Mit dem Bus zur S-Bahn

Die S-Bahn soll das Rückgrat werden, auf das sich Buslinien stützen. So könnte der öffentliche Nahverkehr nach dem Vorbild "15-15" verbessert werden. Der Kreistags-Verwaltungsausschuss hat darüber beraten.

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Die Zukunft des öffentlichen Nahverkehrs im Alb-Donau-Kreis hat womöglich mit dem Projekt "15-15" begonnen. Dieses sieht vereinfacht gesagt so aus: Von Montag bis Freitag fährt tagsüber jede Stunde ein Bus von Laichingen zum Blaubeurer Bahnhof. Weil keine Umwege gefahren werden, beträgt die Fahrzeit nur gut 20 Minuten. Von Blaubeuren aus sind es mit dem Zug dann etwa 15 Minuten nach Ulm und 15 Minuten nach Ehingen. Nach Ansicht der Freien Wähler im Kreistag hat die Schnellbuslinie die Anbindung Laichingens wesentlich verbessert.

Davon könnten auch die Fahrgäste aus Gemeinden in der Laichinger Nachbarschaft profitieren, meinen die Freien Wähler. Voraussetzung sei ein sternförmiges Busliniennetz mit Laichingen in der Mitte. Was dieses Netz, in das zum Beispiel Westerheim und Heroldstatt sowie Nellingen und Merklingen eingebunden werden könnten, kosten würde, will die Fraktion von der Kreisverwaltung wissen.

"Das ist zum Beispiel auch im Raum Langenau interessant", sagte Landrat Heinz Seiffert, als es gestern im Verwaltungsausschuss des Kreistags um den Antrag der Freien Wähler ging. Die beantragten Modellberechnungen würden angestellt und die Ergebnisse im Frühjahr 2013 vorgelegt. "Das kann ich Ihnen zusagen." Denn: "Sie brauche eine Entscheidungsgrundlage."

Wolfgang Mangold, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler und Bürgermeister von Langenau, deutete an, worüber der Kreistag entscheiden soll: Das Modell der Laichinger Alb solle flächendeckend fortgesetzt werden und mit der geplanten S-Bahn verknüpft werden.

Mangold bezog sich ebenso wie später Brigitte Schmid von den Grünen auf das vom Regionalverband Donau-Iller in Auftrag gegebene Konzept für eine regionale S-Bahn. Die kürzlich vorgelegte Hauptstudie bescheinigt einer S-Bahn auf den sechs nach Ulm führenden Strecken hohe Wirtschaftlichkeit. Allerdings handelt es sich nicht um ein amtliches Gutachten. Ein solches, eine so genannte standardisierte Bewertung, solle rasch in Auftrag gegeben werden, sagte Brigitte Schmid. Schließlich sei diese Bewertung Voraussetzung für Zuschüsse und somit für Verbesserungen des Schienennahverkehrs noch in diesem Jahrzehnt. Kein Widerspruch kam daraufhin von Landrat Seiffert: "Wir müssen dranbleiben."

Unterschiedlicher Ansicht sind Seiffert und die Grünen jedoch, was die mögliche Bahnverbindung zwischen Erbach und Ehingen betrifft. Diese ist nicht Bestandteil des S-Bahn-Konzepts, weil sie den Gutachtern zufolge nicht wirtschaftlich wäre. Nach Ansicht der Grünen sollte die Trasse trotzdem für den möglichen späteren Schienenbau freigehalten werden. CDU-Kreisrat Heinz Wiese sprach sich ebenfalls dafür aus. Seiffert betonte aber, dadurch würden die Anliegerkommunen, nicht zuletzt Erbach, in ihrer Entwicklung eingeschränkt. Sein Stellvertreter Hartmut Melzer wies darauf hin, dass das Gelände für die Trasse nur in Flächennutzungsplänen reserviert werden kann - und die stellt nicht der Kreis auf, sondern die Kommunen.

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