Markus Mussotter verabschiedet: Seitenwechsel zur Verwaltungsgemeinschaft

Im Rathaus ist der Hauptamtsleiter feierlich verabschiedet worden. Einige Bürger waren am Bericht der Restauratorin zum „Löwen“ interessiert.

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Michael Lohner hat Markus Mussotter nach 14 gemeinsamen Jahren im Rathaus verabschiedet. Der 45-jährige wird Geschäftsführer der Verwaltungsgemeinschaft Munderkingen  Foto: 

Als es an die Sitzverteilung während der Gemeinderatssitzung ging, sollte Markus Mussotter, bisheriger Hauptamtsleiter der Stadt Munderkingen, nicht mehr wie sonst zur Rechten des Bürgermeisters sitzen, sondern wie Gäste links von ihm. „Aber ich bin doch kein Gast, ich will doch weiter mitschaffen“, zitierte Bürgermeister Dr. Michael Lohner die Bemerkung des Scheidenden bei der feierlichen Verabschiedung am Donnerstag. Der Bürgermeister konnte gar nicht genug Worte finden, um seine Hochachtung und seine gute Meinung von Mussotter zu verdeutlichen, schien es.

Superlative kamen zum Einsatz, als der hervorragende, weit überdurchschnittliche Einsatz für das vielseitige und fordernde Amt beschrieben wurde. Auch menschlich habe immer alles bestens geklappt. „Er liebt das Detail, kann aber auch gut zusammenfassen und präsentieren“, sagte Lohner, der herzlichen Dank – auch an Ehefrau Gabriele und Tochter Lena-Maria gerichtet – und die Freude auf die weitere Zusammenarbeit ausdrückte. Als Geschenk gab es ein Bild des Munderkinger Künstlers Hans-Jürgen Knupfer. Mussotter ist als Geschäftsführer der Verwaltungsgemeinschaft Munderkingen auch Fachbeamter für das Finanzwesen, wie sein Vorgänger, Wilhelm Fügner.

Im mittleren Dienst gestartet

Im mittleren Dienst gestartet und zum höheren Dienst mit Studium heraufgearbeitet, sei es für den 45-Jährigen jetzt der richtige Zeitpunkt nochmal einen Karrieresprung zu machen, meinte Lohner. Dem stimmte auch Gemeinderat Waldemar Schalt im Namen aller Gemeinderäte zu. Von ihnen gab’s einen großen Geschenkkorb und Blumen. Mussotter selbst bedankte sich bei sämtlichen Gliedern der Verwaltung und der Stadt bis hin zu den Vereinen und der Feuerwehr.

Die ehrte übrigens ebenfalls mit einer Abordnung und einem Geschenk persönlich den Hauptamtsleiter. Mussotter: „Ich gehe nicht, weil’s mir hier nicht gefällt, sondern wegen der neuen Herausforderung.“

Der Munderkinger hatte 1999 als Leiter der Allgemeinen Verwaltung in der Verwaltungsgemeinschaft Munderkingen angefangen. Zwei Monate später fing Bürgermeister Lohner im Rathaus zwei Häuser weiter an. Er habe es nie bereut, ihn 2003 als Hauptamtsleiter abgeworben zu haben, nachdem Siegfried Roser in den Ruhestand gegangen war. Lohner und der Gemeinderat hießen schließlich auch nochmal die neue Hauptamtsleiterin Birgit Müller mit Applaus willkommen.

Spuren aus Barock

Zuvor hatte die Munderkinger Restauratorin Barbara Meschke in einem Lichtbildvortrag einen Teil ihrer zweimonatigen Voruntersuchung im ehemaligen Gasthaus „Löwen“ ausführlich präsentiert. Dazu waren mehrere interessierte Bürger als Zuhörer da. Das Fazit: Es gibt in allen Stockwerken unter den verschiedenen Schichten von Putz noch wertvolle, barocke Spuren aus der Erbauungszeit um das Jahr 1600. Meschke: „Ich kann aber kein Versprechen darüber abgeben, ob man diese flächig wieder herausarbeiten kann.“ Das bisher als Anbau angesehene Haus war Meschke zufolge das Haupthaus, das zuerst entstand. Der Gewölbekeller darunter sei ungewöhnlich groß für die damalige Zeit und dürfte mit dem Braurecht zusammenhängen. Das heißt, hier wurde Bier zum Nachgären gelagert, angeblich bei konstanten minus 12 Grad.

Die weiteren, kleineren Keller unter den beiden einst stattlichen Stadthäusern bildeten ein System, vielleicht auch mit einem Eingang zur Straße hin, und Wasserleitungen. Da der Vortrag aus Zeitgründen abgebrochen werden musste, soll Meschke dem Rat bei einer Begehung weitere Informationen im „Löwen“ geben.

Die Restauration und Sanierung des Gebäudes wird sich noch um Jahre verzögern, hatte der Bürgermeister Lohner schon zu verschiedenen anderen Gelegenheiten gesagt. Vor allem die Finanzierung ist hier noch das Problem.

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