Neue Ziele sind gesteckt Nach der Orgel folgen Kirchenmusik und Klosterkultur

Aus dem Orgelbauverein Münster Obermarchtal wird nach der Orgel-Restaurierung nun ein Förderverein für Kirchenmusik und Klosterkultur. Die neuen Ziele und Aufgaben erfordern frischen Mut und Elan.

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Berthold Saup (links) ist Vorsitzender des neuen Fördervereins für Kirchenmusik und Klosterkultur. Bürgermeisterin Romy Wurm aus Rechtenstein ist Schriftführerin, Kustos Gregor Simon hat das neue Orgelprogramm vorgestellt.  Foto: 

Seine ureigenste Aufgabe, die mit 1,1 Millionen Euro kostspielige Restaurierung der Holzhey-Orgel im Münster finanziell zu fördern, hat der Orgelbauverein erfüllt. Mit Hilfe von Spenden und diversen Aktionen wurden rund 600 000 Euro und damit mehr als die Hälfte der Kosten für dieses Projekt mobilisiert, das erfolgreich beendet wurde. Im Frühjahr stellte sich nun die Frage, ob sich der Verein auflösen soll oder sich neuen Aufgaben und Zielen zuwenden will. Die Abstimmung war eindeutig: Wir machen weiter, lautete das Resultat der Überlegungen. Das Amt des Vorsitzenden übernahm Dr. Berthold Saup von Walter Häberle aus Rottenburg, und mit seinem Vorstandsteam bearbeitete und aktualisierte er zwischenzeitlich die Vereinssatzung für den neuen Förderverein für Kirchenmusik und Klosterkultur. Sie wurde jetzt in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung einmütig gebilligt. "Manchmal wurde um Details sehr gerungen", schilderte Saup die nicht einfache Aufgabe. Sollte sich der Verein einmal auflösen, so fällt dessen Vermögen an die katholische Kirchengemeinde St. Urban. Auch dies ist vorsorglich in der Satzung vermerkt.

Zunächst jedoch wurden neue Aufgaben und Ziele definiert, die sich im neuen Namen des Vereins ausdrücken. Er will die Kirchenmusik fördern und dabei Schwerpunkte bei Orgelkonzerten setzen, ferner soll die reiche und interessante Klosterkultur der ehemaligen Prämonstratenserabtei in die Gegenwart geholt werden, auch geistliche und spirituelle Akzente will der Verein setzen und sich zudem in der örtlichen Gemeinschaft etablieren.

"Als Veranstalter können wir nicht auftreten, dazu reichen unsere finanziellen Mittel bei aktuell 64 Mitgliedern nicht aus, doch wir wollen Musik und Kultur nach Kräften fördern", umriss Saup das Hauptanliegen des neuen Fördervereins. Eine erste Veranstaltung gemeinsam mit dem Studienkolleg war bereits erfolgreich. Berthold Biesinger setzte die "Schwäbische Schöpfung" von Pater Sebastian Sailer vor rund 100 Besuchern amüsant und tiefsinnig in Szene. Saup kann sich vorstellen, dass auch Sailers Geschichte um die "Heiligen drei Könige" auf ihrem Weg durchs schwäbische Oberland nach Bethlehem eine ähnlich interessantes und amüsantes Projekt wäre. In den nächsten Wochen sollen die Vorhaben konkretisiert werden.

Dem Kustos der Holzhey-Orgel, Gregor Simon, obliegt mit der Veranstaltung von Kirchenkonzerten der musikalische Part. Er legte in der Sitzung am Mittwoch bereits das Programm für 2015 vor. Es beinhaltet etliche Leckerbissen für Musikfreunde und beginnt am Sonntag, 29. März, mit einer außergewöhnlichen Kombination. Im Münster wird der Stummfilm "Der Galiläer" von 1921 gezeigt, Gregor Simon untermalt dies mit Orgelimprovisation. Ende April gastiert der Kammerchor Fox Humana aus Ulm a cappella aus Renaissance, Barock und Romantik, am Pfingstmontag folgt ein Barockkonzert mit Orgel und Trompete. Ein oratorisches Konzert ist für Mitte Juni geplant, im Juli gastiert die Stuttgarter Orgelakademie im Rahmen der Musikfestwochen Oberschwaben, und im August spielt Christian von Blohn Orgelwerke aus Barock und Klassik.

Der internationale Orgelseptember Obermarchtal steht dieses Jahr unter dem Motto "Wiener Klassik pur" und beinhaltet drei Konzerte. Gregor Simon bewertet die Resonanz auf die Münsterkonzerte als gut. "Bei durchschnittlich 80 Besuchern macht es Freude, das Programm zu organisieren und die Orgel zu spielen", zog er ein positives Resümee. Allerdings lassen sich nicht alle Kosten decken, deshalb sind Ideen für Sponsoring willkommen. Wer spenden und damit die Arbeit des neuen Fördervereins unterstützen möchte, kann dazu noch die bisherigen Konten nutzen: Sparkasse Ulm 100065 (BLZ 630 5000), Raiffeisenbank Obermarchtal 661500004 (BLZ 60069346) und Volksbank Ehingen 630631000 (BLZ 63091010). Zunächst will der Verein seinen Internetauftritt aktualisieren und "etwas peppiger gestalten", wir Saup ankündigte.

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