Kreis plant Ansprechstelle für Integration

Der Kreis soll einen Integrationsbeauftragten bekommen, Ehingen sein kommunales Netzwerk ausbauen. Dafür gibt es jeweils Geld aus Stuttgart.

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Mit einem neuen Förderprogramm will das baden-württembergische Ministerium für Integration Kreise, Städte, Gemeinden und freie Träger bei der Integrationsarbeit vor Ort unterstützen. Doch nach der Bekanntgabe der für 2014 ausgewählten Initiativen gibt es etwa beim Arbeitskreis Migration Alb-Donau, der gestern getagt hat, eine gewisse Betroffenheit, die der Vorsitzende Peter Bausenhart so beschreibt: "Wir sehen die Gefahr, dass die Integrationsarbeit vor Ort mittelfristig geschwächt wird, weil es so aussieht, als werde auf Kosten der aktiven Arbeit jetzt in die Schaffung von Strukturen investiert."

Anlass für die Sorge Bausenharts ist die Tatsache, dass der Alb-Donau-Kreis (105 000 Euro über drei Jahre für die Einrichtung einer zentralen Ansprechstelle) und die Stadt Ehingen (17 100 Euro über drei Jahre für den Aufbau eines kommunalen Netzwerks Integration) Förderzusagen erhalten haben, andere wie der Ehinger Freundeskreis Migranten und der Kinderschutzbund aber leer ausgegangen sind.

Das Ministerium räumt ein, dass die Nachfrage weit größer war: Bewilligt wurden 102 Projekte mit einem Fördervolumen von 3,6 Millionen Euro; eingegangen waren 336 Projektanträge über 12,5 Millionen Euro. Deshalb hätten sich Jury und Ministerium bei ihrer Auswahl auf strukturbildende und qualifizierende Maßnahmen konzentriert.

Weil sowohl beim Kreis als auch bei der Stadt noch keine Förderzusagen eingetroffen sind, wollen beide jetzt keine Details zu den geplanten Maßnahmen sagen. Ehingens Bürgermeister Sebastian Wolf bestätigt jedoch Sorgen bei den beiden Vereinen, die praktische Integrationsarbeit leisten und nun bei ihrer Hausaufgabenbetreuung und dem Projekt "Anna & Marie" um die Finanzierung bangen. Deshalb soll es mit Freundeskreis und Kinderschutzbund Gespräche über die neue Situation geben, sagte Wolf gestern.

Von ähnlichen Bestrebungen berichtet auch Bausenhart. Von 13 Anträgen aus dem Kreis seien 9 abgelehnt worden, beklagt er nach der Sitzung des Arbeitskreises gestern, hat aber Hoffnung, dass in dem einen oder anderen Fall noch nachgesteuert werden kann. Am 7. Juli soll es dazu nach seinen Angaben im Regierungspräsidium in Tübingen ein weiteres Gespräch geben.

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