Oberdischinger Museum rückt näher

Mit dem zugesagten Zuschuss aus dem Landessanierungsprogramm soll das geplante Museum in Oberdischingen auf den Weg gebracht werden.

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Das Räuber- und Bandenwesen Oberschwabens, erweitert um den Malefizschenken und das Scharfrichterwesen - dies sollen die Themen sein im Museum, das im Kopfbau des Oberdischinger Kanzleigebäudes, gegenüber dem Rathaus, entstehen soll. Mit der Zusage der Förderung aus dem Landessanierungsprogramm rückt die Verwirklichung wieder etwas näher.

"Damit können wir in die Voruntersuchungen gehen", sagt Bürgermeister Fritz Nägele. Die Gemeinde wird das Gebäude ertüchtigen, der Museumsverein das Museum gestalten, so ist die Vereinbarung. Untersucht werden muss nun die Substanz des Gebäudes, sein Zustand ist nicht gut. "Da kommt einiges auf uns zu", sagt Nägele.

Die Kosten des Umbaus seien schwierig zu schätzen, er rechnet aber grob mit 400.000 Euro. Denn es müssen etwa eine neue Heizung eingebaut und Mauern versetzt werden, außerdem braucht das Haus einen Aufzug, weil das über zwei Stockwerke geplante Museum barrierefrei erreicht werden muss. Details zur Sanierung wird Nägele mit Dr. Gerhard Jansen, Referatsleiter für Sanierung beim Regierungspräsidium Tübingen, besprechen.

Der Museumsverein befinde sich momentan in der Phase der Grobanalyse, wie die räumliche Zuordnung aussehen könnte, sagt Vorsitzender Werner Kreitmeier. Außerdem hat der Verein eine 3D-Simulation für zwei Räume bei einem Tübinger Büro in Auftrag gegeben. "Allzu viel Platz haben wir nicht", erklärt Kreitmeier - dafür einige Exponate. Ein Glanzstück ist etwa der Original-Scharfrichterbrief des Malefizschenken, der ja den Ort stark geprägt hat. Ein Richtschwert aus der damaligen Zeit - Ende des 18. Jahrhunderts - ist ebenfalls im Fundus, wie auch eine "Diebsliste" mit 1300 Namen und den dazugehörigen Personenmerkmalen.

Dies und noch mehr soll dem Museum zu einem Alleinstellungsmerkmal in Süddeutschland verhelfen, sagt Kreitmeier, ähnlich dem Krippenmuseum in Oberstadion "Ich hoffe, dass wir ein Anziehungspunkt werden." Die Kosten für die Ausstattung werde der Verein möglicherweise in zwei oder drei Etappen schultern. Seine Einnahmequellen sind die Mitgliedsbeiträge und auch die Spenden, die der Vorsitzende aus dem Verkauf seiner geschichtlichen Bücher erwirtschaftet, erklärte Kreitmeier.

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