Kunststoff-Becher an der Bühlstraße

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An der Oberstadioner Bühlstraße sollen Mehrweg-Coffee-to-go-Becher hergestellt werden. Im nächsten Sommer soll mit der Produktion begonnen werden. Das Bauvorhaben wurde vom Gemeinderat mehrheitlich befürwortet. Peter Winghart, der am Bodensee wohnt, möchte in einem ehemaligen Schweinestall die Idee umsetzen: Dort soll Plastikgranulat in einen Trichter gefüllt und mittels einer Maschine zu Mehrweg-Kaffeebechern verarbeitet werden.

Wie er gestern auf Anfrage sagte, soll dies im Nebenerwerb stattfinden. „Das Ganze hat einen ethischen Hintergrund. Ich möchte als Beispiel vorangehen“, sagt Winghart. Er sei seit 25 Jahren in der Kunststoffbranche, seit fünfeinhalb Leiter der Entwicklungsabteilung eines großen Konzerns. „Das Knowhow ist da, das Equipment ist teils schon in Oberstadion, und ich kann dann an einem Wochenende mal mehrere Tausend Becher herstellen, das läuft vollautomatisch. Mal schauen, was sich daraus entwickelt.“

Aus Bio-Kunststoffen – etwa solchen, die aus der Rizinus-Pflanze hergestellt werden – und konventionellen Kunststoffen sollen verschiedene umweltfreundliche, teils CO2-neutrale Mehrweg-Becher hergestellt werden. Im Raum München seien solche Becher bereits verbreitet. Nun hofft Winghart, dass über seine guten Kontakte auch in der Design- und Marketing-Branche ein entsprechender Hype auch in Baden-Württemberg möglich ist, wobei er mit hochwertigsten Materialien wie etwa bei Babyflaschen oder in der Medizin ein hochpreisiges Produkt entwickelt. „Qualitativ bin ich da sicher ein Pionier.“ Über einen Online-Shop sollen Privatkunden erreicht werden, außerdem will Winghart Tankstellen und Bäckereien von seinem Konzept überzeugen. Diese könnten die Becher im Tauschsystem herausgeben und reinigen, sie könnten 500 bis 1000 Mal verwendet werden.

Bürgermeister Kevin Wiest pries in der Gemeinderatssitzung am Montagabend den Müllvermeidungseffekt dieser Produktion. Die Maschine verursache auch keinen großen Lärm, „nur 70 Dezibel“. Der Bürgermeister fand die Idee „toll“ und „super“, aus dem Gemeinderat verlautete „faszinierend“ und „hochinteressant“. Gemeinderat Georg Steinle pflichtete bei: „So mancher hat in einer Garage angefangen, und dann ist ein Großbetrieb draus geworden.“

Ein weiteres Thema der Sitzung: Die Schreinerei Ott in Mühlhausen will auf dem Flurstück 1005 eine Lagerhalle bauen. „Sie  ist weit genug von der Grundstücksgrenze weg“, stellte Bürgermeister Wiest fest. Er hielt das Investitionsvorhaben für eine „sehr schöne Geschichte“: „Die Auftragslage ist sehr gut.“ Der Gemeinderat erteilte einstimmig das Einvernehmen. In Rettighofen sollen im Zuge der Verlegung der Gasleitung ein Kabelschacht eingebaut und Bordsteinrinnen erneuert werden. Das kostet insgesamt 6000 Euro. „Der Haushalt gibt diese Maßnahme her“, sagte Bürgermeister Wiest; der Gemeinderat stimmte einstimmig zu. Sieben Hundetoiletten sollen für 2700 Euro angeschafft werden. Der Bauhof installiert, leert und wartet diese auf einer Betonstufe festgeschraubten Behälter. Der Bürgermeister hatte drei Angebote eingeholt: Das günstigste Modell ist bereits in Emerkingen, Rottenacker und Munderkingen in Gebrauch. Diese Gemeinden seien „sehr zufrieden“ mit diesem Produkt, sagte der Bürgermeister. Er hat auch schon einen Sponsor für zwei der Toiletten gefunden: Eine Tierarztpraxis lässt einen Schriftzug aufdrucken. Die Standorte der Hundetoilette sind bereits in einer vergangenen Sitzung festgelegt worden. Sie sollen einmal pro Woche geleert werden, dann halte sich die Geruchsbelästigung in Grenzen.

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