Obdach für Zugvögel

Von unten sieht es recht gemütlich aus, dieses so genannte Schwalbenhotel, das der Naturschutzbund Baden-Württemberg (Nabu) in Berg aufgestellt hat.

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Markus Scheuing erledigt letzte Arbeiten am Schwalbenhotel.  Foto: 

Das überdimensionierte Vogelhäuschen steht auf einer hohen Metallstange, hat 44 "Zimmer" auf zwei Stockwerken und innen genug Platz für alles, was eine Schwalbe so zur Familiengründung braucht. Hier, so der Plan, sollen die Zugvögel zwischen Frühjahr und Herbst verweilen und ihre Nester bauen.

Im Alb-Donau-Kreis sollen bis zu 50 Schwalbenhotels installiert werden. Sie würden dringend gebraucht, sagt Nabu-Mitglied Rudolf Kohlruss, weil den Vögeln woanders kein Obdach mehr gewährt wird. Üblicherweise bauen diese ihre Nester unter Dachvorsprüngen oder in Scheunen. "Wir müssen jedoch feststellen, dass die Hausbesitzer in der Stadt wie auf dem Land keine Schwalbennester mehr unter ihrem Dach haben wollen", sagt Kohlruss. Viele scheuen den Dreck, den die Vögel eventuell verursachen oder befürchten, dass die Schwalben Ungeziefer mitbringen. Das Ergebnis: Die Anzahl der Schwalben ist in den vergangenen Jahren stetig zurückgegangen. "Dabei ist das Gegenteil der Fall - Schwalben fressen jede Menge Stechmücken", sagt Kohlruss.

Dass das Vogelhotel nun in Berg stehen kann, ist ein Gemeinschaftsverdienst - der Nabu hat die Aktion initiiert, heimische Firmen haben den Aufbau unterstützt und Landwirt Franz Schlecker hat seinen Hof zur Verfügung gestellt. Hier befinden sich die Vögel in bester Gesellschaft. In seiner Scheune gibt es bereits 20 Schwalbenplätze, und weil die bisherigen Gäste so gerne baden, hält er einen kleinen Weiher frei von Gestrüpp und Geäst. "Wenn die sich dann im Sturzflug in das Wasser stürzen, ist das herrlich", sagt Schlecker.

Noch sind alle Zimmer des Schwalbenhotels frei. Tatsächlich könne es, trotz Pool, eine Weile dauern, bis die ersten Gäste kommen, sagt Kohlruss. "Da kann schon mal ein Jahr vergehen, bevor die Vögel das Haus annehmen."

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