Obermarchtal: Gemeinderats-Debatte um 1,7 Mio.-Euro-Erweiterung

60 Bürger aus Vereinen und Gruppierungen sowie die drei Schulleiterinnen waren im Gemeinderat in Obermarchtal dabei. Es ging um die Erweiterung und Sanierung der Turnhalle, die sie alle nutzen.

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Viele Vereinsmitglieder waren als Zuschauer in der öffentlichen Gemeinderatssitzung in Obermarchtal.  Foto: 

"Eigentlich wollten wir heute den Beschluss zur Erstellung des Baugesuchs fassen, doch es bedarf weiterer Überprüfungen", fasste Bürgermeister Anton Buck am Montag nach zweistündiger Debatte über die Erweiterung und Sanierung der 1976 gebauten Turnhalle in Obermarchtal zusammen. Er hatte zur zehnten Beratung des Vorhabens Vertreter der Vereine und Gruppierungen zur öffentlichen Beratung des Entwurfs von Architekt Uli Boettcher eingeladen, und rund 60 Bürger waren gekommen - so viele wie noch nie, seit Buck Bürgermeister ist, wie er betonte. Nach der lebhaften Debatte soll der Ehinger Planer nun seinen Entwurf überarbeiten und dann alternativ vorstellen, wie in das als Sportstätte und später mit einem Küchen- und Bühnenbau zur Mehrzweckhalle umfunktionierte Objekt eine Empore für Zuschauer eingebaut werden kann.

"Die Zeit drängt. Im Juni müssen die ersten Arbeiten vergeben sein, um nicht 2013 bewilligte Zuschüsse zu gefährden", machte Wilhelm Fügner, der Geschäftsführer der Verwaltungsgemeinschaft, deutlich. Bis dahin rechnet er mit der nächsten Zuschuss-Zusage. Die könne nur abgerufen werden, wenn der erste Auftrag bis 29. September vergeben ist. Wenn alles gut läuft, wird das Projekt aus dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum, vom Land und aus dem Ausgleichstock sowie aus dem Topf für Sportstättenbau mit insgesamt 901.000 Euro gefördert. 816.000 Euro muss demnach die Gemeinde aufbringen.

Mit der Erneuerung der 100 Meter-Laufbahn auf dem Sportplatz und der Weitsprunganlage bei der Turnhalle an neuer Stelle kann im Juni fristgerecht begonnen werden. Bis dahin muss entschieden sein, wo die Weitsprunganlage hinkommt, deren Platz für zusätzliche Geräteräume benötigt wird, die neben den separat zugänglichen, größeren Duschräumen und der neuen Toilettenanlage geplant sind. Ein größeres Foyer ist konzipiert, die Hallengröße bleibt unverändert und die Küche am alten Platz, ebenso der Geräteraum. Die bisherigen Baukörper sollen energetisch saniert werden, so dass sie auch den ab 1. Januar 2016 in Kraft tretenden Auflagen des Gesetzgebers entsprechen, wie der Architekt mehrfach auf Forderungen nach Einsparungen aus dem Publikum erklärte. Vorher hatten der stellvertretende Bürgermeister, Konrad Klocker, und Gemeinderat Wolfgang Buck schon ausführlich erklärt, wie sie und die Ratskollegen sich in den Vorberatungen um Kosteneinsparungen bemüht hätten. Dennoch gingen in den Zuhörerrängen die Meinungen auseinander. Die einen sprachen von einem "Mercedes de luxe-Entwurf", Georg Fuchs und eine Mitbürgerin lobten Boettchers Konzept, und andere verlangten trotz pauschaler Einsparungsforderungen eine Galerie für Zuschauer bei Sportveranstaltungen. Karl Faad vom DRK hätte wegen des Transports von Materialien in die Halle für die zwei Blutspendeaktionen im Jahr die Türöffnungen gerne geändert. Die Schulleiterinnen Brunhilde Kiebler, Simone Mühlburger und Dr. Christine Götz hatten zur Planung keine Einwände. Sie wünschten sich, dass die sieben bis achtmonatige Zwangspause des Sportbetriebs in den Sommer gelegt wird, wenn der Sportunterricht im Freien stattfinden kann.

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