Fördergeld zugesagt wird - mit Beginn der Sommerferien starten könnte, empfehlen die Architekten nun doch eine Schließung der Turnhalle. In diesem Abschnitt soll die Nebenraumzone umgebaut werden. Die Schule ist bereits in Gesprächen mit Attenweiler zur Nutzung einer anderen Halle fürs Schulturnen.

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