Allmendinger Mediathek soll nun doch kommen

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Das alte in die Jahre gekommene Rathaus soll nun doch zur Mediathek werden. Noch vor einem Jahr lehnte der Gemeinderat das Vorhaben ab. Foto: Sven Koukal  Foto: 

Das alte Rathaus in Allmendingen hat „eine längere Vorgeschichte“, wie Bürgermeister Robert Rewitz am Mittwoch im Gemeinderat betonte. Damit meinte er nicht die nunmehr 179-jährige Existenz des Gebäudes in der Ortsmitte, das bis 1937 als Rathaus diente. Rewitz spielte auf den zukünftigen Verwendungszweck des Hauses an: Dort soll nun doch eine Mediathek eingerichtet werden, der Rat sprach sich einstimmig dafür aus. Denn nun ist eine höhere Förderung  für die Ortskernsanierung in Aussicht – höher, als vom Regierungspräsidium zunächst zugesichert.

Seit dem Jahr 2007 beschäftigt sich der Rat mit dem alten Rathaus. Vor genau einem Jahr hatten die Räte das Vorhaben, dort eine Mediathek einzurichten, entschieden abgelehnt – der Unterhalt einer solchen Einrichtung sei zu teuer. Der Bürgermeister stellte ohne konkreten Verwendungszweck dennoch einen Antrag, die Förderzusage zu verlängern. Und das Regierungspräsidium Tübingen verlängerte den Bewilligungsbescheid bis 2018.

Nach einer Begutachtung vor Ort hatte Tübingen im Juni dieses Jahres grünes Licht für eine mögliche Aufstockung gegeben. Nach „sehr offenen und kontrovers geführten Diskussionen“ bei nichtöffentlichen Strategieplanungen des Gemeinderats im August setzte sich gegen drei alternative Nutzungsmöglichkeiten der Plan der Mediathek durch.

Der ortskundige Architekt August Münz begutachtete mit Experten die diversen Mängel in dem alten, renovierungsbedürftigen Haus. Die Baupläne für die neue Einrichtung zeigen im Erdgeschoss eine Mediathek mit Lesecafé und einem 24-Stunden-Rückgabeautomaten. Im Obergeschoss soll es Medien für Kinder und Jugendliche geben. Ausreichend Sitzmöglichkeiten sollen zum Verweilen einladen. Die Kosten für die Einrichtung und Bestückung der Mediathek beliefen sich auf 73 000 Euro. Die  Sanierung der Mediathek kommt auf eine Summe von rund 900 000 Euro.

Im Obergeschoss will die Gemeinde zusätzlich eine 4,5-Zimmer-Wohnung mit 115 Quadratmetern einrichten, die über eine zu bauende Außentreppe an der Ostseite erreichbar ist. 225 000 Euro werden dafür veranschlagt, die Gemeinde plant, die Wohnung zu verkaufen. Zwei der fünf angrenzenden Garagen sollen erhalten bleiben und als Stauraum für Bürgerhaus und Mediathek dienen.

Von den rund 1,2 Millionen Euro Gesamtkosten sollen, so rechnet die Gemeinde, etwa  500 000 Euro als Zuschuss aus dem Landessanierungsprogramm kommen. Zusätzlich erhofft sich Bürgermeister Rewitz eine Hilfe aus dem Ausgleichstock, sodass am Ende das Projekt zu etwa 75 bis 80 Prozent bezuschusst werde.

Die Entscheidung sei schwer gefallen, betonte Ratsmitglied  Veronika Balzer. Denn das alte Rathaus sei ortsgeschichtlich bedeutsam und ortsbildprägend.

Außerdem beschloss der Rat, die Breitbanderschließung in Allmendingen durch das so genannte Backbonenetz, der Hauptleitung für die Kommune, bis spätestens Ende 2018 zu errichten. „Dieser Beschluss ist meiner Meinung nach ein Quantensprung“, freute sich der Bürgermeister. Die einstige „Zwei-Klassen-Gesellschaft“ mit einer ungleichen Verteilung des schnellen Netzes soll bald Geschichte sein. Die aktuelle Versorgung sei ein Zwischenstand und kein Zukunftsstandard.

Jedes Haus soll irgendwann mit Glasfaserkabel versorgt sein. Die FTTB (Fiber to the Building)-Anschlüsse, also Glasfaser bis an die Grundstücksgrenzen, sollen bis zu 450 000 Euro kosten. Die genauen Kosten stehen noch nicht fest. Für die Hausanschlüsse sind dann die Eigentümer zuständig. Das Gewerbegebiet Riedäcker sowie das Schulzentrum sollen im Jahr 2019 damit versorgt werden. Dafür muss ein so genannter Point of Presence (POP) im Rathaus gebaut werden – eine Vermittlungsstelle zwischen Backbone und innerörtlichem Netz.

Eine neue Kantine mit Sozialräumen im Erdgeschoss soll auf dem Firmengelände des Allmendinger Zementwerks entstehen. In unmittelbarer Nähe zum neuen Parkplatz, links neben der Werkseinfahrt, soll im Frühjahr dafür Baubeginn sein. Zwei bestehende Gebäude werden davor abgerissen. Grundvoraussetzung für den Neubau mit Zementfassade sei der Wunsch der Werksleitung, dass die Kantine auch weiterhin für externe Besucher gut erreichbar sei.  sk

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