Neue Funde aus dem Hohlen Fels vorgestellt

Die diesjährige Grabung am Hohlen Fels in Schelklingen ist abgeschlossen. Professor Dr. Nicholas Conard hat neue Funde vorgestellt. Ein Schwerpunkt der Grabung war die Zeit des Neandertalers.

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Gerade einmal einen dreiviertel Meter stark ist die Erdschicht, auf die Professor Nicholas Conard deutet. Nichts Gewaltiges, sollte man denken - und doch stellen diese dreiviertel Meter Erdreich im Schelklinger Hohlen Fels eine gewaltige Trennlinie in der Menschheitsgeschichte dar. Denn unterhalb dieser Schicht hat das Grabungsteam der Universität Tübingen um Maria Malina und Alexander Janas in den vergangenen Wochen Hinterlassenschaften der Neandertaler ausgegraben. Vor etwa 45.000 bis 50.000 Jahren lebten die Neandertaler im Hohlen Fels.

Einige tausend Jahre später siedelte der moderne Mensch, der von Afrika aus nach Europa kam, in der Höhle. Auch aus dieser Zeit haben die Archäologen in diesem Jahr wieder zahlreiche Funde entdeckt. Deutlich sind die Unterschiede zu sehen: Conard zeigte, dass die Steinklingen, die der moderne Mensch bearbeitet hat, ganz anders aussehen als die Steine des Neandertalers. Auch kunstvoll gefertigte Perlen, die der moderne Mensch vor rund 40.000 Jahren hergestellt hat, hat das Grabungsteam gefunden. Bildhauerei, Mode, Musik, ja sogar Anzeichen für eine spirituelle Geisteswelt - der Hohle Fels gibt vieles über die Entwicklung des Menschen preis. Allerdings, ein wichtiges Puzzlestück fehlt weiterhin: Die dreiviertel Meter Erde, die die Schichten trennen, gilt als "steril" - es sind dort nur Funde gemacht worden, die von Höhlenbären und anderen Tieren stammen. Das bedeutet, dass der Hohle Fels nach dem Weggang des Neandertalers wohl mehrere tausend Jahre nicht besiedelt war, bevor die modernen Menschen sich dort niederließen. Er persönlich habe immer erwartet, Hinweise auf eine Überlappung von Neandertaler und modernem Menschen in der Region zu finden, sagte Conard. "Aber wir können diese Begegnung nicht erfassen."

Von der möglichen Anerkennung des Hohlen Felsens und anderer Fundorte in der Region als Weltkulturerbe erhofft sich Conard jetzt mehr Aufmerksamkeit - gerade auch im Bereich der Politik. Und natürlich auch mehr Geld. "Andere Forschungsbereiche arbeiten mit Milliarden - bei uns geht es um 10.000 Euro", sagte Conard. Dabei zähle eine Venus vom Hohlen Fels sicher zu den ganz großen Kunstwerken der Menschheit, ähnlich einem Gemälde von Edvard Munch oder anderen großen Künstlern. Und noch etwas lag Conard am Herzen: Die Urgeschichte sei kein Thema mehr im Lehrplan der Schulen. Gerade noch das alte Ägypten werde dort behandelt, und die Zeit der Griechen und Römer - die Anfänge von Kunst und Kultur mit Werken wie der Venus vom Hohlen Fels spielten keine Rolle.

Ob es im Übrigen weitere Sensationsfunde wie die Venus gab, wollte Conard nicht preisgeben - es gibt strenge Auflagen, was die Veröffentlichung eines solchen Fundes betrifft. Nur soviel sagte Conard: Morgen, Mittwoch, werde in Tübingen wieder etwas Neues präsentiert. Und sollte in diesem Jahr wieder ein Sensationsfund gemacht worden sein, so muss dieser zunächst wissenschaftlich bearbeitet werden. Erst im nächsten Jahr wird die Öffentlichkeit davon erfahren.

Bei der Führung waren auch Schelklinger Stadträte und die beiden stellvertretenden Bürgermeister Jürgen Haas und Reiner Blumentritt vor Ort. Sie vertraten Bürgermeister Michael Knapp, der derzeit in Israel weilt. Blumentritt, der als Vorsitzender der Museumsgesellschaft viel zum Gelingen auch der diesjährigen Grabung beitrug, betonte noch einmal, wie wichtig ein Info-Zentrum am Hohlen Fels sei. Ebenfalls mit vor Ort: Zementwerksdirektor Hans-Georg Kraut. Heidelberg Cement unterstützt die Grabungsarbeiten.

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Kommentare

30.07.2014 06:02 Uhr

Antwort auf „DANkE, lieber Herr Raidt!!!”

In der Tat ist es doch bemerkenswert, dass es Herr Schmitz doch bei jeglichem Thema schafft, sein größtes Anliegen zur Sprache zu bringen. Leider ist dies völlig fehl am Platz und wir hoffen, er möge seine Ängste baldmöglichst auskurieren. Auf dass er und wir eines baldigen Moments voller Eifer sachlich über die Gegebenheiten aktueller Thematik diskutieren können.

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29.07.2014 23:49 Uhr

Antwort auf „DANkE, lieber Herr Raidt!!!”

Mal wieder ein typischer "Schmitz"!
Überraschend, dass er den Begriff "Konjugation" kennt, hätte man ihm gar nicht zugetraut. Nicht überraschend leider , dass er den Begriff hier falsch verwendet, denn konjugiert werden Verben. Substantive und Adjektive werden aber dekliniert, es geht hier also um die Deklination.
Auch hat die angeblich falsche Deklination nichts mit einem "Ausländer" zu tun, der der deutschen Sprache nicht "ganz so mächtig" ist. Aber über "Ausländer" zieht der Schmitz halt gerne her...
Die Frage, wie die Bezeichnung richtig dekliniert wird, ist durchaus umstritten bzw. es gibt mehrere Möglichkeiten, die man nicht generell als falsch oder richtig bezeichnen kann, siehe dazu zum Beispiel:

http://de.wikipedia.org/wiki/Hohle_Fels#Namensgeschichte

Gern geschehen!

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29.07.2014 23:23 Uhr

DANkE, lieber Herr Raidt!!!

Sie glauben nicht, wie sehr ich mich gefreut habe, als ich den Artikel gelesen habe. Endlich ein Journalist, der nich gedankenlos die falsche Konjugation der Bezeichnung 'Hohler Fels', eingeführt durch einen ausländischen und offensichtlich der deutschen Sprache noch nicht so ganz mächtigen Professor.

Es ist wirklich erfreulich, dass Sie sich dem verschlossen haben und die Bezeichnung richtig verwendet haben.

Ich meine damit so was wie "des Hohlen Felsens" und " ein Info-Zentrum am Hohlen Fels "

Danke!

Ich werde sicher dankend an Sie denken, wenn ich wieder mal am hohlen Felsen vorbei fahre. Morgen zum Beispiel. :-)

Danke!

Ihr

glücklicher Leser.

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