Obermarchtals Patron zu Ehren

|
Vorherige Inhalte
  • Weihbischof Johannes Kreidler spendet Pfarrer Gianfranco Loi den Tiberiussegen (Bild links). Am Freitagabend hielt der Weihbischof die Festpredigt beim Wallfahrtsgottesdienst zu Ehren des Heiligen Tiberius in der vollbesetzten Münsterkirche in Obermarchtal. Die Tiberiusmedaille erhielten langjährige Ministranten und Oberministranten sowie Gründer und Verantwortliche des „Godi-Teams“ (Bild rechts). 1/2
    Weihbischof Johannes Kreidler spendet Pfarrer Gianfranco Loi den Tiberiussegen (Bild links). Am Freitagabend hielt der Weihbischof die Festpredigt beim Wallfahrtsgottesdienst zu Ehren des Heiligen Tiberius in der vollbesetzten Münsterkirche in Obermarchtal. Die Tiberiusmedaille erhielten langjährige Ministranten und Oberministranten sowie Gründer und Verantwortliche des „Godi-Teams“ (Bild rechts). Foto: 
  • Die Tiberiusmedaille erhielten langjährige Ministranten und Oberministranten sowie Gründer und Verantwortliche des GODI-Teams 2/2
    Die Tiberiusmedaille erhielten langjährige Ministranten und Oberministranten sowie Gründer und Verantwortliche des GODI-Teams Foto: 
Nächste Inhalte

Viele Gläubige füllten am Freitagabend das prachtvolle Münster in Obermarchtal. Begangen wurde auch in diesem Jahr der Fest- und Wallfahrtsgottesdienst am 10. November, am Namenstag des Heiligen Tiberius, dessen Haupt im Jahre 1626 als Reliquie in die Barockkirche kam und seit damals zur Verehrung des Märtyrers über Jahrhunderte alljährlich eine Wallfahrt für den Hauspatron gefeiert wurde. Dann fiel der wertvolle Brauch in den Dornröschenschlaf, bis der Allmendinger Mediziner Dr. Hermann Blankenhorn die Wallfahrt vor sieben Jahren wieder zum Leben erweckt hat.

20 Priester zelebrierten den rund zweistündigen Gottesdienst, 20 Ministranten waren dabei. Hauptzelebrant war Weihbischof Johannes Kreidler. Der kirchliche Würdenträger markierte den Heiligen Tiberius als einen der Blutzeugen im ersten Christentum. Im traurigen Kontext dazu stehe, dass Christen auch heute noch aufgrund ihres Glaubens verfolgt werden. Heute wie damals gebe das Paulus-Evangelium und dessen Worte „Wir überwinden alles durch den, der uns liebt“ großen Mut. „Es klingt wie ein Liebeslied auf Gott, das Paulus anspricht. Obwohl er wegen seinem unerschütterlichen Glauben selbst viele Angriffe hat durchleben müssen“, betonte der Weihbischof. Dann warf Kreidler als Schlussfolgerung für Gottes Liebe die Frage in den Raum: „Wenn Gott für uns ist, wenn seine Liebe für uns leuchtet, wer ist dann gegen uns?“. Der Geistliche gab die Antwort mit dem Zitat eines französischen Philosophen, der von einer zerbrochenen Welt spricht. „Diese zerbrochene Welt muss doch einst auch ein Herz gehabt haben. Aber ich habe den Eindruck, als wenn dieses Herz aufgehört hat zu schlagen, wenn die Menschlichkeit weggenommen wurde“, merkte Johannes Kreidler an. „Terrorismus, Kriege, Hunger, Hass, Unversöhnlichkeit und Neid prägen die von tiefen Rissen durchzogene Welt. Es muss doch auch noch etwas anderes geben.“ Dann kam der Weihbischof auf den Apostel Paulus zurück: „Mir hilft sein Glauben und seine Zuversicht und seine uneingeschränkte Liebe von Gott. Nur mit diesem Blickwinkel lässt sich das Unbarmherzige und Herzlose aushalten.“ Im Gegensatz zu den Märtyrer, wie auch der Heilige Tiberius einer war, scheuten heute viele die Tugend des Mutes, Flagge für den Glauben zu zeigen. „Wenn Christen ihren Glauben noch leben und für ihn eintreten, wie auch Tiberius durch seine Glaubenskraft Licht in die Welt gebracht hat, dann schlägt in dieser Welt doch noch ein Herz“, schloss Johannes Kreidler seine Predigt.

Es folgten Ehrenbezeugungen an dem Altar mit der Reliquie des Heiligen Tiberius. Den feinen musikalischen Rahmen setzten Organist Gregor Simon sowie der Kirchenchor Obermarchtal unter Leitung von Helmut Striegel und Trompeter Hermann Ulmschneider als Solist. Nach der Messe konnte sich jeder Gläubige den Tiberiussegen durch Auflegen des Kissens erteilen lassen. Am Kirchenausgang wurden Springerle, Wasserkerzen, schön gestaltete Beutel und auch das Buch „Der Heilige Tiberius in Obermarchtal“ sowie Tiberius-Prägungen zugunsten der Tiberiusarbeit feil geboten.

Seitens der Kirchengemeinde erhielt der neue Gemeindepfarrer Gianfranco Loi eine Tiberius-Medaille. Letzterer bedachte mit dieser Ehrung auch Weihbischof Johannes Kreidler. Auftakt in die Tiberius-Wallfahrt bildeten am Nachmittag Kaffee und Kuchen im „Adler“ und danach dort der Vortrag „Einblicke in das schwäbische Himmelreich: Heilige und Glaubensgestalten“ von Professor Wolfgang Urban aus Rottenburg.

Ehrungen Mit dem Tiberiuspreis wurden Oberministranten und verdiente wie langjährige Ministranten ab 18 ausgezeichnet. Es sind Hanna Schleicher, Matthias Gaupp (beide Obermarchtal), Isabell Selg (Möhringen), Moritz Müller, Marius Brachenhofer (beide Unlingen), Michael Selig (Göffingen), Leonie Hintz (Dietelhofen), Simon Löffler, Jonas Glöckler (beide Uttenw.), Andreas Knab und Tobias Geiselhart (beide seit 18 Jahren Minis in ), Julia Geiselhart (Dentingen), Stefanie Traub (Offingen), Johannes Schmid (Göffingen) und Nik Johannsen (Ehingen). Als Gründer der „Godi-Gruppe“ geehrt wurden Elke Beck (Bad Waldsee), Barbara Tress (Rechtenst.) und Florian Siegle (Oberm.). re

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Seniorenreisen: Wo sich Freundschaften entwickeln

Senioreneisen sind ein boomendes Segment, auf das sich die Ehinger Firma Bottenschein spezialisiert hat. weiter lesen