Obermarchtaler Schnäddra-Kischda-Männer gehen in die Offensive

"Vorsicht Blitzer" heißt die Devise beim Fasnetsumzug in Obermarchtal. Die ersten Radargeräte im Ort sind an diesem Tag aktiviert. Wer zu schnell fährt, bekommt garantiert sein Knöllchen ab.

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Vorsicht ist geboten: Am Fasnetsmetig sind die Schnäddra-Kischda-Männer mit ihrer Blitzaktion beim Narrenumzug um 14 Uhr in Obermarchtal auf Tour. Zuvor findet am Vormittag um 10 Uhr wieder das Seifenkistenrennen statt.  Foto: 

Der Fasnetsmetig kann kommen - die Schnäddra-Kischda-Männer sind gerüstet. Sie werden beim traditionellen Hausumzug am Rosenmontag, 16. Februar, die Autofahrer mit Blitzgeräten überprüfen. "Den Fuß vom Gaspedal", so lautet also die Devise, sonst kann es teuer werden. Damit auch alles funktioniert, basteln und schaffen seit einigen Wochen die etwa 15 Schnäddra-Fasnetsfans an den Utensilien wie Blitzgeräten, kleinen roten Flitzern und den Tafeln mit markanten Sprüchen darauf wie zum Beispiel "Wer hier fährt wie a gsengta Sau, muss sich a Knöllchen holen gau" oder "Des Aus für älle schnelle Flitzer - jetzt kommt der Drecks-Gemeindeblitzer". Dies entspringt nicht etwa der närrischen Fantasie, sondern bald schon sollen in der Ortsdurchfahrt Obermarchtal zwei stationäre Blitzgeräte platziert werden, um den Verkehr auf der B 311 zu verlangsamen. Auf diese Geräte sind viele Bürger nicht gut zu sprechen, und so kommt es, dass die Blitzer auf die närrische Schippe genommen werden.

Seit 42 Jahren gehören die Schnäddra-Kischda-Männer als originelle Fußgruppe fest zur Obermarchtaler Fasnet. Jedes Jahr gestalten die 15 bis 20 Männer einen Beitrag zu lokalen oder höheren politischen Themen beim Umzug, voriges Jahr wurde etwa die Autobahn-Maut für ausländische Autofahrer glossiert. Um Ideen sind die Idealisten nie verlegen.

Ihren Namen hat sich die Gruppe per Abstimmung gegeben, wohl deshalb, weil bei den Treffen so viel geschwätzt und "geschnaddert" worden ist. "Damals waren noch die Frauen mit dabei", berichten die Männer vielsagend. Die aber haben längst eine eigene originelle Gruppe gebildet, die ebenfalls zur Fasnet richtig umtriebig wird. Neuerdings haben die Schnäddra Kischda mit der "Schupfnudelband" ihre eigene Musik, mit der sie auch gerne die Umzüge in den Nachbarorten Emeringen, Lauterach und Rechtenstein bereichern. Vielleicht wird sogar noch ein Beitrag zum "Ball der Vereine" am Samstag auf die Beine gestellt.

Spaß haben die Schnäddra Kischda nicht nur bei ihren Auftritten und den närrischen Aktivitäten, sondern schon die gemeinsame Schafferei zuvor ist ein Erlebnis für die Gruppe. Dabei waren die Umstände dieses Mal direkt komfortabel. Die Räume im ehemaligen Cafélädele an der B 311 im Haus Siegle sind angenehm temperiert. Bisher wurde in kalten Schuppen und Garagen der Fasnetsgag vorbereitet. Wer also am Fasnetsmetig zu schnell fährt, bekommt sein Fett ab. Beim Schnitzer-Bäcker werden eigens dazu kleine Teig-Knöllchen gebacken, die mit den Verwarnungen verteilt werden.

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