Landwirt aus Raum Munderkingen kommt aus Haft vor Gericht

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Ein lediger, 52-jähriger Landwirt aus dem Raum Munderkingen ist gestern ins Amtsgericht Ehingen aus der Haft vorgeführt worden. Der Staatsanwalt wirft dem Angeklagten vor, sich entgegen einer richterlichen Verfügung einem anderen Landwirt genähert und diesen beleidigt zu haben. Das Verfahren wurde auf Mitte November vertagt.

Zu dem Vorfall der Beleidigung soll es Mitte Februar dieses Jahres in einer Arztpraxis im Raum Munderkingen gekommen sein. Der angeblich beleidigte Landwirt sagte als Zeuge in dem Verfahren aus. Der ebenfalls 52-jährige Tierwirtschaftsmeister schilderte den Vorgang so: Er sei  in die Arztpraxis gekommen, um einen verletzten Finger behandeln zu lassen. Dort habe er an der Patientenannahme gestanden, und dann sei der Angeklagte hereingekommen und habe ihn wüst beschimpft: Die Worte „Steuersünder“, „Umweltverschmutzer“ und „Schwarzbauer“ seien gefallen, und der Satz: „Jetzt bist Du dran!“ Als er den sich Nähernden auf das richterlich verfügte Abstandsgebot aufmerksam machte, habe der Angeklagte abgewinkt: Die Verfügung sei ihm „scheißegal“, soll der ledige Landwirt reagiert haben.

Aus Sicht des Angeklagten stellt sich der Vorgang von Mitte Februar in der Arztpraxis anders dar: Der angeklagte Erwerbsminderungsrentner führte in der Verhandlung aus, dass er sich in der Arztpraxis wegen Schmerzen behandeln lassen wollte. Dann sei der Tierwirtschaftsmeister gekommen. An sich anschließende, beleidigende Worte wollte sich der Angeklagte nicht erinnern. So stand Aussage gegen Aussage. Richter Wolfgang Lampa will für einen zweiten Verhandlungstermin Mitte November eine Arzthelferin vorladen. Diese soll als Zeugin befragt werden, wer als Erster die Arztpraxis betrat - der Angeklagte oder der Zeuge - und wie sich das Streitgespräch entwickelte.

Keine Handgreiflichkeit mehr

Der Rechtsanwalt Armin Ziegler hielt seinem Mandanten zu Gute, dass es in der Arztpraxis nicht zu einer Eskalation mit Handgreiflichkeiten gekommen ist. Dies war in der Vergangenheit in einer Bäckerei schon einmal der Fall gewesen. Damals hatte der Angeklagte dem Zeugen „zwei geknallt“ und ihn kräftig „geschüttelt“.

Außerdem wurde in der gestrigen Verhandlung erwähnt, dass das richterliche Abstandsgebot für den Angeklagten zum Zeitpunkt des Vorfalls in der Arztpraxis nur noch zwei Tage Bestand haben sollte. Dies war dem Zeugen damals gar nicht bewusst, wie er aussagte. Das konnte ihn schließlich auch nicht daran hindern, gegen den Stalker eine Woche nach dem Zusammentreffen Anzeige zu erstatten.

In der Verhandlung wurde deutlich, dass der Angeklagte wegen eines nicht eingehaltenen Fahrverbots mit dem Gesetz in Konflikt geraten war. Der Angeklagte erklärte dazu, dass er als Landwirt auf das Fahren von Fahrzeugen nicht verzichten könne. Ende September solle er vorzeitig aus der Haft entlassen werden.

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