Lernen im Alltag

Um die Sprachentwicklung eines Kindes im Kindergarten zu fördern, seien gut ausgebildete Erzieherinnen sehr wichtig. Zudem wird Sprache laut Fachberaterin Beate Huber vor allem in Alltagssituation erlernt.

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Beim Spielen und anderen alltäglichen Situationen lernen Kinder am leichtesten, richtig zu sprechen. Archivfoto

Drei Dinge seien bei der Sprachförderung extrem wichtig: Es sollte möglichst früh damit begonnen werden, am besten schon bei unter Dreijährigen, denn die wichtigsten Grundlagen für Sprache werde in den ersten Lebensjahren gelegt. Kinder lernen Sprache am leichtesten in alltäglichen Situationen: beim Essen, Spielen, Spazierengehen. Des Weiteren sei eine fundierte Ausbildung der Erzieherinnen vonnöten. Das sagte Beate Huber von der Kindertagesstättenfachberatung des Evangelischen Kirchenbezirks. Huber berät im Alb-Donau-Kreis und in Ulm 44 Kindergärten bei der Sprachförderung und hat im Sozialausschuss des Kreistags darüber berichtet. Denn nachdem das Gesundheitsamt bei einem Kind einen "intensive Förderbedarf" festgestellt hat (siehe Info-Kasten), wird im Kindergarten entsprechend gearbeitet. Dafür bekommt die Einrichtung Geld vom Land Baden-Württemberg. Dessen erklärtes Ziel: "Die intensive Sprachförderung im Kindergarten hat zum Ziel, die Sprach- und Kommunikationsfähigkeit in der deutschen Sprache der Kindern so zu verbessern, dass sie an den Bildungsprozessen in der Schule teilhaben können."

Beate Huber erklärte, es sei sehr wichtig, dass die Erzieherinnen wissen, wie das Lernen von Sprache funktioniert und den Kindern somit auch die entsprechende Angebote machen können. Fast alle Kindergarten-Mitarbeiterinnen hätten sich inzwischen dafür schulen lassen. "Die Weiterbildungsangebote wurden extrem nachgefragt." Das sei auch gut so, denn nach Hubers Erfahrung ist es deutlich nachhaltiger, wenn die Erzieherinnen der Einrichtung selbst die Sprachförderung mit den Kindern machen und keine Kräfte von außerhalb. "Denn so bleibt das Wissen und die Erfahrung im Haus." Zudem sei damit mehr Kontinuität in der Arbeit gewährleistet. Sie rate daher dazu, dass externe Kräfte, die für die Sprachförderung in einen Kindergarten kommen, lieber die normale Gruppe betreuen sollten, während die Erzieherin mit den förderbedürftigen Kindern arbeite.

Auch auf die verschiedenen Sprachförderprojekte ging Beate Huber ein, zum Beispiel "Sag mal was" der Baden-Württemberg-Stiftung und "Singen - Bewegen - Sprechen" des Landes. "Die sind alle zusätzlich nett, aber letztlich sind sie aufgesetzt." Zumal "Sag mal was" für Vorschulkinder konzipiert worden sei - und damit deutlich zu spät ansetze, um wirklich noch etwas zu bewirken. Diese Projekte könnten die kontinuierliche Arbeit der Erzieherinnen im Alltag nicht ersetzen, betonte Huber. Und das heißt vor allem: Mit den Kindern sprechen, sprechen, sprechen. Dass hier vor allem die Eltern gefragt, versteht sich von selbst. Von Geburt an.

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