Mit Kabinett und Kabarett

Vor 25 Jahren war Ministerprä-sident Lothar Späth zu Gast in Ehingen. Vor 50 Jahren ging es dagegen um einen Wasserrohrbruch sowie eine Sprengung.

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Vor 25 Jahren besuchte Ministerpräsident Lothar Späth (Zweiter von rechts) samt Kabinett Ehingen. Mit auf dem Bild sind Staatssekretär Ventur Schöttle (rechts) und Heinz Seiffert, damals Finanzbürgermeister (links).  Foto: 

Vor 25 Jahren

Großer Bahnhof in Ehingen: Der baden-württembergische Ministerpräsident Lothar Späth und sein gesamtes Kabinett waren zu Gast in der Stadt. In der Lindenhalle zog der Regierungschef mit seiner Ansprache, "die streckenweise kabarettistischen Charakter hatte", eine erwartungsgemäß positive Bilanz seiner Arbeit, hieß es. Außerdem servierte Späth den Ehingern eine aktuelle Nachricht: Verteidigungsminister Manfred Wörner sollte Generalsekretär der Nato werden. Im Anschluss an die Reden konnten die Besucher dem Ministerpräsidenten und den Kabinettsmitgliedern ihre Anliegen vortragen. Außerdem hatten die Politiker einige Unternehmen im Raum Ehingen besucht; sie ließen sich unter anderem das Ehinger Zellstoffwerk, heute Sappi, sowie den Altheimer Dachziegelhersteller Braas und Schwenk zeigen. In Munderkingen und in Oberstadion stellten sich der Umwelt- beziehungsweise der Innenminister den Fragen der Kommunalpolitiker.

Unter der Überschrift "Zeit der Enge ist passé" berichtete die Zeitung über den Umbau und die Erweiterung des Einwohnermeldeamtes im Ehinger Rathaus. 120 000 Mark waren investiert worden. Die Besucher hatten nun mehr Freiraum. Unter anderem waren Bildschirme an den Arbeitsplätzen installiert worden, das Amt hatte eine direkte Verbindung zum Rechenzentrum bekommen. Für freundliches Flair sorgten Zimmerpflanzen an den Schaltern und einige Aquarelle.

Die Post ließ bundesweit die Telefonzellen dahingehend umrüsten, dass auch Anrufe angenommen werden konnten. In Ehingen war einer der insgesamt drei Münzfernsprecher, die vor dem Postamt am Bahnhofsplatz standen, mit der neuen Technik ausgestattet worden, berichtete die SÜDWEST PRESSE.

Vor 50 Jahren

Weit mehr als eine Million Liter Wasser versickerten nach einem Rohrbruch in Ehingen. Binnen neun Stunden flossen pro Sekunde zwischen 30 und 40 Liter Wasser aus dem städtischen Leitungsnetz. Der Schaden hatte sich auf dem Gelände des neuen Sportstadions ereignet, berichtete die Zeitung. Selbst die unmittelbaren Anlieger hätten nichts von dem Vorfall gemerkt. Lediglich in einem Keller entstand ein Wasserschaden.

Ein Oberfeldwebel und acht Soldaten aus Ulm rückten in Ehingen an der Keltenstraße an. Ihr Auftrag: Sie sollten den Schornstein der früheren Seifenfabrik Falch in die Luft sprengen. Das ehemalige Fabrikgebäude war bereits zum größten Teil abgerissen worden. Die Sprengung des etwa 25 Meter hohen Schornsteins verlief ohne Zwischenfälle, "an Verlusten war nur eine Fensterscheibe zu beklagen", hieß es.

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