Lohner lobt das MVZ

Munderkingen geht es gut, sagt Bürgermeister Michael Lohner mit Blick auf die ärztliche Versorgung. Er hat auf einem Strategiekongress in Berlin das Zentrum für Medizin, Pflege und Soziales vorgestellt.

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Munderkingens Bürgermeister Michael Lohner in Berlin: Vom Zentrum für Medizin, Pflege und Soziales profitiert die ganze Raumschaft. Foto: Bundesverband

Das MVZ in Munderkingen gilt als Leuchtturmprojekt für den ländlichen Raum, sagt Bürgermeister Dr. Michael Lohner nach seiner Rückkehr von dem Strategiekongress des Bundesverbands der Medizinischen Versorgungszentren in Berlin. Vor Führungskräften aus Kliniken und medizinischen Zentren hat Lohner aus Sicht einer Kommune vorgestellt, wie sich die Stadt Munderkingen zur Realisierung des MVZ der Krankenhaus GmbH eingebracht hat.

"Im Vergleich zu sehr vielen ländlichen Regionen in Küstennähe in Norddeutschland oder auch in Ostdeutschland leben wir diesbezüglich in geradezu paradiesischen Zuständen", berichtet Lohner nach seiner Rückkehr. Die hausärztliche Versorgung und auch die ambulante Facharztversorgung sei dort bereits in einem erschreckend schlechten Zustand und werde sich künftig noch verschärfen. Lohner erinnert daran, dass auch im Land die Zahl der Hausärzte stark gesunken ist und der Hausärzteverband die flächendeckende hausärztliche Versorgung für nicht mehr gesichert hält. Die Kassenärztliche Vereinigung rechne damit, dass in vier bis fünf Jahren weitere 500 Praxen nicht wieder besetzt werden können.

"Es gibt viele Gründe, warum junge Ärztinnen und Ärzte sich nur noch selten für eine eigene Praxis auf dem Land entscheiden", schreibt Lohner und führt einige davon auf: Eine neue Praxis einzurichten koste viel Geld und sei damit ein hohes Risiko, vor allem auch deshalb, weil das Budget pro Patient gedeckelt ist. "Das heißt, viele Behandlungen an einem Patienten bringen nicht automatisch mehr Geld, führen aber gleichzeitig zu hoher Arbeitsbelastung. Diese wird im Extremfall gar nicht bezahlt." Hinzu kämen der bürokratische Aufwand und das Problem, dass die Krankenkassen mit hohen Regressforderungen drohen, wenn das Arzneimittelbudget des Arztes überschritten wird. "Hier kann man ganz klar einen Missstand im Gesundheitssystem zu Lasten der ambulanten Versorgung im ländlichen Raum und damit zum Nachteil der Ärzteschaft und der Patienten erkennen."

Lohner ist überzeugt: Medizinische Zentren schafften dagegen die Möglichkeit, mit anderen Ärzten zusammen Urlaubs- und Krankheitsvertretung sowie auch Teilzeitbeschäftigung zu realisieren. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sei so besser möglich. Abgesehen davon seien Arbeitsplätze für Frauen im MVZ gerade im ländlichen Raum eine wichtige Komponente. " Die ganze Raumschaft profitiert davon", lobt Lohner das MVZ in Munderkingen.

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