Manfred Weber ist Ehrenbürger

Nach 24 Jahren trägt die Gemeinde Oberstadion eindeutig die Handschrift von Bürgermeister Manfred Weber. Zum Abschied aus dem Amt verlieh ihm die Gemeinde am Samstagabend die Ehrenbürgerwürde.

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  • Verbandsvorsitzender Dr. Michael Lohner und die Bürgermeister Uwe Handgrätinger und Hans Rieger warteten mit einem außergewöhnlichen Abschiedsgeschenk auf: Nostalgische Munderkinger Rennbretter samt Gutschein für moderne Skier. 1/2
    Verbandsvorsitzender Dr. Michael Lohner und die Bürgermeister Uwe Handgrätinger und Hans Rieger warteten mit einem außergewöhnlichen Abschiedsgeschenk auf: Nostalgische Munderkinger Rennbretter samt Gutschein für moderne Skier.
  • "Heidanei, jetzt bin i au no Ehrenbürger" - Manfred Weber strahlt, mit ihm sein Stellvertreter Georg Steinle und Gemeinderätin Karin Traub. Fotos: Doris Moser 2/2
    "Heidanei, jetzt bin i au no Ehrenbürger" - Manfred Weber strahlt, mit ihm sein Stellvertreter Georg Steinle und Gemeinderätin Karin Traub. Fotos: Doris Moser
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Der Abend war lang und vergnüglich, mit viel Lob und originellen Geschenken wurde Bürgermeister Manfred Weber im Beisein von etwa 160 Gästen im Bürgersaal in den Ruhestand verabschiedet. Es wird wohl eher ein Unruhestand, denn der 61-jährige, agile Schultes begibt sich noch lange nicht aufs Altenteil. Nach einem Beschluss des Gemeinderats ist Weber nun der einzige Ehrenbürger von Oberstadion, strahlend nahm er die Urkunde entgegen. "Jetzt fließen doch noch ein paar Tränen", gestand er. Angesichts der großen Wertschätzung darf sich Weber nach seinem Amtsvorgänger Hartmut Schneider nun als neuer "König des Winkels" fühlen.

Die Ehrenbürgerwürde steht für sein großes Engagement, das unermüdliche Schaffen und seine Kreativität. Viele Ideen, Herzblut und Leidenschaft habe Weber investiert, um die Gemeinde voranzubringen, hob sein Stellvertreter Georg Steinle als Laudator hervor. Oberstadion habe sich in den 24 Jahren von einem biederen Dorf in ein lebendiges und vielschichtiges Zentrum gewandelt, sei mehrfach ausgezeichnet und trage den Titel "Modellgemeinde". Die neue Dorfmitte und das Krippenmuseum wie auch der Osterbrunnen haben die "Winkel"-Gemeinde überregional und sogar im Ausland bekannt gemacht. Um 30 Prozent wuchs die Einwohnerzahl in den 24 Jahren auf rund 1600 Bürger, ein deutliches Signal dafür, dass sich die Menschen hier wohl fühlen. Rast- und ruhelos war Weber stets am Werk, gelegentlich auch mal auch "auf 180", wenn ihm etwas gegen den Strich ging oder der Gemeinderat sein Tempo etwas mäßigen wollte. Doch er war stets Motivator, mobilisierte ein großes ehrenamtliches Potenzial - und er initiierte in diesem Geist auch die Oberstadioner Fasnet. In seinem Gedicht erinnerte Georg Steinle an die Vision Webers, die Gemeinde mit einem Golfplatz noch attraktiver zu gestalten. Daraus wurde nichts. Für den Sport im Ruhestand schenkte der Gemeinderat dem Bürgermeister ein Fahrrad. "Mit dem komm i da Bussa nauf", freute er sich.

Manfred Weber dürfe stolz sein auf seine Lebensleistung und übergebe dem Nachfolger Klaus Schwenning ein wohl bestelltes Haus, befand Landrat Heinz Seiffert. Oberstadion sei ein mustergültiges Dorf und mit dem Krippenmuseum sei auch ein touristischer Stern über dem "Winkel" aufgegangen, zollte der Landrat Respekt. Die Ideen, Projekte und der Tatendrang Webers erforderten aber auch viel Geld, und um es an Land zu ziehen, sei dem Schultes kein Weg zu weit gewesen. In den 24 Jahren flossen 4,3 Millionen Euro aus dem Ausgleichstock nach Oberstadion, ferner viele weitere Millionen aus verschiedenen Fördertöpfen, doch dieses Geld sei sinnvoll und nachhaltig investiert worden. Mit Tatkraft, Elan und höchster Motivation habe Weber über 24 Jahre hinweg die Gemeinde geprägt und vorangebracht, lobte der CDU-Landtagsabgeordnete Karl Traub. Ehrgeizig und ohne Rücksicht auf seine Gesundheit habe er mehr als seine Pflicht getan, unterstützt von seiner Frau Sonja, die Rückhalt gab und das Arbeitspensum mit ihrem Mann teilte.

Kurzweilig, lustig und unterhaltsam sollten die Reden sein, hatte sich Weber gewünscht, und Munderkingens Bürgermeister Dr. Michael Lohner setzte sich deshalb eine rote Pappnase auf. Er habe für den Verwaltungsverband, die Schulen, die Buwag und mehrere Verbände zu sprechen und das alles in zehn Minuten, klagte Lohner. Zwei Eigenschaften Webers hob er besonders hervor: Er sei ein großer Fastnachter und er habe kein Zeitgefühl. So kam es öfter vor, dass er Sitzungen kurz verließ, um "gschwind ebbes anderes zu erledigen". Schließlich hatte er immer viel Arbeit. Nostalgische Skier, vermutlich vom Krempelesmarkt, hatte Lohner als Präsent dabei, aber ebenso einen Gutschein für eine moderne Bretter-Version.

Rektor Martin Romer sang und spielte im Fasnetshäs für den Schultes. Meist haben er und Weber in schulischen Dingen an einem Strang gezogen, sich hin und wieder auch die Zähne gezeigt, doch immer wieder zusammengefunden. Markus Heitele würdigte als Sprecher der 15 "Winkel"-Vereine den scheidenden Schultes als Freund und Förderer der Vereine. Vor 24 Jahren gab es keine Fasnet, keinen Singkreis und von einem Krippenverein hatte man nicht mal geträumt. Weber initiierte auch das "Winkel"-Ferienprogramm und stets konnten sich die Vereine auf ihn und sein Team im Rathaus verlassen.

Vor der Feier im Bürgersaal feierte Pfarrer Walter Ruoß für den Schultes und 300 Besucher einen eindrucksvollen Dankgottesdienst und sagte Weber ein herzliches "Vergelts Gott" für alles Gute, das er für Gemeinde und Bürger getan hat.

Für amüsante Unterhaltung sorgten im Bürgersaal "Mannes Sangesmannen" aus Bad Wurzach. Originelle Comedy in Kombination mit gekonntem und frechem Gesang erheiterten die Gäste. Es war das perfekte Rahmenprogramm, das mit begeistertem Applaus belohnt wurde. Erst nach Mitternacht sagte Weber dann endgültig Adieu.

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