Munderkinger Gemeinderat berät über Stadtsanierung

In der Sitzung des Munderkinger Gemeinderats wurden weitere Details der Sanierung der Innenstadt beraten und beschlossen. Das Gesamtvolumen der Umbaumaßnahmen beträgt rund 1,85 Millionen Euro.

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Stadtplanerin Stefanie Burg präsentierte im Gemeinderat verschiedene Bodenbeläge "für das künftige Wohnzimmer in der Innenstadt", wie sie sagte. Foto: Burkhardt

Münzen in den Brunnen werfen, sich etwas wünschen und wieder kommen. Das ist eine der Ideen, die der Lichtdesigner Christian Vogt aus Winterthur am Donnerstag dem Munderkinger Gemeinderat und 40 Zuhörern als seinen "Masterplan" präsentierte. Die Vorstellung des Beleuchtungskonzepts, mit dem die Innenstadt lebendiger wirken und abends zum Verweilen einladen soll, war ein Teil des Pakets, das das Gremium für die Umgestaltung der Marktstraße und des Marktplatzes schnürte.

Der Lichtdesigner aus der Schweiz will in der Innenstadt mit LED-Technik arbeiten: "Wir haben dann viel mehr Licht und Lebendigkeit in der Stadt ohne höhere Stromkosten", sagte er. Wie berichtet, würde Vogt abends die geschichtsträchtigen Häuser, die Geschäfte und die Gastronomie ins rechte Licht setzen, die Umrisse des Heilig-Geist-Spitals mit kleinen Lichtern zeigen, die Donaubrücke sowie den Steg zur Wörthinsel, vielleicht den Schwemmstein, Teile der Donau und den Stadtgraben beleuchten. Mit Beifall bedachten die Räte und die Bürger seinen auf die "charmante, romantische Altstadt an der Donauschleife mit einer hohen Dichte an historischen Gebäuden" zugeschnittenen Masterplan.

Rund um die Brunnen könnten Lichtsteine und -taler ins Pflaster eingebaut werden, die Motive aus der Geschichte oder dem Brauchtum des Brunnenspringens und der Wusele zeigen. Ein weiterer Effekt: Die Brunnenfiguren würden aus dem Wasser heraus beleuchtet. Zudem schlug Vogt vor, die großen Bäume vor der Sparkasse und an der Ecke beim Café "Melber" zu beleuchten. Mit einem Projektor am Rathaus könnten im Winter Sterne und zur närrischen Zeit Fasnetssymbole an der Fassade strahlen.

Im Detail festzulegen brauchten die Räte sich nicht, es ging nur darum, die Leitungen für die Stromversorgung mit einzuplanen. Mit der Planung dieser Leitungen wird das Büro Reuder aus Bronnen bei Laupheim zum Pauschalpreis von 4391 Euro beauftragt. Der Auftrag für die Baugrunduntersuchung wird an das Büro Geotechnik Aalen zum Angebotspreis von 5850 Euro vergeben. Die Untersuchungen von 34 Gebäuden für die Beweissicherung wird beim Sachverständigen Bernd Faber in Erbach für 9984 Euro in Auftrag gegeben. Sollte er mehr als 50 Stunden benötigen, kann er lediglich bis zu 12 138 Euro in Rechnung stellen. Faber hatte mit diesem Angebot weit unter dem seines Kollegen Franz Rudolf aus Langenenslingen gelegen, der die Obergrenze mit 21 848 Euro kalkuliert hatte.

Insgesamt 1,85 Millionen Euro sind für den ersten Abschnitt der Innenstadtsanierung inklusive des neuen Abwasserkanals und der Wasserleitung mit je 250 000 Euro sowie des Straßenbaus mit 1,1 Millionen Euro angesetzt. Im Mix aus zwei verschiedenen, 14 Zentimeter dicken Platten aus spanischem Granit - "Gris Alba" und "Silvestre Moreno" - soll die barrierefreie, verkehrsberuhigte Zone gepflastert werden. "Ein hochwertiger Bodenbelag für das künftige Wohnzimmer in der Innenstadt", wie Stadtplanerin Stefanie Burg sagte.

Überarbeitet wird der von der Stadtplanerin präsentierte Gestaltungsplan nur noch im Bereich vor der Sparkasse. Das schon seit knapp zwei Jahren bekannte Konzept mit einer Linde in der Mitte des Platzes und mit Bänken hatte bei den Munderkinger Gemeinderäten keine Begeisterung ausgelöst, zumal Burg statt einer Abgrenzung mit sechs Pollern als Alternative eine zweistufige Treppe gezeigt hatte. Mit der Bemerkung, dass der Christbaum hinter der Linde dann aus dem Blickfeld sei, hatte Rätin Brigitte Schmid eine Debatte ausgelöst, die zu keiner Entscheidung führte. Daher soll diese nun in der nächsten Sitzung getroffen werden.

Begonnen werden sollen die Arbeiten am Ende der Marktstraße in Richtung Marktplatz. Der Durchgangsverkehr und die Rettungsfahrzeuge sollen über freizuhaltende Gassen anfahren, teilte Ingenieur Dr. Steffen Herrmann vom Ingenieurbüro Dr. Brenner mit.

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